Habe diesen Beitrag am 30.10.2006 in der Zeitung gelesen.
Ich komme leider erst jetzt dazu ihn mal hier einzustellen.
Wie ich finde zeigt er, was ohne Vorurteile und Ausgrenzung möglich ist.
Zitat:
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Zitat von Westfalenpost vom 30.10.2006
Soest. Schüler gründen eine Firma. Na gut, aber vom Hocker reißt das auch niemanden mehr. Denn Schülerfirmen gibt es inzwischen überall - mit mehr oder weniger langem Haltbarkeitsdatum. Doch bei Art-Metallica ist fast alles anders als bei anderen Schülerfirmen.
Das Unternehmen gibt es schon seit fünf Jahren. Dass an sich ist schon bemerkenswert. Wichtiger ist aber, dass Art-Metallica eine Firma an der Soester Bodelschwingh-Schule für Geistigbehinderte ist.
Hier werden Kinder und Jugendliche auf ein möglichst eigenständiges Leben vorbereitet. Dazu gehört auch die Vermittlung von handwerklichen Grundlagen. Dafür hat die Schule Werkstätten, in denen die Schülerinnen und Schüler mit Holz und Metall arbeiten.
"Wir können mehr", sagten sich Barbara Pichmann-Humpert und Hartmut Westermann vor fünf Jahren und meldeten ihre Klasse für das "Junior"-Projekt des Instituts der Deutschen Wirtschaft an. Das war die Geburtsstunde von Art-Metallica. Bei "Junior" schlüpfen Schüler in die Rolle von Unternehmern. Pichmann-Humpert und Westermann leiten die Berufsbildungsstufe an der Soester Schule.
"Wir hatten eigentlich mit einer Ablehnung gerechnet", erinnert sich Westermann. Doch die Kölner Wirtschaftsexperten waren von der Idee angetan und akzeptierten die Bewerbung.
Kunstgewerbe aus Metall produzieren und selber vermarkten - für Jugendliche, die eine Schule für Geistigbehinderte besuchen, ist das eine besondere Herausforderung.
Alle Aufgaben, die in einer Firma zu erledigen sind, wurden auf die Jugendlichen verteilt. Bei der Buchführung holte sich Art-Metallica allerdings externe Hilfe. "Das können unsere Schüler nicht allein", weiß Barbara Pichmann-Humpert.
Andere Schülerfirmen verschwinden nach Ende des Projekts wieder in der Versenkung. Anders Art-Metallica: Das Unternehmen behauptet sich nach wie vor am Markt.
13 Jugendliche im Alter von 17 bis 19 Jahren gehören zur Belegschaft. Die hat seit Schuljahresbeginn fast komplett gewechselt. Die erfahreren Mitarbeiter haben ihre Schulzeit beendet und besuchen jetzt beschützte Werkstätten. Das neue Personal müssen Barbara Pichmann-Humpert und Hartmut Westermann erstmal einarbeiten.
Beim Angebot reagiert Art-Metallica auf den Markt. Hergestellt werden Kunstgewerbe-genstände aus Metall - vom Halter für Teelichter bis zu Topfuntersetzern.
Bei Stadtfesten oder Weihnachtsmärkten bauen die Schüler ihren Stand auf und bringen die Waren unter die Leute. Bestellungen sind auch per Internet möglich. Globalisierung ist für Art-Metallica kein Thema: Mit dem "Collegio Paula Frassinetti" im spanischen Aviles pflegt die Firma seit gut einem Jahr Geschäftsbeziehungen. "Wir haben regelmäßig Kontakt", freut sich Westermann.
Ein Projekt wie Art-Metallica kann nur mit besonderem Engagement funktionieren. "Da steckt Herzblut drin", sagen Barbara Pichmann-Humpert und Hartmut Westermann. Als Anerkennung für ihren besonderen Einsatz hat Schulministerin Barbara Sommer Lehrerin Pichmann-Humpert zusammen mit anderen Persönlichkeiten, die sich um das Schulleben besonders verdient gemacht haben, in Düsseldorf ausgezeichnet. "Es gibt in unseren Land viele tausend Menschen, denen es nicht gleichgültig ist, was in den Schulen und mit unseren Kindern passiert", lobte Ministerin Sommer.
Von Martin Huckebrink
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Grüße
Bifi