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Alt 12.07.2008, 21:21
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angelika angelika ist offline
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Standard Otosklerose

Beschreibung

Der Begriff "Otosklerose" kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie "Ohrverhärtung". Das innerste Gehörknöchelchen (Steigbügel = Stapes) ist mit dem Knochen verwachsen (klinische Otosklerose). Dadurch ist die Beweglichkeit der Gehörknöchelchenkette eingeschränkt und die Schallübertragung gehemmt. Diesen Zustand nennt man auch Stapesfixation. Umgangssprachlich bezeichnet man die Otosklerose auch als "Verkalkung" des Gehörs. Die Folge ist, dass sich das Hörvermögen verschlechtert.

Die Erkrankung tritt vorwiegend zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf, die knöchernen Veränderungen beginnen aber schon viele Jahre vor den ersten Symptomen. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer.



Ursachen

Mediziner vermuten, dass die Störung bestimmter Stoffwechselvorgänge Knochenwucherungen im Ohr auslöst. Die genauen Zusammenhänge, die zur Entstehung dieser Ohrenerkrankung führen, sind jedoch unbekannt. Es gibt aber Hinweise, dass folgende Faktoren eine Rolle spielen:
  • Otosklerosen treten in einigen Familien gehäuft auf; Experten vermuten deshalb eine genetische Veranlagung. Bisher sind fünf Gene bekannt, auf denen eine Otosklerose vererbt werden kann, die Otosklerose-Gene OTSC 1 bis OTSC 5.
  • Überwiegend jüngere Frauen entwickeln eine Otosklerose. Die Probleme treten häufig während der Schwangerschaft auf. Man nimmt daher an, dass hormonelle Einflüsse an den Umbauprozessen im Ohr beteiligt sind.
  • Die krankhaften Veränderungen könnten durch das Masern-Virus ausgelöst werden.
Symptome

Die Otosklerose beginnt meist mit einer langsamen, schubweisen Hörverschlechterung auf einer Seite. Diese kann sich anfangs auch wieder bessern.

Bei 70 Prozent der Patienten betrifft die Otosklerose nach und nach beide Ohren. Etwa jeder Dritte leidet zusätzlich unter Ohrgeräuschen (Tinnitus). Selten treten Schwindelgefühle auf.

Auch an anderen Stellen des Innenohrs kann es zum Knochenumbau kommen, beispielsweise an der Labyrinthkapsel (Kapsel-Otosklerose, histologische Otosklerose). Daraus kann sich eine Schallempfindungs-Schwerhörigkeit entwickeln und über viele Jahre hinweg sogar eine Taubheit.


Diagnose

Am Anfang steht die Erfragung der Krankengeschichte (Anamnese). Um auszuschließen, dass eine Entzündung die Ursache des Hörverlustes ist, werden der äußere Gehörgang und das Trommelfell untersucht (Pneumatische Lupe und Ohrmikroskopie). Bei Patienten mit einer Otosklerose ist das Bild von Trommelfell und Mittelohr immer vollkommen unauffällig.

Im Hörtest (Audiometrie) ist eine Behinderung der Schallleitung erkennbar, das heißt die Schallübertragung vom Mittel- zum Innenohr ist gestört. Klassisch ist der fehlende Nachweis eines Muskelreflexes (Stapediusreflex) bei normaler Trommelfellbeweglichkeit.

Eine hochauflösende Computertomographie vom Felsenbein zeigt die Ausdehnung der Verkalkungen in der Labyrinthkapsel. Bei Verdacht auf eine Mitbeteiligung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr wird zusätzlich eine Gleichgewichtsprüfung durchgeführt.


Therapie

Mit Medikamenten ist die Otosklerose bislang nicht heilbar. Die resultierende Schallempfindungsschwerhörigkeit kann meist nur vorübergehend mit Kortison-haltigen Infusionen positiv beeinflusst werden. Die Erkrankung kann fortschreiten, weshalb regelmäßige Nachuntersuchungen notwendig sind. Nimmt die Hörvschlechterung sehr rasch zu, kann man versuchen, den Prozess medikamentös mit Natriumfluorid zu bremsen. Ist der Hörverlust nicht allzu gravierend, lässt sich das Hörvermögen mit einem geeigneten Hörsystem verbessern.

Die aussichtsreichste Therapie ist die Operation (Stapedektomie). Der Steigbügel wird durch eine Prothese aus Metall oder Kunststoff ersetzt, welche die Schallübertragung übernimmt. Die Schallleitungs-Schwerhörigkeit bessert sich durch die Operation meist deutlich. Die Operation wird in lokaler Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt, der Patient bemerkt den Erfolg noch während des Eingriffs. Danach muss er zwei Wochen lang einen Spezialverband (Ohrtamponade) tragen.

Eine zusätzlich bestehende Schallempfindungs-Schwerhörigkeit lässt sich durch den Eingriff jedoch nicht beheben. Kann eine beidseitige, stark ausgeprägte Schallempfindungsschwerhörigkeit bei einer Kapsel-Otosklerose nicht mehr ausreichend mit Hörgeräten verbessert werden, ist die Cochlea-Implantation die Therapie der Wahl.

quelle: netdoktor
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Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,

als der Weg von der Erde zum Mond.
angie
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