
29.09.2007, 11:21
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Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
Atopisches Ekzem (Neurodermitis)
Allgemeines
Neurodermitis gehört zu den häufigsten Hautkrankheiten und hat sich in den letzten zehn Jahren in den Industrieländern verdreifacht. In Deutschland leiden derzeit etwa 4 Millionen Menschen darunter. Synonyme für Neurodermitis sind: Atopisches Ekzem, endogenes Ekzem oder atopische Dermatitis.
Häufig zeigen sich erste Anzeichen einer Neurodermitis erstmals im Säuglingsalter als Milchschorf – Gesicht und Arme sind mit verkrusteten Schuppen auf geröteter Haut bedeckt. Zwischen der Hauterkrankung, dem Immunsystem und der Psyche besteht ein enger Zusammenhang. Die Veranlagung zur Neurodermitis kann vererbt werden. Meist leiden Neurodermitiker gleichzeitig unter verschiedenen Allergien und Nahrungsmittelunvertäglichkeiten. Auch Asthma bronchiale kommt bei ihnen häufiger vor. Es gibt allerdings auch neurodermitische Hauterscheinungen, bei denen keine Allergie nachweisbar ist.
Es gibt bei Neurodermitis keine zuverlässige Therapie. Dennoch können Sie mit einigen Tipps die Beschwerden der kleinen Patienten lindern und eine Verschlimmerung des Ekzems verhindern.
Geändert von Nancy (11.03.2008 um 23:00 Uhr).
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29.09.2007, 12:05
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Ursachen
Die Neurodermitis ist erblich veranlagt. Den Verlauf der Erkrankung bestimmen aber eine Vielzahl von Faktoren:Störungen des Abwehrsystems: Die Immunabwehr der Haut ist geschwächt und es kommt häufiger zu Bakterien-, Virus- und Pilzinfektionen. Die meisten Neurodermitiker haben einen erhöhten Immunglobulin E-Spiegel (IgE).
Hautveränderungen: Es handelt sich um eine Barrierestörung der Haut. Sie produziert weniger Talg als eine gesunde Haut, leidet an einem Mangel an bestimmten Fetten und neigt zum Wasserverlust. Sie ist sehr trocken und juckt stark. Auch aus diesem Grund ist sie zusätzlich anfälliger für Krankheitserreger. Auch die Schweißabsonderung ist durch die kranke Haut beeinträchtigt. Sie kann vermindert, aber auch vermehrt sein. Nach starkem Schwitzen verschlechtert sich der Hautzustand, der Juckreiz nimmt zu und die Haut brennt.
Allergien: Blüten- und Gräserpollen, Hausstaub, Tierhaare, verschiedene Nahrungsmittel können Hautreaktionen hervorrufen; Ebenso das in der Wolle enthaltene Fett Lanolin. Kinder vertragen sehr häufig kein Hühnereiweiß und keine Kuhmilch. Oftmals werden Fisch, Meeresfrüchte, Käse, Nüsse, Weizenprodukte, Pilze, Alkohol schlecht vertragen. Die Kuhmilch-Unverträglichkeit oder Allergie ist mit der häufigste Auslöser für eine Neurodermitis im Säuglingsalter.
Störungen des vegetativen Nervensystems: Durch einen Kältereiz kommt es zu einer vermehrten Verengung der Gefäße. Das macht sich durch kalte Finger und auffallend blasse, kalte Haut bemerkbar.
Witterung: Im Frühjahr und im Herbst verschlechtert sich in der Regel der Hautzustand. Beim Übergang zur warmen Jahreszeit sind Pollen und vermehrtes Schwitzen die Ursache. Beim Übergang zur kalten Jahreszeit sind die geringe Luftfeuchtigkeit in den geheizten Räumen, Hausstaubmilben und warme Kleidung schuld daran.
Psyche: Stress verschlechtert die Krankheitssymptome. Wie stark ist allerdings individuell sehr unterschiedlich.
Krankheitsbild
3-4% aller Kinder leiden an einer Neurodermitis, in Großstädten vermutlich noch mehr. Oft zeigt sie sich bereits im Säuglingsalter im Gesicht und an den Armen als sogenannter Milchschorf mit Schuppenkrusten auf geröteter Haut. Neurodermitis tritt meist schon während der ersten fünf Lebensjahre auf und beginnt mit Juckreiz, Rötung, Schuppung, Nässen, Krustenbildung und gleichzeitig trockener Haut. Bei Kindern sind zunächst meist die Streckseiten der Gelenke, später erst die typischen Körperbeugen wie Ellenbeugen und Kniekehlen, im Gesicht an den Augenlidern, an Hals und Nacken sowie im Brustbereich.
Was die Kinder richtig quält ist der Juckreiz. Er verstärkt sich nach dem Schwitzen, in der Wärme und durch Tragen von Wollpullovern. Typisch sind die Kratzspuren auf der Haut. Auch die Fingernägel zeigen Zeichen des Juckreizes: Vom ständigen Kratzen sind sie häufig abgenutzt und glänzen. Das Jucken verstärkt sich nach dem Schwitzen, in der Wärme und auch durch das Tragen von Wolle. An den veränderten Hautstellen können Pigmentstörungen auftreten, so dass die Haut nicht genauso bräunt, wie die gesunde Haut. Der Betroffene hat „weiße Stellen“. Nach einiger Zeit kann sich diese Störung jedoch regenerieren.
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29.09.2007, 12:06
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Auswirkungen
Juckreiz ist schlimmer als Schmerzen – Neurodermitis gehört zu den häufigsten allergischen Erkrankungen bei Kindern. Hierbei steht der Juckreiz als Symptom ganz im Vordergrund und beeinträchtigt die erkrankten Kinder und deren Eltern sehr. Schlaf- und Konzentrationsstörungen und Gereiztheit sind direkte Folgen des quälenden Juckreizes. Der Juckreiz löst oft heftige Kratzattacken aus und wird dadurch für kurze Zeit gelindert. Doch die aufgekratzte Haut juckt wieder, was zu erneutem Kratzen führt. Die Betroffenen geraten in einen regelrechten Teufelskreis.
Die aufgekratzte und entzündete Haut ist besonders anfällig für Erreger und somit für Infektionen. Infektionen mit dem Herpes-Virus (Herpes simplex) können zu einer schweren Erkrankung (Eczema herpeticatum) führen.
Erkennung
Neurodermitis sieht nicht immer typisch aus. Die Hautveränderungen sind mit bloßem Auge nicht immer sofort als Neurodermitis einzustufen, letztendlich an der typischen Lokalisierung in den Körperbeugen, dem Juckreiz und chronischen oder häufig wiederkehrenden Hautentzündungen. Die kranke Haut ist trocken, blass, schuppend und rauh.
Ein wichtiger Hinweis ist die Familienanamnese: das Vorkommen von Neurodermitis oder anderen Erkrankungen aus dem sogenannten atopischen Formenkreis wie Heuschnupfen oder Asthma in der Familie. Weitere Hinweise sind: Weißer Dermographismus, doppelte Falte des Unterlids (Dennie-Morgan-Falte), Glanznägel vom Kratzen. Die seitlichen Partien der Augenbrauen sind gelichtet (Hertoghe Zeichen).
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29.09.2007, 12:06
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Therapie
Die trockene Neurodermitis-Haut benötigt dauerhafte und regelmäßige Pflege, auch wenn die Haut gerade nicht entzündet ist. Für die Basispflege eignen sich Salben, Cremes und Lotionen, die einen unterschiedlichen Fett- und Wassergehalt haben. Grundsätzlich gilt: Fett auf trocken, feucht auf feucht.
Am meisten Fett beinhalten Salben, die sich deshalb für die Basispflege der trockenen Haut eignen. Für die Pflege von aufgesprungener rissiger Haut gibt es spezielle Salben mit einem sehr hohen Fettanteil, die nachts aufgetragen werden. Cremes sind weniger fetthaltig. Sie eignen sich bereits für die Behandlung nässender Ekzeme. Noch weniger Fett enthalten Lotionen. Sie sind sehr flüssig und eignen sich ebenfalls für nässende Ekzeme und zum Ablösen von Hautschuppen.
Pflegemittel, Cremes und Salben
Es sind auch Mischungen zwischen Creme und Salbe erhältlich. Jeder sollte selbst ausprobieren, welcher Fettgehalt für ihn am besten verträglich ist. Die einzige Salbe für Neurodermitis gibt es leider nicht. Nicht zu empfehlen sind Öle. Sie trocknen die Haut unter Langzeitbehandlung aus. Auch pure Vaseline und Melkfett sind weniger geeignet für die Hautpflege.
Als Salbenzusätze gibt es Harnstoff und Omega-Fettsäure. Harnstoff macht die Hornschicht weich, löst Schuppen, bindet Wasser und mildert den Juckreiz. Omega-Fettsäuren sind ungesättigte Fettsäuren, die vor allem Fischöl enthalten und die Rückfettung fördern. Diese Fettsäuren fehlen der Haut.
Cortisonhaltige Salben oder Cremes sind in der akuten Phase sehr sinnvoll und helfen gegen Entzündungen und Rötungen. Sie sollten dann möglichst am Abend angewendet werden, da sie dann besonders gut wirken. Unterstützend und verstärkend wirken feuchte Umschläge, die um die eingecremte Haut gewickelt werden und mit einer Frischhaltefolie verschlossen werden, so genannte „Okklusivverbände“.
Mittlerweile gibt es auch entzündungshemmende cortisonfreie Salben (seit April 2002 eine Tacrolimus-Salbe und seit Januar 2003 eine Creme mit dem Wirkstoff Pimecrolimus), welche die Ekzemschübe deutlich reduzieren können und den Einsatz von Cortison-S alben häufig unnötig machen. Zunächst sind beide Substanzen ab dem Alter von zwei Jahren zugelassen. Gerade bei der empfindlichen Haut von Kleinkindern sowie im Bereich von Gesicht und Hals können sie helfen.
Sinnvoll zur Behandlung mit Salben oder Cremes, die eine Zeit brauchen, bis sie in die Haut einziehen, ist das Tragen von Baumwollkleidung. Dann können sich die Pflegestoffe in die Kleidung einsaugen und gehen nicht verloren.
Ein Trick das Kratzen in der Nacht zu verhindern, ist das Tragen von Baumwollhandschuhen. Denn selbst die kurzgeschnittensten Fingernägel können juckende Hautstellen noch stark malträtieren. Kratzspuren sind die Folge. Damit die Handschuhe nicht verloren gehen, lassen sie sich mit z.B. Leukosilk in Höhe der Handgelenke befestigen.
Behandlung im akuten Schub
Cortison-Therapie: Zur Standardtherapie während des akuten Schubs gehört Cortison. Zur äußerlichen Behandlung gibt es cortisonhaltige Cremes, zur innerlichen Therapie (systemische Anwendung) Cortisonpräparate in Tablettenform oder als Injektionen. Cortisonhaltige Cremes dürfen niemals zu lange ohne Unterbrechung verwendet werden. Es besteht sonst die Gefahr, dass sich die Haut verdünnt, vermehrt Haare auf den behandelten Stellen wachsen oder sich neue kleine Hautgefäße bilden. Cortisoncremes sind in der Regel nichts – zumindest nicht in normalen Konzentrationen – für das Gesicht oder das Dekolletee. Deshalb gibt es Präparate mit unterschiedlichen Cortisonkonzentrationen. Je aufgekratzter eine Hautstelle ist, desto niedrigere Konzentrationen reichen. Denn über solche dünnen, empfindlichen Hautpartien wird um so mehr Cortison aufgenommen. Als sehr wirksam und sicher hat sich bei Kindern und Erwachsenen mit ausgeprägtem Krankheitsbild eine Therapiemethode erwiesen, bei der auf die betroffenen Hautpartien nach dem Baden einmal pro Tag eine 0,05%ige Glucocorticoid-Creme – im Gesicht eins zu zehn verdünnt – aufgetragen wird. Auf die so vorbereitete Haut kommt eine Lage feuchtes Baumwollgewebe und darüber dann eine Lage trockenes.
Cortison in Tablettenform kann notwendig sein, wenn große Hautflächen entzündet sind. Bei der Einnahme müssen Sie sich genau an die Anweisungen des behandelnden Arztes halten. Eine systemische Behandlung darf nie plötzlich abgebrochen, sondern muss immer ausschleichend beendet werden. Bei Kindern wird auf eine systemische Cortisonbehandlung, d. h. gespritztes Cortison, nach Möglichkeit verzichtet.
Leicht antientzündlich wirkende Zusätze sind Bufexamac und Ammoniumbituminosulfat. Doch bei einer Langzeitbehandlung gilt zu beachten, dass diese Zusätze allergische Reaktionen auslösen können. Circa 5% der Patienten entwickeln z. B. auf Bufexamac eine Allergie.
Antihistaminika
Substanzen, welche die Wirkung von Histamin abschwächen. Sie lindern den Juckreiz und werden bei Allergien und Heuschnupfen eingesetzt.
Pflanzensalben
Gering antientzündlich wirken Ringelblumenextrakt, Hamamelisextrakt, Kamillenextrakt. Vorsicht – allergische Reaktionen sind möglich.
Fumarsäure
Erhältlich sind Salben, Badezusätze, flüssige Einreibungen sowie Tabletten mit Fumarsäure. Diese Substanz wird aus der Heilpflanze Erdrauch gewonnen und beeinflusst das Immunsystem. Fumarsäure soll deshalb auch einen günstigen Einfluss bei Rheuma und Schuppenflechte (Psoriasis) haben. Die Verträglichkeit wird als gut beschrieben. Vorsicht ist geboten bei Nierenfunktionsstörungen.
Salz auf der Haut
Sole ist die Bezeichnung für kochsalzhaltiges Mineralwasser mit einer Kochsalzkonzentration von 1,4 bis zu 30%. Salz natürlich vorkommender Solequellen kann man als Spezialsalz in Apotheken beziehen. Für die Bäder eignen sich auch sehr gut Meersalz oder Salz vom Toten Meer, das man in jeder Drogerie bekommt. Solebäder lindern den Juckreiz, haben eine entzündungshemmende Wirkung und fördern die Abschuppung. In der Regel werden heute 1,5 bis 6%ige Solebäder angewendet. Man beginnt mit einer Badedauer von fünf bis zehn Minuten und steigert sie langsam auf 10 bis 20 Minuten. Die Wassertemperatur sollte nicht über 38° Celsius liegen.
Nach dem Bad die Haut abtupfen, nicht frottieren, dann eine Stunde Bettruhe. Später mit klarem Wasser duschen und die Haut nachfetten. Kinder unter drei Jahren sollten nicht in Salz baden.
Phototherapie
Unter Sonneneinfluss bessern sich meist die entzündlichen Hauterscheinungen. Zur Lichttherapie werden bei Neurodermitis UVA-Licht sowie eine Mischung aus UVA-Licht / UVB-Licht eingesetzt. Es sollte während der Behandlung zu keiner Hautrötung kommen. Welche Menge UV-Licht vertragen wird und welche Mischung von UVA- und UVB-Licht die günstigste Wirkung hat, ist individuell unterschiedlich und sollte vorher ausgetestet werden. Während der Therapie dürfen keine photosensibilisierenden Medikamente eingenommen werden (z. B. Johanniskraut). Vor der Phototherapie keine Teerpräparate auftragen, keine Lichtschutzfaktoren und keine parfümhaltigen Kosmetika. Nach der Lichttherapie rückfettende Salben und Cremes verwenden.
Balneo-Phototherapie
Die Balneo-Phototherapie ist eine kombinierte Licht- und Bädertherapie. Sie hat bei Neurodermitis eine bessere Wirkung als die alleinige Soletherapie. Sie wird inzwischen von mehreren Kurkliniken angeboten. Verwendet wird Meersalz, Salz aus dem Toten Meer oder Sole. Die Badezeit beträgt 10 bis 20 Minuten. Während des Bades wird die Haut mit UV-Licht bestrahlt. Für die medizinische Behandlung wird UVA-Licht oder eine Mischung aus UVA- und UVB-Licht eingesetzt. Dies ist das Prinzip der Therapie am Toten Meer.
Thalasso-Therapie
Die Thalasso-Therapie beinhaltet verschiedene Behandlungsformen: Klimatherapie, Bäderheilkunde, Trinkkuren und Behandlung mit Sonnenlicht. Wind, Sonne, Aerosol und Meerwasser wirken zusammen und ergänzen sich in ihrer Heilwirkung. Allein schon die Klimaänderung hat bei vielen Neurodermitis-Kranken eine positive Wirkung. Außerdem gibt es in den Küstenregionen einen geringeren Pollenflug. Das Salzwasser lindert den Juckreiz, fördert die Abschuppung und macht die Haut empfänglicher für das Sonnenlicht.
Klimakur: Die Salzkonzentration am Toten Meer liegt bei etwa 30%. Salz aus dem Toten Meer enthält viel Magnesium, das eine beruhigende Wirkung auf die Haut hat. Das Salzwasser macht die Haut auch empfänglicher für die Sonnenstrahlen: ein bestimmter hauteigener “Lichtschutzfaktor”, die Urocaninsäure, wird vermehrt ausgeschieden, wodurch die Sonnenstrahlen besser wirken können. Über dem Toten Meer liegt ein Dunstnebel, der mehr UVB-Strahlen herausfiltert. Deshalb ist der UVA-Anteil größer und die Gefahr einen Sonnenbrand zu bekommen etwas geringer. Doch es muss nicht unbedingt gleich das Tote Meer sein. Schon ein Ausflug ins Gebirge oder an die offene See kann sich sehr positiv auf den Zustand der Haut auswirken. Kurztrips sind allerdings oft sehr Stress beladen und eignen sich weniger.
Bioresonanztherapie
Wird in letzter Zeit häufig bei allergischen Erkrankungen eingesetzt. Es handelt sich um eine apparative Methode, mit der bestimmte schädliche Schwingungen “gelöscht” werden sollen. Es gibt keine wissenschaftliche Erklärung, wie dies funktionieren soll und auch keine Studien, die eine Wirkung belegen. Experten warnen inzwischen vor dieser Methode und bezeichnen sie sogar als “Unfug”.
Autogenes Training
Falls Sie Autogenes Training regelmäßig üben, sind Sie in der Lage, ganz bewusst “ einen Gang zurückzuschalten”. Eignet sich gut zum Stressabbau und um den “Juck-Kratz-Teufelskreis” zu durchbrechen.
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29.09.2007, 12:08
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Wichtiger Hinweis
Kleidung und Wäsche sollten aus weicher und möglichst weißer oder heller Baumwolle sein. Damit man sich nicht nachts im Schlaf zerkratzt, kann man Baumwollhandschuhe tragen. Achten Sie auf leichte Schlafanzüge, die bis zum Hals geschlossen sind. Keine zu warmen Bettdecken, da Wärme den Juckreiz verstärkt. Abends vor dem Schlafengehen immer gut eincremen, Nägel kurz halten. Gegen das Jucken hilft übrigens auch die Haut zu kühlen. Hilfreich sind kühle Umschläge (kein Eis!), Streicheln der juckenden Stellen, leichtes Reiben und Ablenkung.
Vorsorge
Ein wichtiger Risikofaktor ist Rauchen während der Schwangerschaft. Mütter können daher ihre Kinder vor einer Neurodermitis schützen, indem sie während der Schwangerschaft auf das Rauchen verzichten. Das gilt auch für die kommenden Jahre. Kinder, die in Familien aufwachsen, in denen ein Elternteil raucht, haben ein höheres Risiko eine Neurodermitis oder eine Allergie zu entwickeln.
Bei Säuglingen spielt die Ernährung eine große Rolle. Offensichtlich hat längeres Stillen (über sechs Monate) eine schützende Wirkung. Über die Hälfte aller Kleinkinder haben eine Nahrungsmittelallergie oder Unverträglichkeit. Sie reagieren auf bestimmte Speisen verstärkt mit Hautveränderungen. Auf Zitrusfrüchte und Fruchtsäfte sollte verzichtet werden. Beobachten Sie die Nahrungsmittel auf die Ihr Kind negativ reagiert und streichen Sie diese vom Speiseplan.
Behandeln Sie die Haut mit Sorgfalt! Parfümierte Seifen und Schaumbäder sind tabu. Je stärker ein Produkt schäumt, um so mehr trocknet es die Haut aus. Duschen (nicht zu heiß!) ist besser als Baden, da es die Haut weniger austrocknet als das warme Bad in der Wanne. Nach dem Duschen die Haut nur abtupfen, nie reiben oder rubbeln. Die Haut mindestens zweimal täglich eincremen sowie nach jedem Baden oder Duschen. Damit das Fett gut einzieht, sollte man zwischen dem Waschen, Abtrocknen und dem Eincremen nicht mehr als 3 Minuten Zeit vergehen lassen. Vermeiden Sie Parfüms und alle parfümhaltigen Produkte (Weichspüler!). Neurodermitiker mit einer Hausstaubmilbenallergie profitieren von Milben-undurchlässigen Bettbezügen (Encasings). Achten Sie darauf, dass die Zimmer immer gut durchlüftet sind. In warmen Zimmern verschlimmert sich der Juckreiz.
Kleiden Sie Ihre Kindern in weiche, hautfreundliche Kleidung aus Baumwolle oder Leinen, die nicht zu eng sitzt.
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29.09.2007, 12:09
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Häufige Fragen
Kann jeder eine Neurodermitis bekommen?
Im Prinzip ja. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit größer, wenn die Eltern oder ein Elternteil Allergiker sind oder eine Neurodermitis haben.
Mein Kind hat Milchschorf. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es im Erwachsenenalter eine Neurodermitis bekommt?
In etwa 50% der Fälle heilt die Erscheinung bis zum zweiten Lebensjahr spontan aus. Bei den anderen Kindern wird die Krankheit chronisch.
Mein Kind hat Neurodermitis mit einem nässenden Hautausschlag. Sollte man die Stellen trocken halten?
Nein! Es gilt das Prinzip “feucht auf feucht”. Nässende Stellen werden mit wasserhaltigen Cremes oder feuchten Umschlägen – auch Farbstofflösungen – behandelt. Trockene Stellen werden mit Fettsalbe behandelt.
Ist eine Neurodermitis heilbar?
Derzeit ist eine Neurodermitis nicht heilbar. Es kommt darauf an, die Reize herauszufinden, auf die sie mit einem akuten Schub reagieren und diese Reize möglichst zu vermeiden. Da Neurodermitis schubweise auftritt, kann konsequente Pflege und vermeiden der auslösenden Reize auch zu einer langfristigen Beschwerdefreiheit führen, bei der die Hauterscheinungen manchmal ganz verschwinden. Allerdings benötigt die Haut immer eine gute Basispflege.
Wie kann ich meinem Kind das Kratzen abgewöhnen?
Auf keinen Fall dadurch, dass Sie ihm das Kratzen verbieten. Das Verbot würde das Kratzen nur fördern. Hilfreich sind kühle feuchte Umschläge (kein Eis!), Streicheln der juckenden Stellen, leichtes Reiben, Ablenkung (z.B. durch sog. Kratzklötzchen). Abends vor dem Schlafengehen immer gut eincremen, Nägel kurz halten. Nachts können leichte Baumwollhandschuhe von Nutzen sein. Achten Sie auf leichte Schlafanzüge, die bis zum Hals geschlossen sind. Keine zu warmen Bettdecken, da Wärme den Juckreiz verstärkt.
Ist eine Neurodermitis ansteckend?
Nein! Nur Infektionskrankheiten sind ansteckend. Neurodermitis ist keine Infektionskrankheit, sondern eine chronische Hauterkrankung, die durch eine Vielzahl von Faktoren hervorgerufen werden kann.
Müssen Neurodermitiker immer eine Diät einhalten?
Eine Diät ist nur sinnvoll, wenn eine Allergie gegen ein bestimmtes Nahrungsmittel besteht. Etwa 60 Prozent der Kinder und schätzungsweise 10 Prozent der Erwachsenen mit Neurodermitis haben gleichzeitig eine Allergie gegenüber bestimmte Nahrungsmittel.
Quelle: http://www.kinderaerzteimnetz.de/bvk...=124&nodeid=28
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