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Aus der Amazon.de-Redaktion
Paul lebt mit seinen Eltern in New York. Als er vier Jahre alt ist, bekommt er einen kleinen Bruder, der mit dem Down-Syndrom (Mongolismus) geboren wird. Von da an scheint sich alles nur noch um seinen behinderten Bruder namens Jakob zu drehen, sodass Paul sich zurückgesetzt fühlt. Nicht nur, dass Jakob immer im Mittelpunkt zu stehen scheint, auch seine Andersartigkeit bringt Paul so in Rage, dass er sich in eine starrköpfige Ablehnung hineinsteigert und sich seines Bruders schämt. Die Eltern möchten Paul nicht unter Druck setzen, zeigen viel Verständnis und sind um Ausgleich bemüht. Sie schreiten aber ein, wenn Paul gegen seinen Bruder ausfällig wird. Mit allerlei Tricks versucht Paul, ohne Jakob zu leben und möglichst nicht an ihn zu denken. Dabei gerät er in eine schmerzliche Isolation und wird zum eigentlich behinderten Kind der Familie. Der Großvater, zu dem Paul ein gutes Verhältnis hat, unternimmt viel, um die seelische Verhärtung seines Enkels aufzulösen und ihn behutsam zu neuen Einsichten zu führen. Zum Schluss kommt die ersehnte Wende mit einer "Erscheinung" an Jakobs siebtem Geburtstag. Die spirituelle Qualität dieser Szene lässt einen unwillkürlich an den biblischen Hintergrund der beiden Vornamen denken: fanatische Ablehnung und Umkehr (Saulus-Paulus), Bruderzwist und Versöhnung (Jakob und Esau).
Die Autorin begleitet Pauls Wege und Irrwege mit freundlicher Aufmerksamkeit, ohne voreilig zu werten. Durch die detailgenaue Beobachtung wird allerdings klar, dass Egoismus und Realitätsverleugnung absurde und peinliche Auswirkungen haben. Der trocken-sachliche und gleichzeitig warmherzig-humorvolle Stil von Paula Fox ist durchaus mit
Erich Kästners besonderer Erzählkunst vergleichbar.
--Stephan Schmidt
Perlentaucher.de
Buchnotiz zu : Die Zeit, 08.11.2001
Keine bemühte Problemlösungsgeschichte, Gott sei Dank. Wir hören den Rezensenten aufatmen. Was Reinhard Osteroth in diesem Buch stattdessen begegnet ist, hat ihn offenbar überzeugt. Die Geschwistergeschichte um das Down-Syndrom, so gibt er uns zu verstehen, kreist beharrlich in kleinen Bewegungen, die zwar an der Sache nichts ändern, dafür aber "in faszinierender Dichte" und "ohne wohlfeile Passagen der Einfühlung" die Not des Helden protokollieren. Dem "untergründigen Spannungszustand" zwischen den Geschwistern, in dessen Mitte, wie der Rezensent erklärt, die Verweigerung einer Begegnung der beiden steht, kann Osteroth einiges abgewinnen.
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