Oscar Pistorius will bei Olympischen Spielen 2008 starten
Oscar Pistorius will bei Olympischen Spielen 2008 starten
Hamburg (kobinet) Der beinamputierte Läufer Oscar Pistorius könnte nach Auskunft des internationalen Leichtathletikverbandes IAAF bei den Olympischen in Peking dabei sein. "Pistorius darf starten", so zitiert das Nachrichtenmagazin Spiegel (16.7.07) den IAAF-Sprecher, "zumindest bis wissenschaftlich erwiesen ist, ob seine Prothesen einen unfairen Vorteil darstellen." Der Spiegel informiert in einem ausführlichen Bericht über einen einen erbitterten Streit, der die Sportwelt spaltet: "Stellen Kunstbeine eine Art Techno-Doping dar?"
Der 20-jährige Leichtathlet, der mehr als 20 Weltrekorde im Behindertensport gebrochen hat, trat im März gegen nichtbehinderte Läufer an und wurde südafrikanischer Vizemeister über 400 Meter. Auch bei internationalen Wettbewerben in Rom und London konnte er sich mit Konkurrenten messen, die zum Teil zur Weltelite zählen. "Damit hat Pistorius bereits heute Sportgeschichte geschrieben: durch das Aufweichen der Grenze zwischen Sport für Behinderte und Nichtbehinderte", schrieb der Spiegel.
Die Prothesen des Läufers wurden in Island bei der Firma Össur gefertigt. Sie bestehen aus Karbonfaserplatten, die mit Kunstharz unter extrem hohen Druck zusammengeleimt wurden - eine Technik, die ursprünglich aus der Raumfahrtindustrie stammt.
Zum Team Össur gehört unter anderen auch der mehrfache deutsche Paralympicssieger Wojtek Czyz. Der größte Konkurrent von Össur kommt aus Duderstadt. Das Familienunternehmen Otto Bock exportiert in über 140 Länder und gilt als Weltmarktführer. Kritiker warnen, so der Spiegel, dass die Paralympics zu einer Leistungsschau der Hersteller werden können - "statt Nike gegen Adidas hieße es dann: Össur gegen Otto Bock".
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