Bottrop (kobinet) In den verbleibenden knapp drei Monaten bis zur Fußball-Weltmeisterschaft der Menschen mit Behinderung muss die deutsche Mannschaft noch hart arbeiten. Nationaltrainer Willi Breuer bemängelte in einem Interview mit FUBA-NET und RevierSport "fehlende organisatorische Unterstützung im weiteren Umfeld der Nationalmannschaft". Nach dem mit 1:6 verlorenen Spiel gegen Titelverteidiger England in Xanten (
kobinet 14.5.06), dem letzten ernsthaften Test vor der WM, sagte Breuer, wer in Xanten dabei war, "konnte schnell erkennen, wo es hapert". Die Abstimmung habe einfach noch nicht gestimmt.
"Gerade in der Abwehr stehen wir nicht so, dass wir auch nur annähernd mit dem Top-Favoriten mithalten können. Diese Defizite schleppen wir allerdings schon eine ganze Weile mit uns herum", sagte der Trainer vom Deutschen Behindertensportverband (DBS). Grund dafür sei in erster Linie "die fehlende organisatorische Unterstützung im weiteren Umfeld der Nationalmannschaft". Die einzelnen Spieler müssten noch mehr getestet werden und vor allem kontinuierlich bei den Lehrgängen anwesend sein. Am Samstag fehlten drei eminent wichtige Spieler. Sie waren trotz klarer Absprachen nicht erschienen.
Breuer sieht enorme organisatorische Probleme im Hintergrund. Die Verbände einerseits und das soziale Umfeld andererseits seien gefordert. " Wir müssen noch hart arbeiten, um die Hauptrunde zu erreichen. Dies ist in unserer Gruppe aber realistisch, denn keine andere Mannschaft im Turnier hat die Klasse der Engländer. Von der Dynamik, der Spielaufteilung und der Cleverness ist England allen ein großes Stück voraus", so der Trainer.
Angesprochen auf "Grabenkämpfe zwischen den beiden Hauptveranstaltern Lebenshilfe und DBS" meinte Breuer: "Es kommt zu Diskrepanzen zwischen Ansprüchen und Möglichkeiten. Bei mir treffen fast täglich Anfragen zu Spielen oder Spielern ein. Alle wollen Testspiele gegen uns machen, wir sollen omnipräsent sein, aber die Rahmenbedingungen haben sich nicht geändert. Sicherlich leistet die Lebenshilfe viel für die gesellschaftliche Kampagne und setzt gute Akzente, aber ihr Terminvolumen ist zu groß. Es ist nicht alles möglich, was man sich ausdenkt. Viel wichtiger ist es im sozialen Umfeld der Spieler zu arbeiten. Man muss mit ihren Vereinen sprechen, in ihre sozialen Einrichtungen gehen, um überhaupt die Basis für alles zu legen." sch
Quelle: Rehacare