Morbus Crohn: Leichte Bewegung kann helfen
Morbus Crohn: Leichte Bewegung kann helfen
München (netdoktor.de) - Spazieren gehen fördert bei Menschen mit Morbus Crohn das Wohlbefinden und die Lebensqualität. Kanadische Forscher widersprechen damit Befürchtungen, wonach Bewegung die Symptome der entzündlichen Darmerkrankung verschlimmern könnte. Victor Ng und seine Kollegen von der University of Ontario präsentieren ihre Forschungsergebnisse im Fachmagazin "Clinical Journal of Sports Medicine" (Vol. 17/5, September 2007). Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie 32 erwachsene Morbus Crohn-Patienten angeworben, die nur an milden Beschwerden litten oder bei denen die Krankheitssymptome vorübergehend nachgelassen hatten. Drei Monate lang unternahm die Hälfte der Teilnehmer dreimal wöchentlich einen halbstündigen Spaziergang. Die anderen Probanden behielten ihren gewohnten Lebensstil bei. Zu Beginn und am Ende der Studie füllten alle 32 Patienten einen Fragebogen aus, in dem es um ihre Beschwerden, ihr allgemeines Wohlbefinden sowie ihre Lebensqualität ging. Das Ergebnis: Bei der Gruppe mit den regelmäßigen Spaziergängen besserten sich die Beschwerden sowie die Lebensqualität. Die Patienten der Vergleichsgruppe dagegen gaben eine Verschlechterung der Symptome an. Morbus Crohn ist eine chronische Darmerkrankung, die Entzündungen im gesamten Verdauungstrakt verursacht. Das führt unter anderem zu Durchfall und Bauchschmerzen. Manchmal treten die Beschwerden in Schüben auf, um zwischendurch schwächer zu werden. Einige Ärzte glauben, dass Bewegung durch ihren Einfluss auf den Verdauungstrakt die Symptome verstärken könnte. Nach Ansicht der kanadischen Forscher hat aber zumindest mäßige Aktivität wie Spazierengehen keinen signifikanten Effekt auf die Verdauungsfunktion der Patienten. Das hätten auch andere Untersuchungen gezeigt. Diese seien allerdings ebenso wie die vorliegende Studie nur an Patienten mit nachlassenden oder milden Beschwerden durchgeführt worden. Wer an mäßigen bis starken Symptomen von Morbus Crohn leidet solle daher erst dann sportlich aktiv werden, wenn die Beschwerden besser unter Kontrolle seien, raten die Studienautoren. (mf)
Quelle: Netdoktor
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