Infos über barrierefreien Urlaub
Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl
Berlin (kobinet) In der Reisezeit hat das Interesse wieder sprunghaft zugenommen, verlässliche Informationen über einen barrierefreien Urlaub zu ergattern. Das Ferienziel ist fest gebucht. Jetzt wollen in ihrer Mobilität eingeschränkte Reisende mehr wissen, was sie an Ort und Stelle auch tatsächlich nutzen können. Verschiedene Webadressen hat kobinet mal angeklickt.
Wer einen Tipp in letzter Minute braucht, kann auf die Seiten von Manfred Dütsch hoffen. Der Oberpfälzer hat inzwischen mehr als 500 Adressen vornehmlich in Deutschland, Österreich und der Schweiz parat. Reiseberichte sind für Dütsch "das Salz in der Suppe", zumal seine Übersicht zumeist auf Anbieter-Informationen beruht. "Die Angaben zu vielen Urlaubsobjekten stammen, von den Vermietern selbst. Deshalb kann ich keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernehmen. Die einzelnen Einträge sind meist gut beschrieben. Trotzdem, fragen Sie vor einer eventuellen Buchung genau Ihre Bedürfnisse nach", so der Rollstuhlfahrer über sein in der Art einmaliges Angebot für
Urlaub im Rollstuhl.
Das kleine Rollikompass-Team im baden-württembergischen Pfinztal hat einen umfangreichen Katalog angesammelt und ins Netz gestellt, der "eine Positivliste für Gehbehinderte, Kinderwagenpiloten und Rollstuhlfahrer" enthält. Wer im
RoKoDat-Katalog geduldig sucht, findet manch wichtigen Hinweis für die Urlaubsgestaltung ohne Hindernisse.
Neben diesen beiden quasi in Eigeninitiative selbst Betroffener bekannt gewordenen Webportale wirbt ein vor knapp einem Jahr gestartetes Projekt (
kobinet 16.8.06) um Zuspruch. Für die Nutzer von
Disabledgo-Deutschland ist das Angebot kostenlos. Für die Erfassung von Objekten in diesem Portal ("Mehr Freiheit und Mobilität für Millionen von Menschen") wird ein Beitrag von 30 Euro pro Jahr berechnet. Mit diesem Konzept haben die Rummelsberger seitdem erst Angaben aus ihrem Heimatort und zwei weiteren Städten online gestellt. In Vorbereitung seien Informationen aus Köln, Bamberg und Kassel.
Mit den Reisen nach Berlin nimmt der Informationsbedarf auch der Besucher zu, die mit einem Handicap die deutsche Hauptstadt besuchen wollen. Ursprünglich vom inzwischen eingestellten Movado-Projekt "Barrierefreies Berlin" aufgebaut, wird die Datenbank
mobidat von einem durch den Senat geförderten Verein im Auftrag der Behindertenbeauftragten der Stadt gepflegt. Wer übrigens in der benachbarten Metropole Österreichs eine Adresse sucht, wo es ohne oder kaum Hindernisse ein Wiener Schnitzel gibt, kann einen von Betroffenen erarbeiteten Restaurantführer nutzen (
kobinet 22.3.07).