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Alt 07.11.2006, 12:47
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evma evma ist offline
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Standard Hirnstimulation verschiebt Körperbild

Im Fernsehen können gespenstisch anmutende Doppelbilder auftreten, wenn der Empfang gestört ist. Einen ganz ähnlichen Effekt haben schweizerische Neurowissenschaftler im Gehirn einer Patientin beobachtet. Bei elektrischer Stimulation eines bestimmten Hirnareals wähnte sich die Frau von einem Schatten ihrer selbst verfolgt.
Über vergleichbare Wahrnehmungen berichteten manche Schizophrenie-Patienten, schreiben die Forscher um Olaf Blanke von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne im Magazin “Nature”. Möglicherweise könnten die Resultate helfen, “die Mechanismen psychiatrischer Manifestationen wie Paranoia, Verfolgungswahn und Willensbeeinflussung zu verstehen”.
Blanke und Kollegen untersuchten eine 22-jährige Frau, die sich aufgrund schwerer epileptischer Anfälle einer Gehirnoperation unterziehen musste. Dabei stimulierten die Forscher unter anderem die Kontaktstelle von Scheitel- und Schläfenlappen in der linken Großhirnhälfte der Patientin. Diese nahm daraufhin eine Person hinter sich wahr, die sie zwar als jung beschrieb, jedoch keinem Geschlecht zuordnen konnte. Weitere Stimulationen ergaben, dass diese “Person” stets die gleiche Körperhaltung wie die Patientin einnahm.
Saß die Frau etwa auf der Liege und hatte die Arme um ihre Knie gelegt, schien sie die schattenhafte Person von hinten zu umfassen. Hielt sie dagegen eine Karte in der Hand und versuchte, den darauf abgebildeten Gegenstand zu benennen, schien die Person sie dabei stören zu wollen.
Vermutlich habe die Patientin ihren eigenen Körper wahrgenommen, folgern Blanke und seine Kollegen. Die stimulierte Gehirnregion sei an der Konstruktion des eigenen Körperbildes aus verschiedenen Sinnesreizen und auch an der Unterscheidung von “selbst” und “fremd” beteiligt. Möglicherweise habe die elektrische Stimulation diese Prozesse gestört und so das Schattenbild hervorgerufen.
Forschung: Shahar Arzy und Olaf Blanke, Laboratoire de neurosciences cognitives, École Polytechnique Fédérale de Lausanne und Department of Neurology, University Hospital, Geneva; und andere; Veröffentlichung in “Nature”, Vol. 443, 21. September 2006, p 443, DOI 10.1038/443287a
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