Start in Peking nicht ausgeschlossen
Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl
Berlin (kobinet) Noch vor Beginn der Wettkampfsaison hat der Schweizer Rollstuhlsportler Heinz Frei jetzt angedeutet, dass ein Start bei den Paralympics 2008 in Peking möglich sein könnte. Der gelernte Vermessungszeichner leitet den Fachbereich Nachwuchs Rollstuhlsport im Paraplegikerzentrum Nottwil.
Die Nachricht über die Ambitionen des seit 1978 querschnittgelähmten Spitzenathleten kam aus Sörenberg. Hier war der mehrfache Paralympics-Sieger, Weltmeister, Weltrekord-Inhaber und Marathon-Gewinner zu Gast, als ein "Dualbob" für Rollstuhlsportler eingeweiht wurde.
Aus diesem Anlass sprach der Ausnahmeathlet aus Etziken über seine nun 29-jährige Behinderung und meinte, dass sicher 27 glückliche Jahre dabei waren. Mit seiner positiven Einstellung, seinem Umfeld und der professionellen Hilfe sei es heute möglich, ein nahezu normales Leben zu führen. Der Sport, so Heinz "Speedy" Frei, sei Ventil und Ausgleich zum Leben und habe ihm vieles ermöglicht, was nicht behinderten Menschen verwehrt bleibe.
Tatsächlich hat Frei eine beispiellose sportliche Karriere geschafft, über deren Ende er und seine Anhänger schon bei den Paralympics in Athen nachdachten. Doch Einladungen zu weiteren Wettkämpfen verfehlten nicht ihren Reiz. So feierte der "Sport-Methusalem" (Frei über Frei) 2005 in Berlin seinen 100. Marathonsieg. Im Jahr darauf war ihm wiederum nicht der Sieg zu nehmen, sein 17. an der Spree.
Beim Hamburger Marathon im vergangenen Jahr hat "Speedy" etwas Neues ausprobiert und auf Anhieb den zweiten Platz mit dem Handbike erreicht. Begeistert äußerte er sich über das Rennvelo mit seinen 27 Gängen. "Ich habe was drauf auf der Kurbel", sagte der Schweizer einem Fernsehreporter des Norddeutschen Rundfunks.
Wie auch immer - Heinz Frei ist im Rennrollstuhl oder im Handbike nicht nur Ratgeber für den Nachwuchs. Mit ihm müssen in dieser Saison alle rechnen, die ein Jahr vor den Paralympics um die Spitze kämpfen. "Chancen sehen, von Null auf Hundert und plus. Ziele fokussieren beginnt im Kopf", so hat Frei 2005 einen Vortrag betitelt, den er an der Zürcher Hochschule Winterthur hielt. Er wird schon wissen, wie er dieses Wettkampfjahr angehen will, um möglicherweise in Peking noch einmal aufzutrumpfen.
Quelle: Rehacare
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