Melissa Stockwell trainiert für Peking
Jacksonville/Florida (kobinet) Melissa Stockwell trainiert für die Schwimmwettbewerbe der Paralympics 2008 in Peking. Die 27-jährige Amerikanerin hat 2004 im Irak-Krieg ein Bein verloren. Seit dem vergangenen Jahr gehört sie zum Führungsteam von
Wounded Warrior Project, einer der Organisationen in den USA, die Kriegsversehrte für den Behindertensport motivieren will.
Mit ihrer Rehabilitation versuchte sich Melissa Stockwell in verschiedenen Sportarten. Sie fuhr Monoski, nahm mit dem Handkurbelvelo am Marathon in New York teil und bestritt mehrere Triathlon-Wettbewerbe. Im Schwimmen hofft sie nun, die Nominierungsnorm für Peking zu schaffen.
An die 600 US-Soldaten wurden seit Beginn des Krieges am 20. März 2003 so schwer verwundet, dass ihnen Gliedmaßen amputiert werden mussten. Nach der medizinischen Erstversorgung im Irak wurden viele von ihnen im deutschen Landshut weiter behandelt, wo sich das größte Lazarett der US-Armee außerhalb der Vereinigten Staaten befindet. Melissa Stockwell war die erste Frau der Armee, die im Irak amputiert wurde.
Der Behindertensport in den USA erlebt durch den Krieg einen noch nie da gewesenen Zuwachs. "Die Soldaten sind jung, zäh und diszipliniert, ihre Ausbilder haben sie gedrillt, unerbittlich zu sein mit sich selbst", schrieb das Nachrichtenmagazin Spiegel (30.7.07) in einer mit "Der zweite Einsatz" betitelten Reportage. "Das macht sie zu idealen Athleten, und deshalb wird bei den Paralympics mindestens jeder zehnte, vielleicht sogar jeder sechste Amerikaner ein Irak-Veteran sein."