... Angeführt von Mario treten wir in das kleine Gehäuse ein. Eine Frau, deren Gesicht mich als erstes berührt, begrüsst uns mit einer leisen, aber sicheren Stimme: “Oi”. Mein zweiter Blick fällt auf ein kleines Geschöpf, das in einem armseligen Bett, eingehüllt in Wolldecken, liegt. Das kleine Lebewesen liegt völlig hilflos da, der armseligen Umgebung ausgeliefert, und verdreht seine Augen in alle Richtungen. Sein kleiner Körper ist starr, seine Reaktionen unberechenbar und nicht einfach zu deuten. Die Mutter erklärt mit leiser Stimme in portugiesischer Sprache, dass Ivo schon 15-jährig sei und dass sie selber nicht genau wisse, ob er hören und sehen kann. Dieses einschneidende Erlebnis lässt uns verstummen und wir blieben mehr als zehn Minuten beim Kind und der Mutter stehen. Ihre Liebe zum behinderten Kind, die sie schon mehr als 15 Jahre bewiesen hat, ist so stark spürbar, dass es mir fast das Herz zerreisst vor Rührung, Ehrfurcht und Bewunderung ...