Die
Endometriose ist eine häufige
gynäkologische Erkrankung. Etwa 10% aller Frauen erkranken in der Zeit zwischen der
Pubertät und den
Wechseljahren, in Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 40.000 Frauen. Die
Endometriose wird häufig erst spät (im Mittel 7-10 Jahre nach der ersten Schmerzsymptomatik) diagnostiziert.
Wie die normale
Gebärmutterschleimhaut verändern sich auch die Endometrioseherde während des
Menstruationszyklus. Die
Endometriose befällt meist den unteren Bauch- bzw.
Beckenraum. Häufig sind dabei die
Eierstöcke betroffen. Eine Ausbreitung auf die
Scheidenwand und den
Darm sind nicht selten. Sehr selten wurden Herde in der
Lunge und im
Gehirn beschrieben.
Ursachen [
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Die Ursachen für die Entstehung der
Endometriose sind noch immer nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass in erster Linie eine Verschleppung von vitalen Schleimhautzellen im Menstruationsblut über die Eileiter in die Bauchhöhle, dies in Verbindung mit einer angeborenen muskulären Überaktivität der Gebärmutter, stattfindet. Eventuell kann es sich auch um eine hormonell begünstigte Veränderung (
Metaplasie) von embryonalen Bauchhöhlenzellen (
Coelomepithel) handeln. Von vielen Wissenschaftlern werden auch sogenannte Umwelthormone wie beispielsweise
PCB,
DDT oder
Dioxine für eine Häufigkeitszunahme dieser Erkrankung verantwortlich gemacht. Diese Substanzen wirken unter anderem ähnlich wie das
Hormon Östrogen und könnten damit eventuell das
endokrine System bereits während der vorgeburtlichen Phase durcheinander bringen.
Betroffen sind meist
Frauen im gebärfähigen Alter. In der Regel tritt die Krankheit erkennbar aber erst zwischen dem 23. und 27. Lebensjahr auf. Es wurden jedoch bereits Fälle
vorpubertärer Endometriose beschrieben – bisher allerdings ohne wissenschaftliche Bestätigung. Während der
Menopause bilden sich die Endometriosen fast immer zurück.
Symptome
Leitsymptome der
Endometriose sind mit dem
Menstruationszyklus verbundene krampfartige Schmerzen von zunehmend größerer Intensität als "normale"
Regelschmerzen, aber auch chronische Bauch- und Rückenschmerzen vor der Periode und innere Schmerzen beim
Geschlechtsverkehr. Fast alle
Endometriose-Patientinnen benötigen Schmerzmittel in steigender Dosierung. Verlängerte und verstärkte
Menstruationsblutungen, eine vergrößerte Gebärmutter, erschwerter/schmerzhafter
Stuhlgang oder
erschwerte/schmerzhafte Harnentleerung können ebenfalls auftreten.
Viele Endometriosepatientinnen leiden unter unerfülltem Kinderwunsch (
Unfruchtbarkeit). Ursache hierfür dürfte zum einen die muskuläre Überaktivität der Gebärmutter mit der Folge einer verkürzten Verweildauer der
Spermien im Eileiter sein. Als Nebeneffekt dieser Überaktivität kommt es zu einer vermehrten Anhäufung von
genetisch fremden Spermien in der Bauchhöhle und einer Überaktivierung des Immunsystems. Gleiche Effekte entstehen durch den "chronischen Reizzustand", welchen die Endometrioseherde in der Bauchhöhle auslösen. Anzunehmen ist daher, dass Spermien innerhalb von Gebärmutter und Eileiter und auch eine befruchtete Eizelle als "genetisch fremd" wie ein Organtransplantat angegriffen werden. Zum anderen kann eine
Endometriose nicht selten zu
Verwachsungen von Eileitern und Eierstöcken mit Störung der Eizellaufnahme und auch zu Verschlüssen der Eileiter führen.
Viele Frauen, die ungewollt kinderlos bleiben, erfahren erst im Rahmen der Ursachenforschung (Sterilitätsdiagnostik) von ihrer
Endometriose. Wegen ihres oft schmerzfreien Verlaufs kann sie zu spät erkannt werden.
Stadieneinteilung Einteilung gemäß der WHO:[1]- Stadium I:
- Endometrioseherde im kleinen Becken <5 mm
- Endometrioseherde an der Portio <5 mm
- beide Eileiter (Tuben, von lat. Tuba uterina) frei durchgängig
- Stadium II:
- Endometrioseherde im kleinen Becken >5 mm
- Endometrioseherde an der Portio >5 mm
- Endometrioseherde am Dach der Harnblase
- Verwachsungen der Eierstöcke oder der Eileiter mit hochgradiger Verengung der Eileiter
- Blutsee im Douglas-Raum
- Stadium III:
- Adenomyosis uteri (Endometriose innerhalb der Muskelschicht der Gebärmutter)
- Endometriose am Tubenwinkel
- Schokoladenzysten der Eierstöcke
- Endometrioseknoten an den Ligamenta sacrouterinae (Teil des Halteapparats der Gebärmutter, zwischen Gebärmutter und Kreuzbein)
- Stadium IV:
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