Deutsche Rollstuhlbasketball-Damen dominieren
Nationalmannschaft der Frauen hat ihre Ausnahmestellung in Europa unterstrichen und für ein tolles Finale des Champions Weekends von Paralympics-Sponsor Otto Bock gesorgt: Sie besiegten Vize-Europameister Niederlande mit 64:31 (20:8/36:16/50:24).
Attraktives Tempospiel auf beiden Seiten
Beide Teams zeigten ein attraktives Tempospiel und machten vor dem Publikum und den Kameras des ZDF beste Werbung für die Paralympics. 750 Zuschauer sahen das Spiel "live" in der Göttinger Lokhalle, in der anschließend die BG 74 ihre Bundesligapartie gegen die Skyliners aus Frankfurt austrug.
Die Unterstützung dieses Länderspiels durch den Bundesligisten BG 74 Göttingen und das Lokhallen-Management sorgte für einen hoch professionellen Rahmen - und hatte einen auch emotionalen Background:
Maren Butterbrodt und Simone Kues, die Ex- Göttingerinnen, spielten nach langer Zeit erstmals wieder in ihrer alten Heimatstadt. Wie sehr das Maren Butterbrodt motivierte, war von der ersten Sekunde an zu spüren.
Im ersten Viertel steuerte sie zwölf Punkte zur 20:8-Führung bei. "Es hat riesig Spaß gemacht, und das Publikum hat uns prima unterstützt", sagte die gefeierte Topscorerin, die am Ende 21 Punkte auf dem Konto hatte – obwohl sie nur gut 20 der 40 Minuten auf dem Feld war.
Pause für Leistungsträgerinnen
Bundestrainer Holger Glinicki konnte sich den Luxus leisten, nach Belieben durchzuwechseln und erfahrene Leistungsträgerinnen wie Butterbrodt, Nora Schratz und Simone Kues, die der Coach in ihrer Handicap-Klasse zur absoluten Weltspitze zählt, gleichzeitig Pausen zu gönnen.
Dann hielten eben Silke Bleifuss und Annette Kahl das Niveau hoch, wie bei ihrer perfekten Passkombination in der gegnerischen Zone zum 26:12 (15. Minute). Das deutsche Team hatte das Spiel jederzeit im Griff, so tapfer sich die Gäste aus den Niederlanden auch wehrten.
"Die Spitzenmannschaften sind in Übersee. Deshalb brauchen wir ja unbedingt die Turniere in den USA und Kanada", erläuterte Nora Schatz das umfangreiche Vorbereitungsprogramm der kommenden Monate bis zu den Paralympics in Peking. Die Spielerinnen opfern dafür gegebenenfalls auch ihren kompletten Jahresurlaub. "Weil wir etwas erreichen wollen", sagt die Frankfurterin.
Starke Gegner im Kampf um Medaillen
USA, Australien, Kanada, Japan – auf diese Teams muss man vorbereitet sein, wenn es um Medaillen geht. Der deutsche Behindertensportverband veranstaltet jährlich eine Internet-Abstimmung über die "Otto Bock Mannschaft des Jahres".
Die
Basketball-Damen haben diesen Titel 2007 das zweite Mal in Folge gewonnen. Alle, die Bundeskanzlerin Angela Merkel 2007 in Berlin ausgezeichnet hatte, waren von Otto Bock zum Champions Weekend nach Duderstadt eingeladen und die niederländische Nationalmannschaft gleich mit.
Gala-Dinner, Führung durch das mittelalterliche Duderstadt, wo Otto Bock seine weltweite Zentrale hat, Besuch bei der Heinz Sielmann Stiftung – und dann ein Länderspiel, das viele Zuschauer motivierte, anschließend im Ausstellungsbereich von Otto Bock selbst einmal Rollstuhlbasketball zu spielen.
"Rollstuhlbasketball und Fußgänger-Bundesliga in einem Event zu verbinden, ist etwas, über das man auch für die Zukunft nachdenken sollte", meinte Ulli Frank vom Management der BG 74-Bundesligateams nach einem rundum gelungenen
Basketball-Sonntag in Göttingen.
Deutschland:
Maren Butterbrodt (Team BEB Niedersachsen/21), Annette Kahl (Hamburger SV/12), Marina Mohnen (RSC Köln/12), Silke Bleifuß (RSC Frankfurt/11), Birgit Meitner (SV Augsburg/4), Simone Kues (Team BEB Niedersachsen, RBV Lüneburg/2), Nora Schratz (RSC Frankfurt/2), Britta Kautz (ASV Bonn), Verena Klein (Team BEB Niedersachsen, RBV Lüneburg), Nicole Seifert (Hamburger SV).
Niederlande:
Petra Garnier (10), Inge Huitzing (8), Elsbeth van Oostrom (7), Cher Korver (6), Barbara van Bergen, Patries Boekhoorn, Sandra Braam, Lucie Houwen, Roos Oosterbaan, Fleur Pieterse, Carina Versloot, Jitske Visser.
Quelle: Otto Bock HealthCare GmbH