Einer neuen Epilepsiebehandlung auf der Spur Bei einer Astrogliose handelt es sich um bestimmte strukturelle und funktionelle Veränderungen der so genannten Astrozyten, auch Sternzellen oder sternförmig verzweigte Gliazellen des zentralen Nervensystems (ZNS) genannt. Epilepsiepatienten weisen häufig eine derartige Astrogliose auf. Bislang war allerdings nicht bekannt, welcher Zusammenhang zwischen einer Epilepsie und dieser Veränderung der Astrozyten tatsächlich besteht. Wissenschaftler der Legacy Clinical Research, Portland, USA, haben nun jedoch in Versuchen mit Labormäusen herausgefunden, dass in den Bereichen des Gehirns, in denen eine Astrogliose vorliegt, epileptische Anfälle auftreten und dort ein bestimmter Eiweißstoff, die so genannte Adenosinkinase (ADK) mengenmäßig erhöht ist. Erhöhten die Forscher im Versuch die ADK künstlich, so traten spontane Anfälle in den von einer Astrogliose betroffenen Hirnarealen auf. Darüber hinaus konnten bei weiterer Erhöhung des Proteins auch Anfälle in Arealen ausgelöst werden, in denen keine Astrozytenveränderungen vorlagen. Wurde der Anteil an ADK hingegen verringert, waren die Versuchstiere gegen Reize, die normalerweise eine Epilepsie ausgelöst hätten, immun. Die Forscher hoffen nun darauf, dass auf Basis des Eiweißstoffes neue Behandlungsmethoden für Epilepsiepatienten entwickelt werden können.
Beitrag im Deutschen Ärzteblatt, Januar 2008
Quelle: Epinews