Welche Pflege brauchen kranke Kinder?
Die meisten Kinder sind bei Krankheit anhänglicher und brauchen mehr Zuwendung. Auch bei der Ernährung ist einiges zu beachten.
Je kleiner das Kind ist, desto einscheidender ist das Erlebnis Krankheit. Das Kind versteht nicht, warum es sich anders, schlechter fühlt als sonst. Schließen Sie das Kind nicht aus der Familie aus, indem Sie es in sein Zimmer verbannen. Versuchen Sie, Ihm ein Bett in dem Zimmer zu machen, in dem Sie sich hauptsächlich aufhalten. Und wenn es Ihrem Kind besonders schlecht geht, sollten Sie es auch nachts nicht alleine lassen. Man kann sich ja auch einmal mit dem Partner abwechseln.
Besonderheiten der Ernährung
- Viele Kinder haben keinen besonderen Appetit, wenn sie krank sind. vor allem, wenn sie Fieber haben. Dies ist auch nicht sonderlich schlimm. Ein ansonsten gut genährtes Kind hat sehr wohl genügend Reserven, um ein bis zwei Tage ohne allzu viel Essen auszukommen.
- Zwingen Sie Ihr Kind daher nicht, unbedingt den Teller leer zu essen.
- Bieten Sie ihm seine Lieblingsgerichte an.
- Wählen Sie kleine Portionen.
- Mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt haben mindestens den gleichen Effekt wie wenige große und sind sogar gesünder.
- Das kranke Kind muss regelmäßig und viel trinken, vor allem wenn es Fieber hat oder unter Durchfall bzw. Erbrechen leidet. Und da sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt.
- Wenn das Kind Halsschmerzen hat, sollten die Getränke möglichst kalt sein. Die Palette reicht hier von fertigem Fruchteis über selbstgemachte Eiswürfel aus Fruchtsaft bis hin zu Eistee. Verbinden Sie das Trinken, wenn das Kind partout keine Flüssigkeit zu sich nehmen will, mit Spiel und Spaß. Nehmen Sie zum Beispiel kleine Gefäße wie Puppentassen oder Eierbecher. Auch der allseits beliebte Strohhalm kann gute Motivationsdienste leisten.
- Ein kleiner Tipp: Kranke Kinder möchten im wahrsten Sinne des Wortes bemuttert werden. In ihrer Hilflosigkeit sind manche ganz gerne wieder "klein". Lassen Sie sich auf das Spiel ein und bieten Sie dem Kind auch einmal sein Getränk in der Lerntasse oder sogar in der Nuckelflasche an. Der Zweck heiligt in diesem Fall ganz bestimmt die Mittel
Quelle: E. Esser: Medizin für Kinder GOVI-Verlag GmbH