Wien (kobinet) Seit einem Monat ist Österreichs neuer Hochgeschwindigkeitszug ICE unterwegs und wurde von 70.000 Kunden genutzt, berichtet heute
BIZEPS-INFO. Nicht in der Höchstgeschwindigkeit, doch bei der Beförderung von Fahrgästen im Rollstuhl hat er die Deutsche Bahn bereits überholt.
Vertreter der Deutschen Bahn und der Österreichischen Bundesbahnen hatten im August 2006 den Intercityexpress mit Neigetechnik Behindertenorganisationen sowie einem Vertreter des Verkehrsministeriums vorgestellt. Der ICE verfügt über ein barrierefreies WC, hat allerdings keine fahrzeuggebundene Einstiegshilfe. Bei dieser Vorstellung wurde schnell klar, dass das Platzangebot für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern gering ist. Die Deutsche Bahn sah keinen Handlungsbedarf, weitere Rollstuhlplätze einzurichten.
Um behinderten Menschen ein gleichberechtigtes Reisen mit dem Komfortzug zu ermöglichen, wurde eine den Grundsätzen des österreichischen Behindertengleichstellungsgesetzes entsprechende Regelung gesucht, gefunden und vereinbart. Diskriminierenden Abweisungen von Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer - wie sie in Deutschland noch oft vorkommen - wurden in Österreich beim ICE behördlich untersagt. Wenn der einzige Rolli-Platz belegt ist, so das Verkehrsministerium, ist bei Bedarf weiteren Rollstuhlbenutzern der Zugang zum Zug zu ermöglichen.
Gegenüber BIZEPS-INFO sagte Dr. Stefan Wehinger, Vorstandsdirektor der ÖBB-Personenverkehrs AG: "Wir haben durch interne harte Arbeit immer mehr Mitarbeiter dazu gebracht, die Beförderung von mobilitätseingeschränkten Menschen nicht als Last, sondern als natürlichen Teil unserer Aufgabe zu sehen." So sei sichergestellt worden, dass der ICE in Österreich ein qualitativ hochwertiges und gut benutzbares Fahrzeug für alle Fahrgäste ist. sch
( Quelle: kobinet-Nachrichten )