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eindrücke einer mutter eines behinderten kindes mit Migrationshintergrund
Eindrücke als Mutter einer behinderten Tochter mit Migrationshintergrund
Gülsün Firat
IKO-Verlag 2006, 220 Seiten
„Das Leben mit einem behinderten Kind ist immer eine Herausforderung.“ So beginnt der Klappentext dieses Buches. Die Autorin Gülsün Firat beschreibt im Tagebuchstil die ersten zehn Lebensjahre mit ihrer Tochter Nerman. Sie selbst ist in der Türkei geboren und hat dort das Abitur absolviert. Im Rahmen der Familienzusammenführung kam sie zu ihren Eltern nach Deutschland, wo sie studierte und promovierte.
Sehr beeindruckend und mitreißend beschreibt Frau Firat zunächst die Geburt und die ersten Monate im Krankenhaus. Neben ihren Gefühlen von Glück, Freude und Begeisterung aber auch von Kummer, Angst und Trauer schildert die Autorin ebenso, wie sie von Ärzten, Schwestern, dem Medizinischen Dienst, den verschiedenen Ämtern sowie mit Kindergarten- und Schulleitung behandelt wurde. Oft erlebt sie viel Hilfe, hier und da werden ihr Steine in den Weg geworfen, und bei großen Entscheidungen ist sie als Mutter doch oft auf sich allein gestellt. Immer wieder habe ich als Leserin des Buches und gleichzeitig Mutter einer behinderten Tochter die Schwierigkeiten der Autorin als gebürtige Ausländerin wahrgenommen, gleichzeitig aber festgestellt, dass sich ihre und meine Probleme doch sehr ähneln.
Eine weitere Facette in diesem reichhaltigen Buch sind die Reaktionen und die Unterstützung ihres Mannes, ihrer Tochter, der Verwandten und Freunde. Auch hier ist die Bandbreite groß – von Akzeptanz und liebevoller Zuwendung bis fast an Missachtung grenzend.
Auch für Leser ohne Migrationshintergrund ist dieses Buch sehr empfehlenswert. Verwundert bin ich allerdings über die doch recht häufig auftretenden Rechtschreib- und Grammatikfehler, die meines Erachtens durch Korrekturlesung seitens des Verlages hätten vermieden werden können.
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