
19.07.2007, 22:15
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Registriert seit: 23.06.2007
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Chronische schizoaffektive Psychose
Eigentlich fünf Jahre Knast
1989 habe ich auf der Autobahn zwischen Falingbostel und der Autobahngrenze zu Hamburg einen Stau von drei Kilometern verursacht. Ich bin mit meinem kleinen Fiesta vierzig PS gefährlich gefahren.
Bei Falingbostel hatte ich drei LKWs mit Anhänger vor mir, die ich überholen wollte und war auf der linken Spur. Von hinten kam ein 500derter Mercedes mit Lichthupe, Blinker und normaler Hupe und wollte mich von der linken Spur drängen. Ich habe dann, was mein Fehler war, gedacht, den ärgerste jetzt. Ich bin auf der linken Spur geblieben. Der Mercedes fuhr nach einer Weile rechts auf dem Standstreifen an dem letzten LKW vorbei, zwischen ihm und dem vorletzten LKW durch, vor mich vor und ließ sich zurückfallen. Ich fuhr rechts rüber und quetschte mich zwischen dem Mercedes und dem Anhänger des LKWs durch vor den Mercedes vor, ohne ihn zu berühren. Das wiederholte ich vier mal, zwei kleinere Autos, nocheinmal mit dem Mercedes und dann mit einem Polizeiwagen.
Auf der Strecke teilt sich die Autobahn, nach Bremen und nach Hamburg und wird nach Hamburg dreispurig. Ich fuhr Richtung Hamburg und da die Autobahn nun breiter war, fuhr ich Schlangenlinien, damit mich niemand überholte. Es war mittlerweile ein drei Kilometer langer Stau angewachsen, hinter mir BMW, Porsche usw. Bei der Aktion mit dem Polizeiwagen hatte ich noch eine Wasserflasche aus dem Fenster geworfen, das Glas zerschlellte auf der Fahrbahn. Für mich war es der Krieg auf der Straße.
Auf der Autobahngrenze zwischen Hannover und Hamburg war dann Schluß, die Polizei hatte die gesamte Autobahn abgesperrt und den Verkehr angehalten. Ein siebener BMW der Autobahnpolizei hatte auf Nebenstecken den Stau in einem Affenzahn umfahren.
Meinen Fiesta vierzig PS hatte ich nun auf dem Standstreifen abgestellt und ein Polizist riß erstmal den Zündschlüssel aus meinem Zündschloß. Dann erfuhr ich von dem Polizeibeamten, das ein Polizeihubschrauber und ein Hubschrauber vom NDR mich verfolgt haben. Der NDR hatte die ganze Aktion gefilmt und ich sollte nun ans Mikrofon, habe aber erzählt, das ich die Geschwindigkeitsbegrenzung von 90 Stundenkilometern durchsetzen wollte. Von da an galt ich als der Verrückte und habe dann in der Pölizeistation in Falingbostel das verrückteste Zeug erzählt. Ich habe eine Aussage gemacht von sechzehn Seiten DinA4 Schreibmaschine. Diese Aussage war das Kriterium warum ich anschließend in die Klinik kam und nicht in den Knast.
Bei meiner gefährlichen Fahrt ist keiner zu Schaden gekommen, es standen aber fünf Jahre Knast drauf. Der Mercedesfahrer, den ich zuerst ärgern wollte, hatte nach meiner Tat angehalten und sagte, er wolle mich lünchen. Ich habe damals den Führerschein freiwillig abgegeben und konnte deswegen den Führerschein nach fünf Jahren neu machen. Seit 1994 habe ich wieder einen Führerschein der Klasse drei.
Jens Große-Brauckmann
BESCHLUSS Amtsgericht Blomberg!
Geschrieben von: Jens Große-Brauckmann <Send E-Mail> Datum: 1.November 2004 um 18:09
und das heisst chronische psychose...
Zur Geschäftss gelangt am 1 0.2004 um 9.00 Uhr.
AMTSGERICHT BLOMBERG
BESCHLUSS
In dem Betreuungsverfahren für Herrn Jens Große-Brauckmann, geboren am 26. Juni 1961, wohnhaft [Adresse durch die Moderation gelöscht],
Betreuer: Herr [...],
wird die für den Betroffenen geführte Betreuung aufrechterhalten mit folgender Maßgabe:
Der Aufgabenkreis des Betreuers wird eingeschränkt und umfaßt jetzt noch: Gesundheitsfürsorge, Aufenthaltsbestimmung, alle Vermögensangelegenheiten mit Ausnahme der Verfügungen über das Girokonto Nr. bei der [...] und Vertretung bei Behörden und Ämtern.
Diese Entscheidung ist sofort wirksam.
Gründe: Nach dem Gutachten des Sachverständigen Herrn Dr. [...] aus [...] leidet Herr Große-Brauckmann an einer chronischen Psychose, wobei es sich um ein langjähriges leiden handelt.
Danach ist Herr Große-Brauckmann auch künftig gehindert, in den oben genannten Bereichen eigene Angelegenheiten interessengerecht zu regeln und benötigt deshalb weiterhin Hilfe durch Betreuung. Dabei ist der Aufgabenkreis des Betreuers den jetzigen Bedürfnissen anzupassen und auf den jetzt noch erforderlichen Umfang zu beschränken.
Die Anordnung der sofortigen Wirksamkeit beruht auf § 69 a Abs. 3 Satz 2 FGG.
29.10.04 15:50
Das mit der Autobahn, ob verurteilt oder nicht, ob schuldfähig oder nicht, ich habe da ein Verbrechen begangen und bekenne mich schuldig. Ich habe auch viele andere Dinge in meinem bisherigen Leben getan, die nicht in Ordnung waren. Zum größten Teil habe ich anderen was vorgespielt, Dinge erzählt, die nicht wirklich gestimmt haben.
Geändert von JensGB (19.07.2007 um 22:53 Uhr).
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20.07.2007, 04:55
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Teammitglied - Entscheidungsträger
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Registriert seit: 01.08.2005
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da hast du ja einen ziemlichen mist gebaut gehabt.was hatte dich dazu bewegt weist du das noch.und wenn du jetzt auto fährst wie geht das .oder bist du immer noch der meinung nur 90 auf der autobahn.
auf jeden fall finde ich es klasse das du hier ein wenig von dir geschrieben hast.
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20.07.2007, 07:26
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Hallo Jens,
Deine Reue ist ok. Die Strafe war mehr als gerecht. Wäre ich Richter, hättest Du noch mehr bekommen. Den Führerschein hätte ich Dir auf Lebenszeit gesperrt.
Wenn Du nicht schuldfähig bist, gehört ein Führerschein nicht in Deine Hände, genauso wenig wie ein Steuer. Dabei verurteile ich nicht Deine Erkrankung, ich bin selbst täglich von Menschen umgeben, die aufgrund ihrer Erkrankung für ihr Verhalten nicht verantwortlich gemacht werden können.
Doch:
Mit Deinem Fahrverhalten hast Du mit Menschenleben gespielt. Ich möchte mir nicht ausmalen, was hätte passieren können, wenn da z.Bsp. jemand hinter Dir gefahren wäre, der dringend auf dem Nachhauseweg war, weil es beispielsweise einem Angehörigen nicht gut gegangen ist oder er irgendwie anders zu Hilfe gebeten worden wäre. Vielleicht gar selbst ein dringendes Notfallmedi vergessen und schnellstens nach Hause gemusst hätte. Dies sind nur ein paar kleine Beispiele von vielen.
Ich kann da nur den Kopf schütteln  , auch über Entscheidungsbefugte, die so leichtfertig mit der Vergabe von Fahrerlaubnissen umgehen bei dem Wissen über bestimmte dokumentierte vorliegende Erkrankungen.
Nancy
Geändert von Nancy (20.07.2007 um 08:57 Uhr).
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20.07.2007, 09:11
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Registriert seit: 23.06.2007
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Schizoaffektiv heißt, ich lebe in zwei Welten, einer Realen und einer Irrealen. In einer akkuten Phase meiner Psychose verändern sich meine Gedanken und mein realer Eindruck! Der irreale Eindruck äußert sich dann in einer veränderten Wahrnehmung, aus der ich dann handle. Ich handle dann im Affekt. Unterdrücken kann man solche Handlungen nur durch Psychopharmaka.
Ich habe zwar noch einen Führerschein, fahre aber kein Fahrzeug mehr. Mit meinem Motorroller habe ich mir vor zweieinhalb Jahren einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen.
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20.07.2007, 09:14
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Zitat:
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Zitat von JensGB
Schizoaffektiv heißt, ich lebe in zwei Welten, einer Realen und einer Irrealen. In einer akkuten Phase meiner Psychose verändern sich meine Gedanken und mein realer Eindruck! Der irreale Eindruck äußert sich dann in einer veränderten Wahrnehmung, aus der ich dann handle. Ich handle dann im Affekt. Unterdrücken kann man solche Handlungen nur durch Psychopharmaka.
Ich habe zwar noch einen Führerschein, fahre aber kein Fahrzeug mehr. Mit meinem Motorroller habe ich mir vor zweieinhalb Jahren einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen.
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Das finde ich sehr vernünftig, dass Du kein Fahrzeug mehr führst, denn Du würdest Dich und andere unnötig in Gefahr bringen. Ich gratuliere Dir ganz ehrlich zu Deiner Einsicht und finde diese Entscheidung wirklich klasse.
Dir wünsche ich auf jeden Fall gute Besserung und dass Du Deine Erkrankung in den Griff bekommst bzw. behälst.
Alles Gute Dir,
Nancy
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20.07.2007, 09:16
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Teammitglied - Entscheidungsträger
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Registriert seit: 01.08.2005
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Zitat:
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Zitat von JensGB
Schizoaffektiv heißt, ich lebe in zwei Welten, einer Realen und einer Irrealen. In einer akkuten Phase meiner Psychose verändern sich meine Gedanken und mein realer Eindruck! Der irreale Eindruck äußert sich dann in einer veränderten Wahrnehmung, aus der ich dann handle. Ich handle dann im Affekt. Unterdrücken kann man solche Handlungen nur durch Psychopharmaka.
Ich habe zwar noch einen Führerschein, fahre aber kein Fahrzeug mehr. Mit meinem Motorroller habe ich mir vor zweieinhalb Jahren einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen.
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auf jeden fall ist es gut das du kein auto mehr fährst,bitte bleibe auch dabei.und ich hoffe das du algemein keine schübe mehr bekommst und auf den wege der besserung bist
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20.07.2007, 10:07
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Registriert seit: 23.06.2007
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Wenn ich mir den Verkehr auf den Straßen heute ansehe, würde ich sagen, dass es solche Intelligenzbestien häufiger gibt! Zum Beispiel diese riskanten Überholmanöver, die oft zu schweren Unfällen führen. Der Fahrer muß zwar nicht gleich schizoaffektiv sein, aber normal ist das auch nicht.
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20.07.2007, 10:17
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Zitat:
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Zitat von JensGB
Wenn ich mir den Verkehr auf den Straßen heute ansehe, würde ich sagen, dass es solche Intelligenzbestien häufiger gibt! Zum Beispiel diese riskanten Überholmanöver, die oft zu schweren Unfällen führen. Der Fahrer muß zwar nicht gleich schizoaffektiv sein, aber normal ist das auch nicht.
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Da stimme ich Dir zu. Es gibt viele rücksichtslose Fahrer. Doch Verhaltensweisen im Strassenverkehr, die auf eine Erkrankung zurückzuführen sind, finde ich persönlich wesentlich gefährlicher, weil die Reaktion in diesen Fällen mit Sicherheit verlangsamt oder nicht vorhanden sind. Darin liegt der Unterschied.
Ein Fahrzeug unter der Einnahme von Psychopaharmako zu führen kann die gleichen fatalen Auswirkungen haben wie das Fahren mit Alkoholeinfluss.
LG
Nancy
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20.07.2007, 10:28
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Registriert seit: 23.06.2007
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Psychopharmaka oder Alkohol ist nicht der Grund, viele Psychotiker fahren Auto mit ärztlicher Erlaubnis. Das ich nicht mehr fahre ist meine eigene Entscheidung.
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20.07.2007, 10:30
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Zitat:
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Zitat von JensGB
Psychopharmaka oder Alkohol ist nicht der Grund, viele Psychotiker fahren Auto mit ärztlicher Erlaubnis. Das ich nicht mehr fahre ist meine eigene Entscheidung.
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Das ist eine sehr vernünftige Entscheidung!
LG
Nancy
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