ich weiss alles
Ich weiß alles!
Alyssa Brugman
„Ich weiß alles!“ ist eine spritzige Story, voll authentischer Situationen, netter Begegnungen, ernsthafter Erkenntnis, lustiger Begebenheiten und lebendigen Alltagerlebens.
Nachdem die 18-jährige Rachel die Schule beendet hat, wird sie Betreuerin, häusliche Pflegerin und Mitbewohnerin der nach einem Unfall hirngeschädigten Grace. Parallel dazu beginnt sie ein Studium.
Die erste Zeit der Annäherung ist geprägt von Angst, Ekel, Unverständnis und Überforderung. Zu Beginn ist Grace für Rachel eine unheimliche Frau ohne Persönlichkeit, die nicht spricht, von sich aus nicht aktiv ist, keinen Blickkontakt aufnimmt und ihr zunächst völlig fremd bleibt. Der Alltag muss erst gelernt und die Verantwortung in die Praxis umgesetzt werden.
Nach und nach nimmt sie Grace in Ihrer Person wahr. Mehr und mehr entwickelt sich eine tiefe verstehende Verbindung zwischen beiden. Grace zeigt kleinste Anzeichen von zwischenmenschlicher Kontaktaufnahme.
Rachel wird bewusst, dass sie überhaupt nichts von Grace weiß. Sie findet einen Karton mit Briefen, der ihr die Grace vor dem Unfall näher bringt und doch viele Fragen offen lässt.
Wer ist eigentlich Mr. Preston, der sie für diesen Job angeworben hat? Welche Beziehung hatte er zu Grace?
Die Geschichte ist geprägt durch sich auf wunderbar leichte und doch authentische Weise verbindende Gegensätze. Die lebendige Rachel in ihrer Beziehung zu der in sich eingeschlossenen Grace. Die Rachel, die selbstbewusst auftritt und alles weiß in krassem Kontrast zu der Rachel, die bei jeder Gelegenheit errötet und auf kindliche Art mit diesem Erröten umzugehen versucht. Rachel, die Verantwortung für die durch einen Unfall hirngeschädigte Grace trägt und sich doch in einer Krise in den Schutz ihrer Mutter begibt.
Zu Anfang des Buches schreibt Rachel in ihrer lebendigen und jugendlich frischen Art immer wieder davon, dass sie ja achtzehn Jahre alt ist „und alles weiß – na gut nicht alles, aber doch eine ganze Menge über eine ganze Reihe von Dingen
In den letzten Kapiteln des Buches überwältigt sie eine tiefe Traurigkeit. Auf der Suche nach der Wahrheit hinter allem Erlebten und dem Schicksal von Grace nähert sie sich der Erkenntnis: „Ich bin 18 und vor kurzem habe ich entdeckt, dass ich sehr wenig weiß“ (S. 241)
Das Buch bietet kein Happy End aber ein offenes, Hoffnung machendes Ende. Ein Ende, das Zukunft ermöglicht. Die Story ist so echt, dass der Leser tief in diese leichte und doch intensive Geschichte eintauchen kann.
Zu gerne möchte man mehr über die Protagonisten dieses Buches erfahren: Wird sich das in Grace entdeckte Leben weiter zeigen können? Vielleicht sogar weiter ausbauen? Wie wird Rachels berufliche und private Zukunft aussehen? Und wie das ihrer Mutter Miriam und das von Alistair Preston?
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