Handbiker beim 35. GutsMuths-Rennsteiglauf
Erfurt (kobinet) Einer von 12 Handbikern beim 35. GuthsMuths-Rennsteiglauf am vergangenen Wochenende war Joern-Peter Grell aus Erfurt. Mit seinem Vorspannbike kam er in 1:41:50 über die 19 Kilometer lange Strecke. Für kobinet schilderte der Freizeitsportler seine Eindrücke vom legendären
Rennsteiglauf und von der Reise nach Oberhof.
Eine besondere Streckenführung und qualifizierte Begleitung auf Fahrrädern garantierten einen schönen Lauf bei herrlichem Wetter. Die Rollstuhlstrecke hat eine Länge von 19 Kilometer und verläuft zu großen Teilen auf der Landstraße zwischen Oberhof und Schmiedefeld. Der höchste Punkt an der Schmücke lag bei 916 Meter. Dieser Lauf ist nicht zu vergleichen mit einem Stadtmarathon. Er ist einfach Natur pur, umrahmt von unzähligen Laufbegeisterten.
Der Erfurter bedankte sich für die Leserbriefe zu seinem ersten Oberhof-Bericht (
kobinet 9.5.07). Er wollte die Regel "Nur eine schlechte Meldung ist eine gute Meldung" einfach mal durchbrochen wissen.
Weiter berichtet Joern-Peter Grell
Wenn ich nebenbei ganz unbeabsichtigt erreicht habe, zu einer Fahrt nach Oberhof anzuregen, dann ist das ein sehr schöner Nebeneffekt und ich lade gerne nach Thüringen ein, auch wenn es von der Geländebeschaffenheit nicht gerade das Paradies für Rollstühle zu sein scheint. Aber mit etwas Mut und Offenheit (und Planung) lassen sich selbst "Berge versetzen".
Doch zuvor ein Nachtrag zum Bericht vom 9. Mai, in dem mir leider ein kleiner Fehler unterlaufen ist. Nicht, wie ich schrieb, ein weiterer Busfahrer der Firma Herrmann war es, der mich zum Bahnhof Oberhof fuhr und mir am Bahnsteig half, sondern es war ein Mitarbeiter der
Firma Werner. Ich bitte um Entschuldigung für diesen unbeabsichtigten Fehler meinerseits. Allerdings beginnt hier schon die fast unglaublich Fortsetzung meiner "Guten Fahrt nach Oberhof". Nach meinem erfolgreichen Test von Anfang Mai sah ich meiner Teilnahme am 35. Rennsteiglauf am 19. Mai gelassen, aber nicht planlos, entgegen.
Ich wollte es jetzt aber ganz genau wissen und griff den Gedanken der Mobilitätszentrale auf. Sollte es tatsächlich möglich sein, dass ein "verwegener Rollifahrer" es schafft Gleisänderungen zu bewirken? Unerschrocken rief ich also, wie es mir ja empfohlen war, bei der Südthüringenbahn in Meiningen an. Und wieder wurde ich nett und zuvorkommend behandelt und mir wurde per telefonischem Rückruf mitgeteilt, dass am 18.05.2007, 17:06 der Zug STB82969 außerplanmäßig in Oberhof am Gleis 1 ein- und ausfährt. Das war Schritt Eins. Nun rief ich die bereits erwähnte Firma Werner an (die von Oberhof Bahnhof in den Ort fährt) und teilte meinen Reisewunsch mit. Und wieder dieses "kein Problem, wir setzen für diese Fahrt dann einen Niederflurbus mit einer ausklappbaren Rollstuhlauffahrrampe ein". Und so wurde ich also am Freitag um 16:07 vom Triebfahrzeugführer am Erfurter Hauptbahnhof persönlich begrüßt. "Ich weiß bescheid, Sie wollen nach Oberhof, Gleis 1. Kann ich Ihnen beim Einsteigen helfen?"
Dann kam die Ernüchterung auf dem Oberhofer Bahnhof. Die Schranke, welche ich bei meinem Test elegant umfahren konnte, erwies sich als eine Einbahnstraße. Denn merke: "Einen Absatz nach unten bewältigt man aus der Drehung leichter als einen Absatz nach oben." So drehte ich mich also immer wieder und wieder und würde mich vielleicht noch heute drehen, wäre da nicht ein netter Radfahrer gekommen, der mir den fehlenden Schubs in die Drehung gegeben hat. Und wie es in - scheinbaren - Märchen so ist, hat natürlich der Busfahrer auf mich gewartet und sogleich die Rampe ausgeklappt, als ich dann angerollt kam. Fazit: "Gut angekommen mit Bus und Bahn".