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Alt 06.01.2007, 14:55
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evma evma ist offline
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Standard Fütterungsstörungen

Wie es dazu kommt und wie es wieder aufhört

Bittet man Eltern, sich an die Füttersituation, das Stillen und das Nähren ihres Kindes zu erinnern, so geraten manche Eltern ins Schwärmen über die schöne Atmosphäre, Intimität und Freude, welche diese Situation bereitet. Man denkt an die Moment, als der Säugling nach dem Stillen zufrieden eingeschlafen ist oder das Kleinkind zum ersten Mal sich selbst oder die Eltern mit dem Löffel gefüttert hat. Wenn Stillen, Füttern und Nähren ein schönes, interaktives Erlebnis für Eltern und Kind war, wird die Füttersituation zu einer Quelle tiefer Zufriedenheit (Stern, 1998, Satter, 1990). Aber nicht jede Füttersituation gestaltet sich wie die beschriebene: "Mein Kind wollte von Geburt an nicht richtig trinken, hat sich häufig verschluckt und erbrochen. Ich habe mir große Sorgen gemacht!" Eine Mutter drückte, befragt nach ihren Empfindungen in den ersten Lebenswochen, ihre Furcht so aus:
"Als mein Sohn gerade eine Woche alt war, fing er an abzunehmen. Die Stimmte des Arztes klang besorgt, als er zu mir sagte, das Baby müsse wachsen. Ich geriet in Panik. Je größer diese Panik wurde, desto weniger Milch schien ich zu haben, und bald war mein Sohn auf sein Geburtsgewicht zurückgefallen. Der Arzt sorgte sich noch mehr, und er empfahl mir, zuzufütten. Nie habe ich mich so hilflos gefühlt.
Ich hielt mein Kind im Arm, als ginge es um mein Leben, dachte nur noch darüber nach, wie ich es füttern könnte, versuchte es immer wieder, ließ es aufstoßen und fragte mich unablässig, wieviel es jetzt wohl wog."
Stern et al. (2000, S. 109)

Die Füttersituation wird zu einer angstbesetzten Situation: "Hoffentlich wird er heute genug trinken!" Im Hintergrund lauert die Angst: "Wenn es heute wieder zu wenig isst...!" Wenn die Füttersituation dauerhaft von Angst, Fütterstress, Nahrungsverweigerung, Wiegen, Erbrechen und Terminen bei verschiedenen Spezialiste geprägt ist, bleibt das Gefühl der Zufriedenheit aus. Der Raum der dadurch entsteht, füllt sich häufig mit Angst, Verzweiflung und Traurigkeit (Dunitz et al. 1996, Jotzo, 1998): Angst um das Leben und die Entwicklung des Kindes, Verzweiflung über das Misslingen jedes Versuchs, die Füttersituation positiv zu gestalten, und Traurigkeit, weil man es sich doch so anders vorgestellt hat. Die Schwere der Gefühle, die eine schwierige Füttersituation auslöst, steht in enger Relation zur Bedeutung der Ernährung des Kindes. Eine ausreichende Ernährung im ersten Lebensjahr gehört zu den zentralen Voraussetzungen für eine altersgemäße Entwicklung des Kindes (Lentze, 1992). Das Füttern und die Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern zieht daher die Aufmerksamkeit von Eltern, Therapeuten, Kinderärzten und Krankenschwestern auf sich (McKim, 1987, Sheikh, et al., 1993). Häufig wird bei dieser Betrachtung die Nahrungsmenge und -zusammensetzung in den Vordergrund gestellt und der Entwicklung der Essfertigkeiten und Interaktion mit den primären Bezugspersonen wenig Beachtung geschenkt. Dieses ändert sich in der Regel erst, wenn die Nahrungsaufnahme für Eltern und Säuglinge problematisch wird. Im ersten Lebensjahr werden Fütterungsprobleme in repräsentativen Stichproben von 20-25% aller Eltern angegeben (Lindberg et al., 1991, Forsyth & Canny, 1991). Leichte Fütterprobleme können zum Ausgangspunkt für schwere und dauerhaften Fütterungsstörungen werden (Wilken, 2002a). Von einer Fütterungsstörung wird gesprochen, wenn die Mehrzahl der täglichen Mahlzeiten durch Fütterprobleme (Tabelle 1) länger als vier Wochen determiniert werden. Bei 5-10% ist von schweren Fütterungsstörungen zu sprechen (Wolke, 1999).
Tabelle 1: Die häufigsten Symptome von Fütterungsstörungen (Wolke, 1999, S. 365)
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  #2  
Alt 06.01.2007, 14:57
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evma evma ist offline
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Standard

Wenn auch die Zahl der Kinder, die aufgrund von Fütterungsstörungen stationär oder ambulant um medizinische Hilfe nachsucht, noch relativ gering ist, ist die Aufmerksamkeit, die ihnen geschenkt, doch relativ groß. Gesunde Kinder, die sich weigern zu essen, sind ein Paradoxon, welches medizinische Teams einer oft nicht gekannten Hilflosigkeit aussetzen, wenn das Essproblem nicht zu lösen ist. Es kommt zur Versorgung mit einer Sonde, die den Konflikt zwar beruhigen, aber nicht lösen kann (Dunitz-Scheer et al., 2001). Doch wie kommt zu Fütterproblemen dieser Art? Wir möchten dieses zunächst anhand der Situation frühgeborener Säuglinge erläutern und Möglichkeiten zur Lösungen des Fütterkonfliktes aufzeigen.
Fütterstörungen bei Frühgeborenen: Warum?

Früh- und Risikogeborene haben ein erhöhtes Risiko für Fütterprobleme (Minde et al., 1989, Wilken, 2002, Dunitz-Scheer et al. 2001). Folglich wird die Ernährung von früh- und risikogeborenen Säuglingen von Eltern und Neonatologen als eines der größten Probleme nach der Entlassung betrachtet (Sheikh et al., 1993). Trotz dieses erhöhten Anteils von gestörten Entwicklungen des Essverhaltens ist zunächst festzuhalten, dass die Mehrzahl der Früh- und Risikogeborenen ein vollkommen unauffälliges Essverhalten entwickelt. Dies ist nicht wenig verwunderlich, wenn man die schlechten Vorrausetzungen für ihre normale Entwicklung betrachtet (Wilken et al. 2004).
Die Störung der normalen Entwicklung beginnt bereits bei Geburt, bei der zunächst eine parenterale und enterale Ernährung erfolgt. Die unzureichende Reifung des Frühgeborenen verhindert eine Koordination von Saugen, Atmen und Schlucken. Säuglinge unter 1000 g sind selten zu einer koordinierten oralen Nahrungsaufnahme in der Lage (Wilken, 2002). Eine ausreichende Reifung des Säuglings, die Voraussetzung der oralmotorischen Kontrolle und Verdauung der Nahrung ist, ist spätestens in der 34. Gestationswoche gegeben, falls keine Komplikationen die Entwicklung stören (Ross & Browne, 2002). Ab diesem Zeitpunkt sind frühgeborene Säuglinge oral zu ernähren (McCain et al., 2001). Spezifische Erkrankungen können den Übergang von der Sonden- zur oralen Ernährung verzögern (Tabelle 2). Diese Störungsbilder verursachen eine physiologische, oral-motorische oder sensorische Instabilität (Jones et al. 2002). Das Vorliegen der genannten Erkrankungen sollte den Übergang zur oralen Nahrungsaufnahme nur so lange verzögern, wie die genannten Instabilitäten des Kindes vorliegen. Ist eine ausreichende Stabilität erreicht, sollte der Übergang zur oralen Nahrungsaufnahme erfolgen (Miller, et al. 1999). Gelingt der Übergang nicht, sollte die Möglichkeit einer Fütterungsstörung in Betracht gezogen werden.
Kann kein Erkrankungs- oder Störungsbild diagnostiziert werden, das eine Instabilität zur Folge hat und gelingt die Entwöhnung von der enteralen Ernährung bis zur 34. Gestationswoche nicht, gibt es zwei Erklärungsmöglichkeiten: Zum einen kann ein bisher nicht erkanntes Erkrankungsbild vorliegen, welches eine orale Nahrungsaufnahme verhindert. Lässt sich ein Erkrankungsbild diagnostizieren, sollte sich nach abgeschlossener Therapie die Nahrungsaufnahme normalisieren. Dieser Fall kommt vor, ist jedoch sehr selten
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  #3  
Alt 06.01.2007, 15:30
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evma evma ist offline
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Castillo Morales Therapie

Die Castillo Morales Therapie ist ein ganzheitliches Konzept zur Behandlung von
  • Saug- und Schluckstörungen beim Säugling
  • Essstörungen
  • erschwerte Nahrungsausnahme bei bewegungsgestörten Kindern
  • starke Salvation (Seibern)
  • fehlender Mundschluss
Das Therapiekonzept umfasst sowohl die Mund- und Gesichtstherapie als auch eine ganzheitliche motorische Entwicklungsförderung
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  #4  
Alt 12.08.2007, 15:40
Caro Caro ist offline
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Registriert seit: 13.12.2006
Beiträge: 6.413
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Hier ein Link, wo die Therapie gut erklärt ist und auch ein Erfahrungsbericht steht:

http://www.forum.enbeka.de/therapien...o-morales.html
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