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  #1  
Alt 19.12.2005, 22:18
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Flipy Flipy ist offline
Teammitglied - Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht
 
Registriert seit: 01.04.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.193
Standard Rollstuhlerfahrungen

Das nachfolgende las ich in einem anderen Forum mit erotischem Hintergrund:

Ich würde mich gerne von meinem Freund in einem Rollstuhl ausführen lassen.

und so stelle ich mir das vor:

And dem Abend möchte ich mich ganz in die Obhut meines Freundes begeben. Aber, ich will auch nicht das er sich für mich schämt, falls die Leute mitleidig schauen wenn er seine „behinderte“ Freun-din ausführt. Ich werde besonders hübsch machen und meinen schönen langen Lederrock anziehen. Da drunter kann ich, um nicht in Versuchung zu kommen werde die Beine unterhalb der Knie zusam-menbinden. So bleiben sie schön zusammen.

Einen Rollstuhl brachte mein Freund, vor einiger Zeit, von seiner Zivildienststelle mit. In dem werde ich ihn empfangen. Vielleicht bringt er Blumen mit. Er weiß wie ich mich über solch eine Aufmerksamkeit freue. Die Blumen werde ich auf meinem Schoß ablegen und mit dem Rollstuhl in die Küche Rollen, wo die Wasen stehen. Weiß nicht ob ich an das Regal rankomme wenn ich dann sitze, ansonsten muss er mir halt helfen. Überhaupt hätte ich es lieber wenn er mich schiebt. Ich kann mir vorstellen das mir, als Ungeübte, sonst schnell die Arme weh tun. Er hätte damit keine Probleme, er trainiert. Ich mag seine starken Oberarme. Ob er mich wohl in den Wagen heben wird? Vor allem für mich trainiert er in einem Fitnessstudio. Ich dagegen kleide mich möglichst nach seinen Wünschen. Mein Vorrat an Röcken und Kleidern ist in den letzten Jahren stark gewachsen. An Hosen habe ich nur zwei Jeans. Die mag er nicht so. Auch drunter soll es für ihn stimmen. Inzwischen trage ich ganz gerne Stümpfe, nicht nur für ihn, denn die sind auch ganz praktisch, außer im stärksten Winter, da trage ich dicke Stumpfhosen, manchmal mit Overknees drüber.

An dem Abend soll er ein Restaurant reservieren und zwar eines das möglichst barrierefrei ist. Sonst will man es ja sonst möglichst schick haben, doch dann wird es meine „Behinderung“ sein die den Abend bestimmt.

Am liebsten hätte ich das wenn er mich füttert, mir das Essen schneidet und vorsichtig in den Mund steckt. Nun will ich es beim „ersten mal“ nicht übertreiben. Wie es wohl wird wenn ich mal aufs Klo muss? Die echten Rollifahrer tragen wohl meist eine Windel. Dafür ist der Rock etwas zu eng. Ande-rerseits hätte ich es schon gerne wenn es möglichst echt ist.

Liebe Grüße
***


Hier folgen einige Kommentare.


Hallo zusammen!

Also ich als schwerst Körperbehinderter finde diesen tread höchst abstoßend und beschäment!

Seid doch froh, dass Ihr weder im Rollstuhl sitzt noch gefüttert werden müsst!!!!

Als Betroffener, wäre ich froh, wenn ich mich ohne Rollstuhl fortbewegen und allein essen könnte!!!!

Gruß *** (100% schwerst Körperbehindert)

PS: Trage nebenbei gesagt auch keine Windeln!!!!!



Hi,

Also ich saß 2 Jahre lang im Rollstuhl, kann aber mittlerweile durch hartes Training wieder laufen.

Was die Sache mit der Windel angeht, habe ich keine Ahnung.
Ich spreche jetzt nur vom Rollstuhl.

Einige Krankenpfleger verbringen während ihrer Ausbildung einen Tag im Rollstuhl. Dieses soll ihnen bewußt machen, mit welchen Problemen Rollstuhlfahrer zu kämpfen haben und wie sie damit klar kommen.
Vor welche Probleme werden sie gestellt.

Viele sehen Behinderte daraufhin mit ganz anderen Augen. Wer einen ganzen Tag im Rolli verbracht hat, ist ein anderer Mensch, weil er weiß, wie sehr er auf die Hilfe anderer angewiesen ist.

Vom menschlichen Hintergrund kann ich dieses nur beführworten.
Eines bitte ich jedoch zu bedenken.
Ganz oder gar nicht.
Wer sich zu diesem Spiel hinreißen läßt, sollte sich bewußt werden, was für ein Gut er besitzt. Und wer dann zwischendrin aufsteht, oder sich nur selbst bewegt, um es sich bequemer zu machen, ist diese Erfahrung nicht wert und wird sie nicht erlangen.

Setz Dich in den Rolli und zieh es durch.
Doch solltest Du einmal aufstehen, setz Dich nicht wieder hin.

LG
Flipi
Co-Admin im Netzwerk-behindertes-Kind.de
__________________
Ich bin der Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht. Ich kann Hinweise geben, aber für eine Rechtsberatung sucht bitte einen Anwalt Eures Vertrauens auf.

Hemingway hat einmal gesagt:"Es gibt kein Problem, dass man nicht mit einem doppelten Scotch lösen kann", und dann hat er sich erschossen. (DmVgGzP)
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  #2  
Alt 26.12.2005, 12:42
Tacheles Tacheles ist offline
Forenschreck
 
Registriert seit: 05.08.2005
Beiträge: 251
Standard

... hierüber denke ich noch etwas nach ...

Tacheles
__________________
Tacheles


Ich weiß nicht alles, mir wächst kein Gras aus der Hand.
Wenn Du anderer Meinung bist, dann diskutiere mit mir!
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  #3  
Alt 26.12.2005, 22:31
Benutzerbild von Flipy
Flipy Flipy ist offline
Teammitglied - Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht
 
Registriert seit: 01.04.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.193
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Jo Flipi,

ich habe mich gerade so ein bischen durch das Netzwerk geklickt und bin dabei auf einen Artikel gestoßen den du veröffentlicht hast. Es geht um den Beitrag "Rollstuhlerfahrungen". Wo hast du diesen verletzenden und überaus geschmacklosen Artikel aufgetan? Gibt es tatsächlich Menschen, die so etwas ausprobieren wollen oder sich so etwas vorstellen?
Ansonsten finde ich deinen Kommentar zutreffend. Menschen, die aus beruflichen Gründen eine derartige Erfahrung benötigen, um sich in die Lage ihrer "Patienten" zu versetzen zu können, sollten nicht nur einen Tag darauf verwenden sondern dies über einen längeren Zeitraum unter ständiger Aufsicht tun. Ein Tag reicht wohl kaum aus um einen Eindruck zu bekommen welche Schwierigkeiten sich aus einem derartigen Handicap ergeben.

Gruß
Soicid

PS : kannst den Text ruhig auch mit ins Forum kopieren....

_________________________________________________
Hi Soicid,
es gibt Leute die haben sehr schräge Ideen.
Wenn das ganze nicht vor Bequemlichkeit stinken würde, würde ich sagen, mach es, aber so ist es ein Hohn. In unregelmäßigen Abständen geistern Ideen durch die Internetwelt, wo unsereins nur sagt: "Wenn es erst gemeint wäre, nur zu, aber nicht nur für ein bißchen Mitleid und Lust."
Wer wirklich interessiert hat, soll es mit allen Höhen und Tiefen erleben.
Aber wenn, dann bitte auch die großen Tiefen.
Eines habe ich in meinen 4 Jahren Internet gelernt.
Es gibt nicht, woran nicht irgendjemand Lust empfindet.
Und das zieht sich durch alle Schichten.
Man muß nicht mal wirklich suchen... Leider...

LG Flipi
__________________
Ich bin der Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht. Ich kann Hinweise geben, aber für eine Rechtsberatung sucht bitte einen Anwalt Eures Vertrauens auf.

Hemingway hat einmal gesagt:"Es gibt kein Problem, dass man nicht mit einem doppelten Scotch lösen kann", und dann hat er sich erschossen. (DmVgGzP)
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  #4  
Alt 28.12.2005, 11:01
Tacheles Tacheles ist offline
Forenschreck
 
Registriert seit: 05.08.2005
Beiträge: 251
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Hallo,

meine Anregung, mal ein wenig auch bei diesem Thema "über den Tellerrand zu gucken", bitte ich nicht als verletzend aufzufassen.

Ich glaube gern, dass dieses Thema sehr, sehr schwierig ist für die Menschen, die im Rollstuhl sitzen.

Doch nun stellt sich die Frage: was ist der Unterschied zwischen der in diesem Thema beschriebenen erotischen Spielart (die für mich persönlich nicht in Frage käme - um mal diese Frage gleich zu beantworten) und den Witzen über Behinderte?

Ich zitiere einmal Flipi zu dem Thema Behindertenwitze - Ist das erlaubt? :

Zitat:
ich glaube solange man noch hemmungen hat über behinderte witze zu machen solange ist es auch nicht normal behindert zu sein.


Das ist das, was ich sagen will.

LG Flipi

Um auf die zahlreichen Spielarten in der Erotik einzugehen, ist hier der falsche Ort (meiner Meinung nach) - aber es ist wohl allgemein bekannt, dass es da diverse mehr oder weniger bizarre Rollenspiele gibt, die von vielen Menschen praktiziert werden (seien es "Onkel-Doktor-Spiele" oder "Krankenschwester-Spiele" oder "Schüler-Lehrer-Spiele" oder auch "Nonnen-Spiele" und so weiter ...). Viele Menschen, die einer dieser Gruppen zugehörig sind, sei es Ärzte, Krankenschwestern, Lehrer oder auch Nonnen werden sich verletzt fühlen, wenn sie von diesen Rollenspielen hören ...

Aber: wenn DAS akzeptiert wird - und auf der anderen Seite dieses angesprochene Rollenspiel mit Rollifahrerin "geächtet" - ist das dann nicht ein Hinweis darauf, dass sich die betreffenden Leute selbst ausgrenzen? Wie würden diese Personen auf die Behindertenwitze reagieren?

Wo ist da ein Unterschied? (zwischen dem Witz und den Rollenspielen)

Ich bin selbst nicht im Rollstuhl. Und ich möchte mit meinen Äußerungen auch niemanden verletzen. Aber ich verstehe diese Einzel-"Ächtung" nicht. Wenn alle Rollenspiele "geächtet" worden wären - ok, dass ist dann eine generelle Ausssage zu dem Thema - aber die einen Rollenspiele akzeptieren und das Rollenspiel-mit-Rollifahrerin als schändlich und verwerflich darzustellen ist komisch ...

... ich denke weiter darüber nach ...

Viele Grüsse

Tacheles

Geändert von Mary (08.11.2006 um 06:41 Uhr). Grund: Link zu den Behindertenwitzen repariert
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  #5  
Alt 28.12.2005, 11:41
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
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liebe/r tacheles du machst deinen namen ehre und das finde ich gut.du hast recht denkt man darüber nach kann man nur zu dem schluß kommen den du geschrieben hast.ich war im ersten moment entsetzt als ich das gelesen hatte was flipi gescchrieben hat.ich selbst bin kein freund von soclhen rollenspielen kann es aber von dem blickwinkel den du schilderst wieder gut nachvollziehen.gerade wenn ich daran denke was für ein spaß es für gesunde kinder war als björn noch nicht laufen konnte und er sie auf den schoß hatte und wir damit rumgezogen haben.sie hatten dann auch eine rolle mitgespielt zwar nicht in der geschilderten situation aber von deinen standpunkt aus ist es ok.
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