Lukas darf wieder Fußball spielen
Hannover (kobinet) Der neunjährige körperbehinderte Torwart des ETSV Haste, Lukas B., darf nach einigen formalen Problemen wieder im Tor seiner bisherigen Mannschaft die gegnerischen Stürmer zur Verzweiflung bringen, darauf weist der niedersächsische Behindertenbeauftragte Karl Finke hin.
Der eher schmächtige, körperbehinderte Lukas B. wurde während eines laufenden Spiels in der Halbzeitpause als angeblich nicht spielberechtigt aus seiner Mannschaft genommen. Die bisherigen acht Punkte sollten der F 1 Jugendmannschaft des ETSV Haste aberkannt werden. Grund hierfür war, dass die Sondergenehmigung für Lukas lediglich für die F 2, nicht für die F 1 Jugend gelte. Diese Entscheidung stieß nicht nur im Schaumburger Land auf große Empörung. "Die Einbeziehung des Lukas B. in den normalen Spielbetrieb ist ein Beispiel gelungener Integration und ein Zeichen für die Bereitschaft von Sportvereinen und Spielerinnen und Spielern, behinderte Menschen in den normalen Spielbetrieb voll einzubeziehen", erklärte dazu Karl Finke. Von dem Behindertenbeauftragten der Samtgemeinde Nenndorf, Thomas Broich, auf diesen Vorgang hingewiesen setzte sich der Behindertenbeauftragte mit dem Niedersächsischen Fußballverband in Barsinghausen in Verbindung. Mit dem Justitiar des NFV, Herrn Burkhard, bestand nach Informationen von Karl Finke sofort Einigkeit: Dies muss im Sinne des Lukas B. und des Integrationssports in Niedersachsen geregelt werden.
Nach Auskunft des Justitiars Burkhard wird Lukas B. sofort wieder in seiner bisherigen Mannschaft spielen und die hart erkämpften Punkte bleiben für die F 1 des ETSV Haste auch erhalten. "Der NFV wird dieses Ereignis zu ausführlichen Informationen in seinen Gremien zum Anlass nehmen. Es handelt sich hier um einen bedauerlichen Irrtum", so Burkhard. "Die schnelle Entscheidung des NFV ist ein mutiges Signal für die aktive Teilhabe behinderter Menschen im niedersächsischen Sportleben", so Karl Finke. Dies wird noch deutlich unterstrichen durch die gemeinsamen Bestrebungen des NFV-Präsidenten, Herrn Rotmund und des Präsidenten des Behindertensportverbandes Niedersachsen, Karl Finke, im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung integrative Fußballmannschaften behinderter und nichtbehinderter Menschen gezielt zu fördern und den Fußballbetrieb als Modell für ganz Deutschland zu organisieren. Gleichgültig ob behinderter und nichtbehinderter Bürger Niedersachsens, jeder kann seinen Platz in einer der niedersächsischen Fußballmannschaften haben und findet ihn auch", so Karl Finke, der Thomas Broich für sein besonderes Engagement dankte.
Quelle: Rehacare
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