Nickelallergie
Rote Flecken, Quaddeln, Juckreiz - wenn Modeschmuck Probleme bereitet, liegt eine Nickelallergie nahe. Auch in vielen anderen Dingen kann sich das Metall verstecken.
Nickel ist ein Spurenelement und weit verbreitet – so kann es in der Luft, im Wasser und in der Erde nachgewiesen werden. Heute ist es wegen seiner Festigkeit und Hitzebeständigkeit häufig Bestandteil von Metalllegierungen. Nickel ist auch in vielen Dingen des täglichen Gebrauchs zu finden. Einige Beispiele hierfür sind: Schmuck, Brillenbügel, BH-Verschlüsse, Zahnersatz, Essbesteck, Knöpfe, Münzen, Türgriffe und Nägel. Kosmetika, Haushaltsgeräte und zahlreiche Nahrungsmittel können ebenfalls Spuren des Metalls enthalten. Auch hochwertige Silber- und Gold-Legierungen enthalten Nickelanteile.
Kontaktallergie
Der wiederholte Kontakt mit Nickel führt bei vielen Menschen zu einer Kontaktallergie. Fast jeder Zehnte reagiert auf das Metall allergisch. Damit ist die Nickelallergie die häufigste Kontaktallergie überhaupt. Das körpereigene Immunsystem verkennt Nickel als gefährlichen Fremdstoff und fängt an sich dagegen zu wehren. Spezielle weiße Blutkörperchen, die Lymphozyten, erkennen Nickel als nicht zum Körper gehörig und rufen Fresszellen, die so genannten Makrophagen, zu Hilfe, um das Metall zu entfernen: Es kommt zu einer allergischen Reaktion.
Dies geschieht aber nicht beim ersten Kontakt - bis die Abwehr steht, können Monate vergehen. Kommt dann der Körper später dann erneut mit Nickel in Berührung, treten die Beschwerden auch nicht sofort auf, sondern meist erst nach 12 bis 72 Stunden.
Symptome
Nickel ist gut wasserlöslich. Dies ist auch der Grund, warum allergische Reaktionen auf das Metall im Sommer häufiger zu beobachten sind: Der Körperschweiß kann Nickel aus Schmuck, Uhrenverschlüssen oder Hosenknöpfen herauslösen. Bei der akuten Nickelallergie kommt es an der Haut um die Kontaktstelle zu Rötung, Quaddeln, Bläschenbildung und Nässen. Juckreiz und Hautschwellung gehören ebenfalls zu den möglichen Symptomen. Außerdem gibt es eine chronische Form, bei der die Haut trocken wird, schuppt und schmerzhafte Risse bildet. Typischerweise tritt die allergische Reaktion bei einer Kontaktallergie wie der Nickelallergie scharf begrenzt an den Hautstellen auf, die direkt mit dem Allergen Kontakt hatten.
Grenzwerte durch EU-Richtlinie
Eine EU-Richtlinie gibt Grenzwerte für den Nickelgehalt vor und verpflichtet die Hersteller zur Kennzeichnung. Wird Nickel nicht ausgewiesen, ist dies noch lange keine Garantie, dass ein Produkt tatsächlich kein Nickel enthält. Eine nickelfreie Oberflächenbeschichtung reicht nämlich häufig, um die Kennzeichnung zu umgehen – sicheren Schutz vor einer Allergie gibt sie jedoch nicht, da sich die Beschichtung mit der Zeit abnutzen kann und Nickel frei wird.
Diagnose und Therapie
Bei Verdacht auf Nickelallergie wird der Hautarzt ein mit Nickel präpariertes Pflaster auf den Rücken kleben und nach zwei bis drei Tagen kontrollieren, wie die Haut an dieser Stelle reagiert hat. Liegt eine Nickelallergie vor, sind die Beschwerden mit Kortisonsalbe gut zu behandeln. Die Salbe wird über wenige Tage nur dünn aufgetragen. Damit sind Nebenwirkungen durch das Kortison so gut wie ausgeschlossen. Gegen den Juckreiz helfen so genannte Antihistaminika in Form von Tabletten.
Tipps bei einer Nickelallergie
- Den Kontakt mit dem Allergen konsequent vermeiden. Wer nicht sicher ist, ob sich in einem Schmuckstück Nickel verbirgt, kann dies mit einem Nickeltest überprüfen. Dazu wird ein Wattestäbchen mit Testflüssigkeit befeuchtet und anschließend damit über den verdächtigen Gegenstand gestrichen. Ob dieser Nickel freisetzt, erfährt man schon nach wenigen Sekunden. Den Selbsttest gibt es in der Apotheke.
- Individuelle Schutzmaßnahmen ergreifen. Dazu gehören Schutzhandschuhe, Hautschutzschaum oder Hautschutzsalben.
- Zur Hautpflege seifenfreie Syndets (pH-Wert zwischen 5 und 6,5) und adstringierende und rückfettende Bäder verwenden.