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Alt 12.02.2006, 21:05
Conny Conny ist offline
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Standard Ausbildung zur Heilpädagogin

Für manche ist es vielleicht interessant zu erfahren, was alles zu einer Ausbildung zur Heilpädagogin gehört. Da es mehrere 'Ausbildungsformen' gibt, beschreibe ich in diesem Thread erstmal meine Ausbildung zur "Staatlich anerkannten Heilpädagogin - Schwerpunkt Motopädie".

Das ist eine berufsbegleitende Ausbildung am Diakonie-Kolleg Hannover, bei der einige Voraussetzungen erfoderlich sind:

In die Fachschule - Heilpädagogik kann aufgenommen werden, wer

- staatlich anerkannte/r Erzieherin/Erzieher ist oder eine gleichwertige berufliche Qualifikation erworben hat und
- auf der Grundlage dieser Qualifikation über ausreichende berufliche Erfahrung (in der Regel 2 Jahre) verfügt und
- während der Ausbildung mit mindestens 19 Std. je Woche in einer heil- oder sozialpädagogischen Einrichtung berufstätig bleibt.

Vorbehaltlich einer entsprechenden Einzelregelung werden als gleichwertig anerkannt:
Heilerziehungspfleger/innen, Sozialpädagogen/innen, Gymnastiklehrer/innen

Die Ausbildung dauert 2,5 Jahre und kostet nur für die Schule ca. 1700 €
Dazu kommen noch die Fahrtkosten und die Kosten für Fachbücher und sonstiges Schul- und Ausbildungsmaterial. (Wissen ist echt teuer ;D )

Der reguläre Unterricht wird an einem Wochentag durchgeführt (9 Unterrichtsstunden + ggf. Beratung für motopädisches Handeln). Außerdem finden während der gesamten Ausbildung zwei 14-tägige Unterrichtsblöcke sowie zweimalig Wochenendunterricht pro Schulhalbjahr statt. So ist es jedenfalls heute gedacht. Da die Schüler aus meiner Klasse aber aus dem gesamten Bundesgebiet kamen und die (beruflichen) Möglichkeiten individuell sehr unterschiedlich waren, war die Regelung bei uns etwas anders: Montags ca. 9 Std. Unterricht, 4x im Jahr Wochenendunterricht mit ca. 20 Std auf 2-3 Tage verteilt und 2 Blockwochen im Jahr, wobei der Prüfungsblock ca. 3 Wochen lang war.

Dazu kommt noch eine Stunde Praxis - im ersten Jahr in der eigenen Einrichtung (da hat man eine 'eigene' Psychomotorikgruppe), im zweiten und dritten Jahr in einer fremden Einrichtung (Einzelfallbetreuung).

Die Ausbildung an einer Fachschule ist wesentlich praxisorientierter,
als an einer Fachhochschule oder einer Universität.

Fachhochschulen und Universitäten arbeiten dafür viel wissenschaftlicher.

Absolventen von Fachschulen und Fachhochschulen haben oftmals bessere Aussichten auf eine Stelle. Das hat zwei Gründe:

1. die umfangreicheren praktischen Erfahrungen
2. sie sind 'billiger' für die Arbeitgeber

Dafür haben die 'Diplom-Heilpädagogen' wiederum bessere Aufstiegschancen.

Das war der erste Teil,
der allgemein über die Ausbildung informieren soll.

Im nächsten Teil wird es um die Unterrichtsfächer und ihre Inhalte gehen.
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