Eltern und das kindliche Umfeld erwarten oft schon früh, dass ihre Kinder nachts die Blase kontrollieren können. Medizinisch wird erst dann von Bettnässen gesprochen, wenn ein Kind jenseits des 5. Geburtstages mindestens zweimal pro Woche einnässt. Dabei wird die primäre und die sekundäre Enuresis unterschieden. Die primäre Enuresis ist gekennzeichnet durch fortlaufendes Einnässen über das sechste Lebensjahr hinaus, ohne dass das Kind über einen längeren Zeitraum trocken war. Bei der sekundären Form waren die Kinder nachts schon mal trocken und nässen dann wieder ein.
Wie viele Kinder sind betroffen?
Untersuchungen haben ergeben, dass nachts etwa 25 Prozent der Vierjährigen, zehn Prozent der Siebenjährigen, fünf Prozent der zehnjährigen und ein bis zwei Prozent der Jugendlichen einnässen. Die spontane Heilungssrate beträgt etwa 13 Prozent pro Jahr. Die meisten von ihnen sind Jungen. Wahrscheinlich ist die tatsächliche Zahl noch viel höher, da die Dunkelziffer sehr hoch einzuschätzen ist.
Ursachen für das Einnässen
Bei der sekundären Enuresis liegen in der Regel psychische Ursachen vor, wie zum Beispiel Schulstress, Trennung der Eltern, Probleme mit Freunden o.ä. Bei Kindern, die schon immer eingenässt haben, spielen psychische Gründe laut Medizinern in der Regel keine Rolle. Psychische Probleme werden bei der primären Enuresis eher als eine Folge der Störung betrachtet. Ursache ist häufig eine verzögerte Entwicklung der Hirnanhangdrüse, die zu wenig von einem bestimmten Hormon produziert, das die Harnproduktion hemmt (ADH oder Vasopressin). Normalerweise wird dieses Hormon von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) in einem tageszeitlich abhängigen Rhythmus ausgeschieden, der dafür sorgt, dass nachts weniger Harn in die Blase gelangt. Diese hormonelle Regulation kann bei der primären Enuresis nocturna gestört sein
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