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  #1  
Alt 04.03.2009, 16:05
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angelika angelika ist offline
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Standard Design-Baby wird Wirklichkeit

Aktion Leben: Design-Baby wird Wirklichkeit

US-Klinik bietet Wahl des Geschlechts, der Augen, Haar- und Hautfarbe an

Seit Jahren warnt die aktion leben österreich vor einer Zulassung der Prä-Implantationsdiagnostik (PID) bei künstlicher Befruchtung. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich: "PID ist der perfekte Weg, Menschen nach willkürlichen Kriterien zu selektieren. Die Klinik in den USA bestätigt nun, wie sehr diese Kritik zutrifft."
Im Rahmen der Prä-Implantationsdiagnostik werden künstlich gezeugten Embryonen im 4- bis 8-Zellstadium je eine Zelle entnommen. Je nach Untersuchungsergebnis werden sie in die Gebärmutter eingepflanzt oder nicht verwendet. Kronthaler. "Die PID ist mit einem enormen Verbrauch embryonaler Menschen verbunden. Zugleich senkt sie nachweislich die Schwangerschafts- und Geburtenrate nach einer künstlichen Berfruchtung."
In einigen Staaten ist es bereits erlaubt, auf diese Weise das künftige Kind nach bestimmten Kriterien auszusuchen. Gefahndet wird dabei in erster Linie nach erblich bedingten Erkrankungen. Kronthaler: "Schon das ist ethisch sehr fragwürdig. Wer gibt uns das Recht zu bestimmen, dass ein bestimmtes Leben nicht lebenswert ist?"
Die Selektion nach dem Geschlecht ist medizinisch relativ einfach. Die amerikanische Klinik "Fertility Institute" mit mehreren Zweigstellen in großen Städten bietet das auf seiner Website sogar einem deutschsprachigen Publikum an. Die Klinik wirbt mit mehr als 2400 erfolgreichen Fällen und dem damit "größten und erfolgreichsten vorgeburtlichen Geschlechtswahlprogramm der Welt". Nun geht sie noch einen Schritt weiter: Künftig sollen Eltern auch frei über Augen-, Haar- und Hautfarbe bestimmen können.
Kronthaler: "Das Design-Baby wurde lange als reine Utopie gehandelt. Jetzt ist es Realität. Was kommt als nächstes? Wer bestimmt, wie der Mensch der Zukunft beschaffen sein wird? Die Bedürfnisse der Wirtschaft nach bestimmten ArbeiterInnen? Oder werden Babys der Mode unterliegen wie die neue Frühlingsmode?" Die aktion leben dringt aufgrund dieser neuesten Entwicklung weiter darauf, die PID in Österreich endlich eindeutig zu verbieten.

quelle: bizeps
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  #2  
Alt 04.03.2009, 22:18
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Standard

Heftige Kritik von Experten

Das Baby nach Maß sollte rund 11.000 Euro kosten.
In den Kliniken des US-Fortpflanzungsspezialisten Jeff Steinberg sind in den letzten Tagen die Telefone nicht mehr stillgestanden. Seine Ankündigung von Montag, in wenigen Monaten Babys ganz nach den optischen Wünschen der Eltern "designen" zu können, hat zahlreiche Kritiker auf den Plan gerufen.

Am Mittwoch nahm Steinberg, der in Los Angeles und Manhattan gutgehende Fertilitätsinstitute betreibt, sein "Angebot" zurück. Man werde vorerst nicht Eltern mit rein kosmetischen Wünschen bedienen, sondern nur Familien, die aufgrund gesundheitlicher Probleme seine Hilfe suchen, sagte er gegenüber der "New York Daily Mail".

Auch von seiner Website verschwand die Ankündigung, Babys künftig mit Augen- oder Haarfarbe nach Wunsch "anbieten" zu wollen, rasch wieder.

Hübsche Kinder aus dem Reagenzglas
Dabei war der Pionier der In-vitro-Fertilisation anfänglich durchaus stolz auf seine Fortschritte in der Prä-Implantationsdiagnostik (PID). Über die "NY Daily Mail" verkündete er am Montag, dass es ihm erstmals möglich sei, auch optische Kriterien des Nachwuchses feststellen zu können.

Über einen Fragebogen wie "Soll Ihr Baby künftig blaue Augen haben?" hätten Eltern damit die Möglichkeit gehabt, das Aussehen ihres Nachwuchses mitzubestimmen. Die Selektion hätte im Reagenzglas unter den geschulten Augen von Steinberg und seinen Mitarbeitern stattgefunden.

11.000 Euro für das Wunschkind
Ob Steinberg sein Versprechen tatsächlich hält und auf eine Selektion nach optischen Kriterien auch langfristig verzichtet, bleibt dahingestellt. Denn für seine Klinik wäre es ein Millionengeschäft.

Bereits kurz nach seine Ankündigung von Montag hatten sich sechs Paare für die rund 14.000 Dollar (rund 11.000 Euro) teure Behandlung angemeldet. Darunter war etwa ein Paar, das nach zwei Kindern mit dem gleichen Geschlecht nun beim dritten Baby das Geschlecht mitbestimmten wollte.

Was geschieht mit "unpassenden" Embryonen?
Steinberg schlug nach seiner Ankündigung eine Welle der Empörung entgegen. Experten befürchteten, dass er mit seinem Angebot den eigentliche Zweck der Fertilisationsmöglichkeiten ad absurdum führt.

Die britische Fertilisationsärztin Gillian Lockwood brachte es gegenüber dem britischen Nachrichtensender BBC auf den Punkt: "Wenn wir dort angekommen sind, wo wir an Embryonen Gene für blaue Augen oder blonde Haare identifizieren können, was machen wir dann mit den ganzen Embryonen, die braune Haare oder grüne Augen haben?"

Auch Josephie Quintavalle vom Verein für reproduktive Ethik fürchtete, dass damit ein Prozess ausgelöst wird, durch den viel mehr Embryonen geschaffen werden, als man schließlich einpflanzen kann. Für sie bleibt dann nur die Entscheidung über "Achtlinge oder das eine mit der hübschesten Nase".

Kirche: Ethisch unannehmbarer Eingriff
Auch der Vatikan war alles andere als erfreut über Steinbergs "Durchbruch": "Es handelt sich um einen ethisch unannehmbaren Eingriff, mit dem man den Körper manipulieren und nach eigenem Belieben beherrschen will", kommentierte der emeritierte Präsident der Päpstlichen Akademie für das Leben, Bischof Elio Sgreccia.
Ende der Vielfalt?
Als "ethisch höchst bedenklich" bezeichnete der Referent für Ethik und Palliativmedizin der Ärztekammer für Wien, Michael Peintinger, die Ankündigung. Peintinger sparte auch nicht mit Kritik an den Eltern: "Es wird in die Individualität der Kinder eingegriffen, da sie nur nach den Wünschen der Eltern kreiert worden sind. Ist das wirklich eine Welt, in der wir leben möchten? Ohne Vielfalt und mit Kindern nach Maßstab?"
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