
07.09.2005, 22:46
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Teammitglied - Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht
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Registriert seit: 01.04.2005
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Bin ich behindert?
Bin ich behindert? Darf ich behindert sein?
Liebe Mary,
Liebe Nutzer des Netzwerkes Behindertes Kind
Ich war gerade in einem Club und ein Engländer kam herein.
Wir unterhielten uns auf Englisch über einiges. Wir kamen auf das Thema „Behinderungen“ und er meinte, ich sei nicht behindert. Später haben wir Adressen ausgetauscht, weil er Deutsch von mir lernen will.
Nun gut.
Er meinte, ich sei nicht behindert, wo ich widersprach und auf meinen linken Arm und mein linkes Bein zeigte.
„Ich bin behindert.“
Um es anders auszudrücken, ich bin behindert in dem, was ich tun will.
Noch anders ausgedrückt, ich werde behindert.
Der Satz „ich werde behindert“, ist hier in den letzten Tagen oft gefallen.
Ich habe oft gesagt, ich mag den Satz „ich bin behindert“ nicht, dass ich den Satz, „ich habe eine Behinderung“ dem tausendmal vorziehe. Eine Behinderung kann jeder haben. „behindert“ heißt Stempel.
Ich habe mich über dieses Thema mit einer Pädagogin unterhalten, die mit behinderten Jugendlichen arbeitet, und sie erzählte mir von einem Schild auf dem glaube ich stand „irgendwas für Behinderte.“
Es ging darum zu sagen, ich habe eine Behinderung, aber ich bin nicht behindert.
Dieses ist vielen Personen in dieser Situation wichtig.
Auch mir war es extrem wichtig.
Heute hörte ich wieder den Satz, den ich schon so oft gehört habe:
„Du bist für mich nicht behindert.“
Diesen Satz habe ich schon so oft gehört, und er regt mich innerlich genauso auf wie der Satz, „Du bist behindert, statt Du hast eine Behinderung.“, obwohl ich ihn ja selbst benutze.
Ich bin behindert.
Ich kann keine 1000 Meter laufen, was ein Mann in meinem Alter tun können wollte, ich kann meine linke Hand nicht so benutzen wie viele andere. Das behindert mich. Ich bin also behindert.
Ich kann dafür viele andere Dinge, die andere nicht können. Vielleicht musste ich diese erlernen, weil ich andere Dinge nicht kann.
Und weil ich die einen Dinge kann, meinen manche, ich sei nicht behindert oder hätte keine Behinderung.
Vielleicht das zweite weniger.
Bin ich nicht behindert, wenn ich etwas nicht kann?
Mein Problem, wenn jemand zu mir sagt, „Du bist nicht behindert“, ist, dass er mir jegliches Recht entzieht auf dass, was er im ersten Moment gedacht, wenn auch vielleicht nur unterbewusst, hat, auf das, was er sah.
Das was sehr viele Menschen ganz am Anfang wahrnehmen.
Ich denke, jemandem die Behinderung abzusprechen ist genauso verkehrt, wie jemanden als behindert zu erklären.
Ich weiß, dass dies schwer ist.
Eine sehr gute Freundin hat einmal gesagt, ich hätte ihren tiefen Respekt, wie ich mit all dem, auch meiner Behinderung umgeh. Ohne dieses „Das könnte ich nicht“ Gequatsche. Natürlich könnte sie das auch, wenn es sich ergeben hätte, was es hoffentlich nie tut.
„Du bist für mich nicht behindert?“ Wie oft habe ich diesen Satz gehört und verflucht.
Wenn ich nicht behindert wäre, müsste ich nicht andere Dinge können, um einen Weg zu finden, weil mir einiges unmöglich wäre.
Müsste nicht ständig nach Wegen suchen.
Darf ich behindert sein? Darf ich sein, was ich bin?
Darf ich beim Namen nennen, was ich bin.
Vor 2 Monaten habe ich noch gesagt, ich mag es nicht, wenn man zu mir „behindert“ sagt.
Heute sage ich zurück:
„Erklär mir bitte, wovon Du redest. Vielleicht sehen wir das selbe.“
LG
Flipi
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Ich bin der Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht. Ich kann Hinweise geben, aber für eine Rechtsberatung sucht bitte einen Anwalt Eures Vertrauens auf.
Hemingway hat einmal gesagt:"Es gibt kein Problem, dass man nicht mit einem doppelten Scotch lösen kann", und dann hat er sich erschossen. (DmVgGzP)
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26.10.2005, 14:50
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Forenküken
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Registriert seit: 25.10.2005
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[navy] Hallo Flipi
Deine Gedankengänge kann ich sehr gut nachvollziehen. Auch ich mag diesen Stempel 'behindert' nicht.
Oft wird mir gesagt: Deine Tochter ist nunmal behindert, hast Du ein Problem damit?
Nein! Ich habe kein Problem damit, das meine Tochter anders ist!
Ihre Wahrnehmung ist anders, ihr Vehalten ist anders als bei uns 'Normalen'. Doch definiere mir 'normal' - jeder Mensch ist anders.
Sie ist eingeschränkt im Umgang mit uns Hörenden. Das behindert uns in der Kommunikation mit ihr. Wenn Dich jemand auf japanisch anspricht, verstehst Du ihn auch nicht - ist er deshalb behindert?
Sie hat Einschränkungen, die sie behindern.
Behindert wird sie durch ihre Mitmenschen, die auf sie herabsehen, sie ignorieren, belächeln, sogar beleidigen, nicht auf sie eingehen wollen.
Ihre Einschränkungen zwingen sie, einen anderen Weg zu gehen.
Grüße Tine[/navy]
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26.10.2005, 21:27
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Teammitglied - Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht
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Registriert seit: 01.04.2005
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Ich bin der Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht. Ich kann Hinweise geben, aber für eine Rechtsberatung sucht bitte einen Anwalt Eures Vertrauens auf.
Hemingway hat einmal gesagt:"Es gibt kein Problem, dass man nicht mit einem doppelten Scotch lösen kann", und dann hat er sich erschossen. (DmVgGzP)
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20.02.2006, 20:42
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Hallo Flipi
habe gerade Deinen Beitrag gelesen.
Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, habe ich das Bedürfnis, etwas dazu zu schreiben.
Deine Ausführungen und Gedanken kann ich gut nachvollziehen.
Meinengel2! gilt laut ärztlicher Diagnose und so ist es auch, als schwermehrfachbehindert, sowohl geistig als auch körperlich.
Ihr gelingt allerdings fast immer etwas, wozu "Nichtbehinderte" oftmals nciht in der Lage sind:
Sie öffnet Herzen und häufig sogar Herzen von Menschen, die in unserer
schnell lebigen Konsumgesellschaft gar keinen Blick für andere Menschen haben, geschweige ein Interesse an Menschen mit Behinderung.
Dieses Talent hat sie, weil sie nicht nachdenkt:
störe ich gerade?
ist es Recht?
Nein, sie spricht die Menschen einfach an. Sie behindert SICH nicht.
Sie tut das, wonach ihr zumute ist, und das nenne ich - zumindest -
in diesem Punkt: nicht behindert.
Eine kleine Antwort und ein kleines Beispiel auf die Frage: Behindert oder nicht?
LG
engel2!
und Nancy
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