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Alt 11.07.2006, 14:40
Nancy
 
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Standard Kawasaki-Syndrom bei Kindern

Bei dieser akut verlaufenden entzündlichen Erkrankung können alle Organe betroffen sein. Es kommt zu einer Gefäßentzündung, die alle Arterien des Körpers erfassen kann. Vor allem Kinder in den ersten fünf Lebensjahren erkranken am Kawasaki-Syndrom. Am häufigsten kommt es in den ersten beiden Lebensjahren vor. Pro Jahr verzeichnet die Statistik in der Bundesrepublik etwa 250 Neuerkrankungen. Jungen erkranken etwa doppelt so häufig wie Mädchen. Das Syndrom hat seinen Namen von dem Japaner Kawasaki, der die Krankheit 1967 erstmals beschrieb. Seit 20 Jahren wird das Kawasaki-Syndrom auch in Europa und den USA beobachtet.


Wie kommt es zum Kawasaki-Syndrom?

Bislang ist die Krankheitsursache unbekannt. Es wird aber angenommen, dass verschiedene Gift produzierende Bakterien oder Defekte der körpereigenen Immunabwehr für die Krankheit verantwortlich sind.



Was sind die typischen Symptome?

Zu den Hauptanzeichen zählen:
  • Hohes Fieber ohne erkennbare andere Ursache, das länger als fünf Tage andauert und nicht durch die Gabe von Antibiotika bekämpft werden kann
  • Lymphknotenschwellung im Nacken- und Halsbereich
  • Hochrote, rissige Lippen
  • Himbeerzunge
  • Rötung und Schwellung der Mundschleimhaut
  • Flächenhafte Ausschläge an Brust, Bauch und Rücken, die sehr unterschiedlich aussehen, auch teilweise Masern oder Scharlach ähneln können
  • Starke Rötung der Handflächen und Fußsohlen, nach zwei bis drei Wochen Schuppung der Fingerspitzen
  • Durch verstärkte Füllung der Bindehautgefäße rot erscheinende Augen
Zusätzlich können noch andere Organe entzündet sein:
  • Ist der Magen-Darm-Trakt betroffen, kommt es zu Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Die Gelenke können schmerzhaft angeschwollen sein.
  • Die Gelenke können schmerzhaft angeschwollen sein.
  • Bei einer Entzündung der Hirnhäute leidet das Kind unter Kopf- und Rückenschmerzen, steifem Nacken, bis hin zu Krämpfen und Bewusstseinstrübung.
  • Nieren und ableitende Harnwege können in Mitleidenschaft gezogen sein. Folgen sind schmerzhafter Harndrang und erschwertes Wasserlassen.
  • Herzmuskel, Herzbeutel und die Herzkranzgefäße können angegriffen sein.
  • Auch die Leber und - seltener - die Galle können mitbetroffen sein.

Welche Komplikationen können auftreten?

Die gefürchtetste Komplikation ist die Bildung von Aneurysmen der Herzkranzgefäße (Koronararterien). Ein Aneurysma ist die Ausbuchtung eines arteriellen Blutgefäßes. Durch die Ausbuchtung wird die Gefäßwand an dieser Stelle dünner und kann leicht platzen (Ruptur). Deshalb sind Aneurysmen lebensbedrohlich.

Je länger das Kind unbehandelt am Kawasaki-Syndrom leidet, desto größer wird die Wahrscheinlichkeit, dass sich Aneurysmen bilden. Mit einer Therapie sollte deshalb so früh wie möglich begonnen werden. Bei einem Teil der Patienten bilden sich solche Aneurysmen trotz Behandlung nicht zurück, was letztlich zum Platzen der Gefäßwand oder zu krankhaften Verengungen der Gefäße (Stenose) führt.

Zu den lebensbedrohenden Begleiterscheinungen des Kawasaki-Syndroms auf Grund möglicher Aneurysmen-Bildung zählen:
  • Entzündung des Herzmuskels (akute Myokarditis)
  • Absterben von Teilen des Herzmuskels (Infarkt)
  • Entzündung des Herzbeutels (Perikarditis)
  • Herzrhythmusstörungen
Die Überlebensrate beim Kawasaki-Syndrom liegt heute bei über 99,5 Prozent.


Wie erkennt und behandelt der Arzt das Kawasaki-Syndrom?

Der Arzt erkennt die Krankheit vorwiegend an den typischen Hauptsymptomen. Nach einer intensiven Befragung wird er Ihr Kind gründlich untersuchen und ihm Blut abnehmen. Ein typisches Blutbild und stark erhöhte Entzündungsparameter unterstützen die Diagnose. Hat Ihr Kinderarzt Verdacht auf ein Kawasaki-Syndrom, wird er Ihr Kind zur weiteren Behandlung und Beobachtung in ein Krankenhaus einweisen. Dort werden zusätzliche Untersuchungen, unter anderem eine Ultraschall-Untersuchung des Herzens, durchgeführt. Bestätigt sich die Diagnose, erhält Ihr Kind neben Immunglobulinen auch Acetylsalizylsäure. Immunglobuline sind eine Gruppe spezieller Antikörper, die der Körper normalerweise selbst zur Abwehr fremder Substanzen bildet. Ist er dazu nicht in der Lage oder die Menge der körpereigenen Immunglobuline reicht nicht aus, erhält der Patient diese über entsprechende Medikamente. Acetylsalizylsäure wird zur Fiebersenkung eingesetzt und soll außerdem verhindern, dass sich die Blutplättchen zusammenballen. Ansonsten können sich Klumpen bilden, die die Gefäße verstopfen, den Blutfluss behindern und beispielsweise zum Herzinfarkt führen können. Wenn der Herzultraschall und die Blutwerte unauffällig sind, dauert die Therapie des Kawasaki-Syndroms mindestens sechs Wochen. Außerdem sind regelmäßige Nachkontrollen des Herzens bei einem Kinderkardiologen notwendig.


Was können Sie selbst tun?

Sie können dem Kawasaki-Syndrom weder vorbeugen noch die Erkrankung Ihres Kindes selbst behandeln. Suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf, wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Kind daran erkrankt sein könnte.



Quellen
Niessen: Pädiatrie
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  #2  
Alt 11.07.2006, 18:32
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evma evma ist offline
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Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

noch nie etwas davon gehört,aber klasse das dus reingesetzt hast
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  #3  
Alt 14.04.2007, 19:41
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
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Beiträge: 24.215
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Beschreibung

Das Kawasaki-Syndrom ist eine akut verlaufende entzündliche Erkrankung, die alle Organe betreffen kann. Es kommt zu einer Gefäßentzündung, die alle Arterien des Körpers erfassen kann. Vor allem Kinder in den ersten fünf Lebensjahren erkranken am Kawasaki-Syndrom. Am häufigsten kommt es in den ersten beiden Lebensjahren vor. Das Kawasaki-Syndrom wird auch als mukokutanes Lymphknotensyndrom (MCLS) bezeichnet.

Die Statistik in der Bundesrepublik verzeichnet etwa 250 Neuerkrankungen pro Jahr. Jungen erkranken etwa doppelt so häufig wie Mädchen. Das Syndrom hat seinen Namen von dem Japaner Kawasaki, der die Krankheit 1967 erstmals beschrieb. Seit 20 Jahren wird das Kawasaki-Syndrom auch in Europa und den USA beobachtet.
Die Ursache des Kawasaki-Syndroms ist unbekannt. Mediziner vermuten aber, dass verschiedene giftproduzierende Bakterien oder Defekte der körpereigenen Immunabwehr für die Krankheit verantwortlich sind.

Die Erkrankungshäufigkeit ist in Japan etwa zehnmal höher als in Europa oder Nordamerika. Deshalb wird auch eine genetische Veranlagung vermutet, die beim Kontakt mit dem Auslöser den Krankheitsausbruch begünstigt.

Zu den Hauptanzeichen des Kawasaki-Sydnroms zählen:
  • Hohes Fieber ohne erkennbare andere Ursache, das länger als fünf Tage andauert und sich nicht durch Antibiotika bekämpfen lässt.
  • Lymphknotenschwellung im Nacken- und Halsbereich;
  • Hochrote, rissige Lippen;
  • Himbeerzunge;
  • Rötung und Schwellung der Mundschleimhaut;
  • Flächenhafte Ausschläge an Brust, Bauch und Rücken; sie sehen sehr unterschiedlich aus und können Masern oder Scharlach ähneln;
  • Starke Rötung der Handflächen und Fußsohlen, nach zwei bis drei Wochen Schuppung der Fingerspitzen;
  • Rot erscheinende Augen durch verstärkte Füllung der Bindehautgefäße;
Zusätzlich können noch andere Organe entzündet sein:
  • Ist der Magen-Darm-Trakt betroffen, kommt es zu Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen;
  • Die Gelenke können schmerzhaft angeschwollen sein;
  • Bei einer Entzündung der Hirnhäute leidet das Kind unter Kopf- und Rückenschmerzen, steifem Nacken, bis hin zu Krämpfen und Bewusstseinstrübung;
  • Nieren und ableitende Harnwege können in Mitleidenschaft gezogen sein, die Folgen sind schmerzhafter Harndrang und erschwertes Wasserlassen;
  • Der Herzmuskel, Herzbeutel und die Herzkranzgefäße können angegriffen sein;
  • Auch die Leber und Galle (seltener) können mitbetroffen sein.

    Das Kawasaki-Syndrom lässt sich vor allem an den typischen Hauptsymptomen erkennen. Nach einer intensiven Befragung wird das Kind gründlich untersucht und Blut abgenommen. Ein typisches Blutbild und stark erhöhte Entzündungsparameter unterstützen die Diagnose.

    Vermutet der Kinderarzt bei Ihrem Kind ein Kawasaki-Syndrom, wird er es zur weiteren Behandlung und Beobachtung in ein Krankenhaus einweisen. Dort werden zusätzliche Untersuchungen durchgeführt, unter anderem ein Herz-Ultraschall.



    Das Kawasaki-Syndrom wird mit Immunglobulinen und Acetylsalizylsäure therapiert. Immunglobuline sind eine Gruppe spezieller Antikörper, die der Körper normalerweise selbst zur Abwehr fremder Substanzen bildet. Ist er dazu nicht in der Lage oder reicht die Menge der körpereigenen Immunglobuline nicht aus, erhält der Patient diese über entsprechende Medikamente.

    Acetylsalizylsäure wird zur Fiebersenkung eingesetzt. Das Mittel soll außerdem verhindern, dass sich die Blutplättchen zusammenballen. Sonst bilden sich Klumpen, welche die Gefäße verstopfen, den Blutfluss behindern und beispielsweise zum Herzinfarkt führen können.

    Sind der Herzultraschall und die Blutwerte unauffällig, dauert die Therapie des Kawasaki-Syndroms mindestens sechs Wochen. Außerdem sind regelmäßige Nachkontrollen des Herzens bei einem Kinderkardiologen notwendig.
Aneurysmen der Herzkranzgefäße (Koronararterien) sind die am meisten gefürchtete Komplikation bei einem Kawasaki-Syndrom. Ein Aneurysma ist die Ausbuchtung eines arteriellen Blutgefäßes. Die Gefäßwand wird an dieser Stelle dünner und kann leicht platzen (Ruptur). Aneurysmen sind deshalb lebensbedrohlich.

Je länger ein Kawasaki-Syndrom unbehandelt bleibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich Aneurysmen bilden. Mit einer Therapie sollte deshalb so früh wie möglich begonnen werden. Bei einem Teil der Patienten bilden sich solche Aneurysmen trotz Behandlung nicht zurück, was letztlich zum Platzen der Gefäßwand oder zu krankhaften Verengungen der Gefäße (Stenose) führt.

Zu den lebensbedrohenden Begleiterscheinungen des Kawasaki-Syndroms aufgrund von Aneurysmen sind:Die Überlebensrate beim Kawasaki-Syndrom liegt heute bei über 99,5 Prozent.
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