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Alt 06.10.2008, 11:47
Benutzerbild von angelika
angelika angelika ist offline
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Registriert seit: 08.02.2006
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Standard railjet mit fahrzeuggebundenen Rollstuhlhebeliften

railjet mit fahrzeuggebundenen Rollstuhlhebeliften

Ab 14. Dezember 2008 beginnt in Österreich eine neue Zeitrechnung im Bereich barrierefreies Reisen. Die ÖBB nehmen an diesem Tag den railjet in den Regelbetrieb auf. Wenn das kein Grund zum Feiern ist, was dann? Ein Kommentar.

Viele Jahre war Bahnreisen oftmals ein unerwünschtes Abenteuer. Ist der "Rollstuhlwagen" am Zug angehängt oder fährt man wieder im Gepäckwagen? Der einzig wirklich verlässliche und komfortable Zug in Österreich war lange Zeit der deutsche ICE.
ICE sieht dagegen "alt" aus


Doch die ÖBB haben aufgeholt und werden mit dem am 15. September 2008 präsentierten railjet selbst die viel gepriesenen ICE-Züge alt aussehen lassen. (Siehe Video)
Der railjet ist ein Fernverkehrszug, den die ÖBB bei der Siemens AG bestellt haben.
Die ICE-Flotte hat - trotz vehementer Forderung der deutschen Behindertenbewegung - noch immer keine fahrzeuggebundenen Hebelifte eingebaut, obwohl dies technisch möglich wäre.
Sensationeller Rollstuhlhebelift


Der neue Zug hat zwei fahrzeuggebundene Rollstuhlhebelifte (auf jeder Ausstiegsseite einen), die technisch so raffiniert in das Fahrzeug eingebaut sind, dass man ins Schwärmen kommt. Besonders positiv erwähnt werden muss in diesem Zusammenhang die Arbeit von Gerald Leopold (Siemens).
Der Hebelift hat eine Tragkraft von rund 300 kg und kann ein Hubhöhe von rund 1 m überwinden. Er ist 79 cm breit und 123 cm lang.
Er ist sehr rasch zu bedienen und ist sehr gut in den Zug integriert, sodass er kaum Platz im Zuginneren benötigt. (Video: Hebelift in Aktion)
Wo liegen die Vorteile?


Der klare Vorteil von fahrzeuggebundenen Hebeliften besteht darin, dass der Hebelift immer dort ist, wo er gebraucht wird. Man muss nicht prüfen, ob der gewünschte Bahnhof überhaupt Hebelifte hat bzw. ob Personal vorhanden ist, diese zu bedienen. Im Vergleich zu Rampen - wie bei dem immer wieder in die Kritik geratenen Talent - kann der Hebelift auch niedrige Bahnsteige erreichen. Eine Besonderheit der Hebelifte im railjet ist weiters, dass man auch seitlich abfahren kann, wenn der Bahnsteig sehr schmal ist.


Dies war eine langjährige Forderung unter anderem von BIZEPS, um Zugfahren für Menschen mit Rollstuhl in Zukunft zu erleichtern.
Im inneren des Zuges gibt es drei geräumige Rollstuhlplätze. Die Rollstuhlplätze verfügen außerdem über Steckdosen, sodass man, falls nötig, seinen Rollstuhl während der Fahrt laden kann. Wenn man mit dem Rollstuhl eingeparkt hat, kann von der Wand ein Tisch weggeklappt werden. Das Essen aus dem Bistro wird einem direkt an den Platz gebracht.
Für blinde Menschen gibt es beispielsweise taktile Elemente bei den Türtastern und zur Unterscheidung der Klassen, für Blindenführhunde ist genug Platz vorhanden.
Auch an Service- und Notruftasten direkt beim Sitzplatz wurde gedacht.
Sollte die Fahrt einmal länger dauern, so ist es dank geräumigem, barrierefreiem WC auch kein Problem. Es bietet genug Platz um mit dem Rollstuhl darin problemlos zu manövrieren.
Fahrplan


Die ÖBB geben bekannt: "Im Fahrplanjahr 2009 sind 17 railjet-Verbindungen geplant, die mit 11 Zügen geführt werden. Der Einsatz des railjet wird dabei stufenweise erfolgen. In der ersten Etappe, die mit Fahrplanwechsel am 14. Dezember 2008 beginnt, gibt es eine railjet-Verbindung von Budapest nach München (via Wien) und eine railjet-Verbindung von München (via Wien) nach Budapest. Zusätzlich zu diesem Angebot verkehrt ein railjet täglich zwischen Wien-West und Budapest (hin und retour). Ab April 2009 werden weitere railjet-Züge auf der Relation Wien - München eingesetzt." Weitere Informationen: ÖBB, BIZEPS
__________________
Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,

als der Weg von der Erde zum Mond.
angie

Geändert von angelika (06.10.2008 um 11:49 Uhr).
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