Produktinformation
- Amazon-Verkaufsrang: #207013 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2002-07
- Einband: Gebundene Ausgabe
- 240 Seiten
Aus der Amazon-Redaktion
Aus der Amazon.de-Redaktion
Sie können nicht ohne Hilfe ihren Alltag meistern, spielen aber hinreißend Klavier. Sie gehen auf Sonderschulen, können aber von jeder beliebigen Zahl sagen, ob es sich dabei um eine Primzahl handelt. Ein normales Gespräch ist ihnen nicht möglich, aber sie malen ausdrucksstarke Bilder und verfassen Gedichte. Gemeint sind die "Savants", Menschen mit einer geistigen Behinderung, die aber gleichzeitig ein ausgeprägtes Talent auf einem bestimmten Gebiet besitzen. Die meisten dieser "Inselbegabungen" treten bei Autisten auf, und seit dem Film
Rain Man sind sie auch der breiten Öffentlichkeit ein Begriff.
Doch wie kommt solch eine Begabung zu Stande? Warum tritt sie so häufig bei Autisten auf? Die Psychologin Beate Hermelin erforscht seit über 20 Jahren autistische Menschen mit ungewöhnlichen Begabungen. Ausführlich erzählt sie von den verschiedenen Fällen, beschreibt die oft sehr raffinierten Testverfahren, mit denen sie das Phänomen durchleuchtet und präsentiert ihre Analyse. Diese gibt nicht nur faszinierende Einblicke in die Arbeitsweise der Experimental-Psychologie und die Welt autistischer Menschen, sondern beschäftigt sich auch mit der Frage: Was ist Talent? Was geht im Kopf eines Menschen vor sich, der Musik hört, der ein Bild malt, der eine Rechenaufgabe löst?
Das im Buch vorgestellte Erklärungsmodell der "schwachen zentralen Kohärenz" leuchtet bis zu einem gewissen Grad ein. Eine erschöpfende Erklärung des "Savant-Phänomens" ist damit allerdings nicht erreicht und wohl auch nicht beabsichtigt. Gewünscht hätte man sich zwar noch die Erwähnung aktueller neurophysiologischer Ansätze, diese sind für sich genommen allerdings ähnlich unbefriedigend.
Die große Stärke des Buches besteht daher weniger in der Klärung als in der eindrucksvollen Schilderung des geheimnisvollen geistigen Phänomens. Hermelins Respekt und Hochachtung vor den autistischen Menschen kommt dabei deutlich zum Ausdruck, ohne dass sie deren Behinderung romantisch verklärt. Die intensive, persönliche Erzählweise und eine Mischung aus Menschlichkeit und wissenschaftlicher Präzision machen
Rätselhafte Begabungen zu einer ebenso unterhaltsamen wie anregenden Lektüre.
--Birgit Will
Kurzbeschreibung
Christopher ist 37 Jahre alt. Er hat nie eine normale Schule besucht und lebt in einem Heim einer betreuten Wohngruppe. Aber er beherrscht sieben Fremdsprachen. Christopher ist das, was man früher einen 'Idiot savant' genannt hat, also jemand, der trotz schwerwiegender Lernschwierigkeiten eine hervorstechende Begabung auf einem bestimmten Gebiet besitzt.
Die international bekannte Autismusforscherin Beate Hermelin erzählt uns seine Geschichte und die anderer "Savants", die sie über mehr als zwanzig Jahre beobachtet und betreut hat. Sie geht dabei der Frage auf den Grund, ob diese so erstaunlichen Phänomene ein Schlüssel sind zum Verständnis menschlicher Intelligenz und des menschlichen Denkens.
Da ist zum Beispiel Kate, 40 Jahre alt, die nicht in der Lage ist, eine Konversation zu führen, und dennoch wunderschöne Gedichte verfasst. Da ist der Kalenderrechner, der aus dem Stegreif den Wochentag eines beliebigen Datums in der Vergangenheit nennen kann, und da ist der 'Savant', dessen Rechenleistung die von Spitzenmathematikern übertrifft. Die Autorin zeigt uns nicht nur, zu welchen außerordentlichen Leistungen sie fähig sind, sie erklärt auch, wie sie dieses anstellen.
Es ist ein Buch, das viel von der Faszination, der Freude und der Neugier vermittelt, die die Autorin im Umgang mit diesen Menschen verspürt hat. Viele Leser werden von dem Buch innerlich bewegt und fasziniert sein.