
s gibt eine immense Zahl definierter genetischer Syndrome. Werden Eltern bei der Geburt ihres Kindes, oder oft auch erst Monate oder Jahre danach, mit der Diagnose eines genetischen Syndromes konfrontiert, so stehen sie oft allein da. Auch die so genannten Fachleute können oft nicht weiterhelfen, da sie selbst noch nie ein Kind mit diesem bestimmten Syndrom kennen gelernt haben.
An diese “Fachleute” – Ärzte, Psychologen, Pädagogen und Therapeuten – richtet sich dieses Buch. Es möchte eine Orientierungshilfe für die Elternberatung und die Planung von pädagogischen und therapeutischen Interventionen sein. Selbstverständlich sind in diesem Buch nicht alle genetischen Syndrome dargestellt. Sarimski beschränkt sich auf Syndrome, die zumindest bei manchen Kindern mit einer Lern- oder einer geistigen Behinderung einhergehen, die in der klinischen Praxis relativ häufig vorkommen und zu denen Sarimski eigene Erfahrungen beitragen kann.
Er legt den einzelnen Syndromen das Konzept eines Verhaltensphänotyps zugrunde. Dies bedeutet, dass Kinder mit genetischen Syndromen charakteristische Entwicklungs- und Verhaltensmerkmale haben. Das Wissen um den jeweiligen Verhaltensphänotyp ermöglicht eine genauere Beschreibung und somit eine bessere Form der Diagnosemitteilung und Erstberatung für die Eltern. Zudem kann das Wissen um syndromspezifische Gemeinsamkeiten gerade in der Konfrontation mit schwierigen Verhaltensweisen von Schuldgefühlen entlasten.
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