Die Denkerin, die ich bin
Von kobinet-Redakteurin Elke Bartz
Hollenbach (kobinet) Gerade einmal 15 Jahre alt ist Barbara Villscheider als ihr erstes Buch erscheint. Als Werk einer nicht sprechenden Jugendlichen mit Autismus bieten ihre Texte einen tiefen Einblick in ihr Wesen und ihre Sehnsüchte.
Barbara Villschneider hatte Glück, als Tochter einer Mutter geboren worden zu sein, die schnell erkennt, dass mit ihrer Tochter "etwas nicht stimmte" und früher als dies oft genug geschieht, auch herausfindet, was das war bzw. ist.
Als Barbara das letzte Jahr in den Kindergarten geht, lernt ihre Mutter die Gestützte Kommunikation (FC) kennen. Damit bietet sich für Barbara wie für viele andere Menschen mit Autismus, die nicht sprechen können, endlich ein Ausweg aus der Sprachlosigkeit.
Schnell stellt es sich heraus, dass sie schon lesen kann. Und mit Hilfe der Gestützten Kommunikation lernt sie ebenfalls sehr schnell, ihre "Sprachlosigkeit" über die FC mit dem Computer aber auch handschriftlich zu überwinden.
Es entstehen Gedichte, Dialoge und Briefe, die in der ihr eigenen Sprache sehr poetisch klingen. Diese Sprache erinnert an die von Rebecca Klein, ebenfalls eine junge Frau mit Autismus, die das Buch "Leinen los ins Leben" veröffentlicht hat (
siehe auch).
Barbara Villschneiders Texte wurden nicht mit dem Gedanken, veröffentlicht zu werden, geschrieben. Dadurch sind sie sehr persönlich gehalten. Zu schade aber, als dass sie nur einigen wenigen Menschen zugänglich sind, dachten ihre Mutter und ihre Unterstützerinnen. Und so fassten sie mit Barbara Villschneiders Zustimmung den Entschluss, die Texte für das in der Edition Raetia erschienen Buch zusammenzustellen.
Herausgekommen ist dabei ein anrührendes lesenwertes, 122 Seiten umfassendes Werk, das durch eine beiliegende CD mit 27 gesprochenen Texten. elba
"Die Denkerin, die ich bin", 122 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, ISBN 88-7283-188-1, 15 Euro.