Andrea Eskau mit Startnummer 1.
Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl
Berlin (kobinet) 237 Rollstuhl-Sportler sind für den Berlin-Marathon am kommenden Sonntag gemeldet - eine Rekordbeteiligung. Um 9 Uhr fällt auf der Straße des 17. Juni der Startschuss für 40.215 Läuferinnen und Läufer. Kurz davor legen ab 8:35 Uhr die Rollstuhlfahrer und Handbiker los.
Am Streckenrand werden wieder rund eine Million Sportbegeisterte erwartet. Bei diesem vom Rundfunk Berlin-Brandenburg im Fernsehen übertragenen Ereignis sorgen sie mit ihrem Beifall, mit Trommeln und Trillerpfeifen, mit selbstgebastelten Schildern und Transparenten, mancherorts auch mit Sambatänzen für Stimmung. Zusammen mit dem Inline-Skater-Wettbewerb und dem Mini-Marathon der Schüler am Vortag sind 58.864 Teilnehmer aus 115 Ländern gemeldet.
Aus der ersten Reihe startet am Sonntag Andrea Eskau (Startnummer HF 1) vom Universitätssportclub Magdeburg. Bei den Radsport-Weltmeisterschaften in Bordeaux hat sie im Straßenrennen über 39,6 Kilometer und im Zeitfahren Gold und das Regenbogentrikot der Weltmeisterin erobert. Dorothee Vieth vom Radsportclub Hamburg sorgte in Bordeaux für deutsche Doppelerfolge und ist mit Startnummer HF 2 in Berlin dabei (
kobinet 26.8.07).
Heinz Frei, der Schweizer Seriensieger im Rennrollstuhl, hat sich in Bordeaux nicht ganz so erfolgreich im Wettstreit der Männer mit dem schnelleren Handkurbel-Velo versucht. In Berlin kehrt der Ausnahmeathlet vom RC Solothurn mit Startnummer R 1 zum bewährten Rennrollstuhl zurück. Macht der "Altmeister" seinen 18. Sieg in Berlin perfekt?
Vorjahressieger Wim Decleir, der bei den Handbikern den Streckenrekord beim Berlin-Marathon auf 1:11:03 schraubte, wird sich mit Startnummer H 1 einer noch stärker gewordenen Konkurrenz zu erwehren haben. Wenn schlechtes Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, müsste der belgische Sieger auf dem schnellen Berliner Asphalt von 2005 und 2006 in diesem Jahr neuen Streckenrekord fahren, um zu gewinnen.
Für einmalige Stimmung, zunehmende Beteiligung und immer wieder neue Bestzeiten ist der Berlin-Marathon über die Grenzen hinaus bekannt geworden, wird schon mit Boston, London, Chicago und New York verglichen. Welche neuen Talente wittern hier am kommenden Wochenende ihre Chance?