27.10.2006
Von Marcus Meier
Veitshöchheim (kobinet) Der Blindenfußball kommt nun auch in Deutschland ins Rollen, das Berufsförderungswerk (BFW) Würzburg will dabei eine Vorreiterrolle einnehmen. Dort jagen seit Mitte September blinde und sehbehinderte Teilnehmer dem runden Leder nach. Nun machten sich der Vizepräsident des Bayerischen Fußball-Verbandes Rolf Eppelein und Thomas Bösch, Abteilungsleiter Blindensport des Bayerischen Versehrten-Sportverbandes, in Veitshöchheim ein Bild von der neuen Sportart.
"In England, Spanien und Brasilien ist Blindenfußball schon lange etabliert", erläuterte Coach Ansgar Lipecki, der zusammen mit BFW-Sportlehrerin Martina Junker die Übungseinheiten leitet. Lipecki ist einer von bundesweit gerade einmal zwei ausgebildeten Blindenfußball-Trainern. Gespielt wird mit einem speziellen Fußball, der durch Rasseln akustisch wahrnehmbar ist. Im Spiel stehen sich je vier blinde Feldspieler auf einem handballgroßen Feld mit Banden gegenüber und verständigen sich durch Zurufe, die beiden Torhüter sind normalsichtig.
"In Deutschland sind derzeit erst eine Handvoll Mannschaften im Aufbau. Wir freuen uns, wenn wir einen Beitrag leisten können, dem Blindenfußball auf die Sprünge zu helfen", sagte BFW-Geschäftsführer Alfred Schulz, der in der neuen Sportart den idealen Ausgleich zum Kursalltag und der beruflichen Wiedereingliederung der BFW-Teilnehmer sieht. "Ich bin überrascht von der hohen Motivation und der Spielfreude, die die blinden Sportler vermitteln", so Rolf Eppelein. Thomas Bösch denkt schon in die Zukunft und meinte: "Wir können uns gut vorstellen, im Sommer 2007 in Würzburg ein Kennenlern-Wochende für Blindenfußball zu organisieren, um die Sportart in Mainfranken noch populärer zu machen."
Quelle: Rehacare