29.09.2006
Mainz (kobinet) Das Projekt KOBRA des Zentrums für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in Mainz lädt zu einer Fachveranstaltung mit dem Titel "Gewalt gegen Frauen mit Behinderung: Ein Aspekt in der Beratung" ein, die am 2. November von 10.00 - 16.30 Uhr im Mainzer Rathaus stattfindet.
"Dass Frauen mit einer Behinderung 'überproportional' von (sexualisierter) Gewalt betroffen sind, ist mittlerweile in mehreren Studien festgestellt worden. Dass Frauen mit hohem Pflegebedarf im Falle eines gewaltgeprägten (häuslichen) Umfeldes besonderer Schutzbestimmungen bedürfen, um ihre Gewaltsituation zu beenden, ist einleuchtend. Dass Frauenschutzräume und -beratungsstellen, also etwa Frauennotrufe und Frauenhäuser, auch für Frauen mit körperlichen und Sinnesbehinderungen offen und nutzbar sein sollten, ist einsichtig. Dass sich die besonderen Erfordernisse von behinderten, gewaltbetroffenen Frauen in den bestehenden Rechtsvorschriften niederschlagen müssen, ist zu verlangen.
Dass - Gesamt gesehen - teilweise andere und umfangreichere Massnahmen zur Prävention und Intervention gegen Gewalt an Frauen mit Behinderung bereitgestellt werden müssen, steht außer Frage. Aber obwohl diese Aufzählung einerseits selbstverständlich anmutet, sind ihre Kernaussagen andererseits immer wieder Gegenstand von Diskussionen, Inhalt von Forderungskatalogen, Thema von Fachkräften in der Frauen- und Behindertenarbeit, Stoff für Anfragen von Abgeordneten. Dabei geht es immer wieder um die Frage der Umsetzbarkeit, um fehlende finanzielle Mittel zur Herstellung von Barrierefreiheit, um eindeutige Regelungen für die 'schnelle' Gewährleistung von Assistenz, um Vorschläge zur Erweiterung des Gewaltschutzgesetzes etc.", heißt es in der Ausschreibung für diese Tagung.
Bei dieser Veranstaltung werden daher konkrete Beispiele aus der Praxis-Erfahrung der Peer Counseling Beratung, des Mainzer Notrufes und der rechtlichen Möglichkeiten dargestellt. Vicky Bruckner, Aktivistin der US-amerikanischen Selbstbestimmt-Leben-Bewegung behinderter Menschen, gibt Einblick in die Gewaltprävention in den USA. omp
Weitere Informationen und Anmeldung bei Ulrike Jährig, telefonisch unter: 06131/14674-450 oder per E-Mail unter
u.jaehrig@zsl-mainz.de.
( Quelle: kobinet-Nachrichten )