
14.09.2007, 08:19
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Hepatitis B
Hepatitis B
Allgemeines
In Deutschland sind ca. 600.000 Menschen von einer Hepatitis-B-Infektion betroffen,jährlich kommen etwa 50.000 Neuer-krankungen hinzu. Gut 25% der Betroffenen sind zwischen 15 und 25 Jahren alt, über 10% sind jünger, die Altersgruppe zwischen 25 und 45 Jahren ist mit über 40% am meisten gefährdet.
Hepatitis B ist weltweit verbreitet – hohe Durchseuchungsraten existieren vor allem in Zentral- und Südafrika, in Südostasien und Südamerika. In Deutschland gilt Hepatitis B irrtümlicherweise als Krankheit einiger Risiko-gruppen. So sind z. B. Ärzte, Dialyse-Patienten, Homosexuelle oder Drogensüchtige aufgrund der Übertragungswege zwar besonders gefährdet, aber die restlichen Bevöl-kerungsgruppen machen mit ca. 75% den Großteil der Betroffenen aus.
Geändert von Nancy (11.03.2008 um 23:03 Uhr).
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14.09.2007, 08:19
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Ursachen
Alle Altersklassen, also auch Kinder, können an Hepatitis B erkranken. Das Hepatitis-B-Virus (HBV) wird durch kleinste Spuren von Blut, Speichel oder anderen Körperflüssigkeiten übertragen – Eintrittspforten sind bereits winzige Verletzungen der Haut oder der Schleimhäute. So kann die Infektion etwa unter kleinen Kindern durch Kratzen und Beißen weitergegeben werden. Auch Trends wie Piercing, Tätowierungen oder verletzungsträchtige Mannschaftssportarten wie Fußball sind mögliche Ansteckungsquellen. Aber auch innerhalb einer Wohngemeinschaft kann Hepatitis B durch gemeinsame Benutzung von Gegenständen des täglichen Lebens, wie zum Beispiel Nagelscheren, Nagelbürsten, Zahnbürsten oder Rasierapparaten, mit denen man sich häufig geringfügig verletzt, verbreitet werden. Ein besonders häufiger Übertragungsweg ist der Geschlechtsverkehr. Das HBV ist 100mal infektiöser als HIV, damit ist Hepatitis B die wichtigste sexuell übertragbare Erkrankung. Auch HBV-positive Schwangere können eine Infektion während der Geburt auf ihr Kind übertragen.Das Virus geht nicht über die Plazenta, sondern erst bei der blutigen Geburt auf das Baby über.
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14.09.2007, 08:20
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Krankheitsbild
Die Krankheit kommt erst nach ca. zwei bis sechs Monaten zum Ausbruch und hat damit eine ungewöhnlich lange Inkubationszeit. Eine akute Hepatitis-B-Infektion äußert sich vorerst in einem unspezifischen Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Fieber und Appetitlosigkeit sowie gelegentlich in Gelenkbeschwerden und Schmerzen im rechten Oberbauch. Nach einigen Tagen bricht die Gelbsucht aus – eine Gelbfärbung der Haut und Schleimhäute tritt auf, begleitet von einer Dunkelfärbung des Urins und einem entfärbtem Stuhl. So eindeutige Symptome haben allerdings nur etwa 35% aller Betroffenen, bei Säuglingen und Kindern bleibt die Erkrankung wegen untypischer Anzeichen sogar in etwa 90% der Fälle völlig unerkannt. Bei einem komplikationsfreien Verlauf klingen die Beschwerden nach drei bis fünf Wochen ab.
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14.09.2007, 08:21
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Auswirkungen
Die Gefahr der Hepatitis B liegt in ihren Komplikationen. Im schlimmsten Fall kann bereits in der akuten Phase die Leber massiv geschädigt werden. Dieser Verlauf, der als fulminante Hepatitis bezeichnet wird, geht mit dem Ausfall aller Leberfunktionen einher und führt nicht selten zum Tode. Eine Rettung der Patienten ist oft nur durch eine sofortige Lebertransplantation möglich. Ein derartig schweres Krankheitsbild gehört eher zu den Ausnahmen und trifft nur etwa jeden hundertsten bis tausendsten Patienten mit einer akuten Hepatitis B. Weit häufiger ist eine weitere Komplikation dieser Infektion, nämlich der Übergang in eine chronische Verlaufsform. Die Chronifizierungsrate liegt für Erwachsene bei 5 bis 10% und für Säuglinge und Kleinkinder sogar bei erschreckenden 60 bis 90%. Die Patienten sind nicht nur eine permanente Infektionsquelle, sondern sie entwickeln oft eine Leberverhärtung (Zirrhose), auch als „Schrumpfleber" bezeichnet. Die Betroffenen weisen häufig eine ausgeprägte Müdigkeit auf, fühlen sich schwach und ihre Leistungsfähigkeit ist oft stark eingeschränkt. Verdauungsbeschwerden und rheumaähnliche Erscheinungen können dazukommen. Im Endstadium können eine Bauchwassersucht ("Aszites"), Blutungen aus der Speiseröhre und Beeinträchtigung der Gehirnfunktion bis zur Bewusstlosigkeit auftreten. Eine weitere Folge einer chronischen Leberentzündung ist die Entstehung eines Leberkrebses. Virusträger leiden bis zu 100mal häufiger an einem derartigen Tumor als Menschen, die nicht mit dem Virus in Berührung gekommen sind. 1500 bis 2000 Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr an den Folgen einer Hepatitis B.
Nicht jede Infektion mit dem Hepatitis B Virus führt zwangsläufig auch zu einer Erkrankung. Aber, der infizierte Mensch kann andere Personen anstecken und selbst die oben genannten Komplikationen im Laufe seines Lebens entwickeln.
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14.09.2007, 08:22
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Erkennung
Zusätzlich zu den entsprechenden Krankheitszeichen können ca. sechs Wochen nach der Ansteckung die Hepatitis-B-Viren (sogenannte HBV-Antigene) und die entsprechend gebildeten Abwehrzellen, sogenannte Antikörper, im Blut über spezielle biochemische Tests nachgewiesen werden. Im Blut wird auch die genetische Information der Viren nachgewiesen, die dann die Aussagen über einen chronischen Verlauf macht.
Therapie
Die Behandlungsmöglichkeiten einer Hepatitis B sind beschränkt. Zur Therapie chronischer Hepatitis-B-Infektionen wird Interferon-Alpha über mehrere Monate eingesetzt. Der Erfolg der Interferon-Therapie ist umso besser, je früher die Behandlung einsetzt und je mehr Virusbestandteile noch vorhanden sind. Die Heilungschancen sind dennoch gering: Nur etwa 10% der Behandelten werden vollkommen gesund und etwa ein Drittel bleibt Virusträger, zeigt aber (fast) keine Krankheitsanzeichen mehr.
Vorsorge
Hygienische Vorsichtsmaßnahmen können die Übertragungsrate der Hepatitis B zwar senken, aber den sichersten Schutz bietet die aktive Impfung. Da sich Hepatitis B vor allem beim Geschlechtsverkehr überträgt, empfiehlt sich bei allen Sexvarianten die Benutzung von Kondomen.
Quelle: http://www.kinderaerzteimnetz.de/bvk...d=42&nodeid=59
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