Berlin (kobinet) An einer neuen Online-Akademie haben 16 Frauen und Männer den ersten Monat ihrer Weiterbildung zur politischen Selbstvertretung behinderter Menschen geschafft. Über ihre ersten Eindrücke vom elektronischen Lernen am Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) äußern sich heute für kobinet Esther Hoffmann und Martina Detken.
Auf
www.bifos-ok.de haben die beiden Frauen ihre Lernplattform für 15 Monate gefunden, weil sie etwas für sich und für die Belange anderer Menschen tun wollen. Esther Hoffmann arbeitet seit 2000 in einem Werkstattrat mit und hat ihren "Außenarbeitsplatz beim Netzwerk für behinderte Frauen und Mädchen Bayern".
Auch Martina Detken will "persönlich aktiver als bisher werden" und die Weiterbildung nutzen, ihre Arbeit in der Assistenzgenossenschaft Bremen zu unterstützen: "Unser Ziel ist ja nicht nur die Bereitstellung von selbstbestimmter Assistenz für unsere Assistenznehmer, sondern auch das politische Klima wie auch die Bedingungen für behinderte Menschen, sei es in Bremen oder anderswo, zu verbessern."
Esther Hoffman schätzt am E-Learning besonders die freie Zeiteinteilung: "Zur Bearbeitung der verschiedenen Aufgaben hat man länger Zeit als in einem Seminarraum." Allerdings sieht sie als einen Nachteil, dass man sich eben nur über Computer und Telefon persönlich austauschen kann.
Die zeitliche Flexibilität erkennt auch Martina Detken als großen Vorteil ("Zwang zur Selbstdisziplin sowie die zweckgebundene Beschäftigung mit dem Computer und dem Internet über Routinedinge hinaus"). Sicher vermisst sie manchmal den persönlichen Kontakt. Aber das sei kein wirkliches Problem.
Esther Hoffman findet es gut, "dass schon jetzt ein guter Zusammenhalt im Team spürbar ist". Von unterschiedlichen Erfahrungen im Privat- und Berufsleben sei gegenseitig zu profitieren. Für sie war es teilweise anstrengend, "sich alleine in das Programm einzuarbeiten und gewisse Strukturen zu finden".
Mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen ist dieser Online-Kurs gestartet worden. Doch Lernenden wie Lehrenden macht es offensichtlich Spaß. Nach der Weiterbildung sollen die Belange behinderter Menschen besser durchgesetzt werden. Esther Hoffmann und Martina Detken hoffen auf einen erfolgreichen Abschluss. Der soll Grundlage sein, um im eigenen beruflichen Werdegang weiter zu kommen und in der Behindertenpolitik gut mitreden zu können.
Quelle: Rehacare