Hach auch!
Schade, dass asterix und sein Pony soweit weg wohnen...
Sowas könnten wir hier echt gut gebrauchen

*seufz
Zur Wirkung von Hippotherapie:
1. Kinder und Tiere - ein Thema für sich. Oft und ohne dass ich es genau erklären kann, spüren die Tiere, was mit den Kindern los ist und verhalten sich entsprechend. Die Kinder reagieren auf eine ganz besondere Weise darauf. Sie sind offener, empfänglicher, mutiger und mit mehr Freude bei der Sache...
2. Beim Reiten werden (fast) alle Sinne angesprochen. Es gibt mehr Sinne als viele wissen. All diese Sinne sollten möglichst gut aufeinander abgestimmt sein und zusammenarbeiten. (Fachleute sprechen hier auch von "Sensorischer Integration")
- Sehen (visuelle Förderung): Beim Reiten haben die Kinder einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Umgebung. Gerade für kleine und/oder motorisch eingeschränkte Kinder eine neue Erfahrung, die mal beängstigend, meist aber sehr spannend und schön ist.
- Hören (auditive Förderung): Nicht nur, dass es hier lauter neue und interessante Geräusche zu hören gibt - was die Kinder hier mit ihren Ohren und dem Rest des Körpers wahrnehmen können ist Rhythmus. Rhythmus kann anregend oder beruhigend wirken und ein Rhythmusgefühl ist z.B. für den Spracherwerb wichtig.
- Gleichgewicht (vestibuläre Förderung): Ich glaub, das brauch ich nicht weiter erklären...

Gleichgewicht ist für alles wichtig. Nicht nur für den Körper und seine Motorik - auch für die Psyche. (im 'seelischen' Gleichgewicht sein)
- Fühlen (taktile Förderung): das erklärt sich glaub ich auch von selbst - hier gibt es viel neues zu fühlen...
- Tiefenwahrnehmung (propriozeptive Wahrnehmungsförderung): dieser Punkt ist vor allem für Kinder mit einer Spastik und für unruhige (hyperaktive) Kinder wichtig. Man nennt diesen Sinn auch 'Muskel-Stellungs-Sinn'. Die Kinder spüren, wie ihre Muskeln, Knochen, Gelenke im Verhältnis zueinander stehen oder zumindest wo sie sich gerade befinden. Man spürt sich 'in der Tiefe' und merkt, wo die Grenzen des eigenen Körpers sind. Motorisch stark eingeschränkte Kinder bekommen diese 'Informationen' (z.B. Druck, Zug,...) oft viel zu selten, weil sie sie sich nicht von allein holen können und andere Menschen oft zu 'vorsichtig' mit ihnen umgehen. Unruhige Kinder brauchen häufig sehr starke Reize und versuchen sie sich auch immer wieder zu holen. (Sie rempeln, laufen irgendwo gegen, lassen sich fallen,...). Diese 'Tiefenreize' haben auch eine entspannende Wirkung und können z.B. eine Spastik zumindest eine zeitlang 'mildern' und unruhige Kinder ruhiger und zufriedener machen.
Neben den Sinnen gibt es noch andere Bereiche, die beim Reiten gefördert werden. Der Muskeltonus z.B.
Tonus ist der 'normale Spannungszustand eines Muskels'. Jeder Mensch braucht eine gewisse Spannung der Muskulatur, damit er aufrecht sitzen, stehen oder gehen kann und das möglichst über einen längeren Zeitraum. Bei einer Spastik ist diese Spannung zu hoch, bei anderen Kindern ist sie zu niedrig (Hypotonie). Beim Reiten muss das vom Reiter reguliert werden - und das 'trainiert' den Muskeltonus.
So könnte ich jetzt noch eine Weile weiterschreiben
aber ich denke, das reicht erstmal...