
25.12.2006, 16:49
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Gast
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Skoliose
Skoliose
Allgemeines
Die Skoliose ist eine der ältesten orthopädischen Leiden. Es handelt sich um eine seitliche Krümmung der Wirbelsäule. Sie entsteht, wenn sich einzelne Wirbelkörper um ihre eigene Achse verdrehen. In diesen Abschnitten sind die Wirbel dann versteift. Auch Verbiegungen nach vorn (Kyphose) und nach hinten (Lordose) können auftreten. Eine Skoliose entwickelt sich oft bereits im Wachstumsalter, ganz besonders während der Wachstumsschübe in der Pubertät. Die körperliche Verformung verursacht bei den Patienten oft seelische Probleme.
Geändert von Nancy (22.04.2008 um 17:13 Uhr).
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25.12.2006, 17:52
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Teammitglied - Entscheidungsträger
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im sehr vortgeschrittenstadium ist es eine sehr schmerzhahfte krankheit
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25.12.2006, 18:08
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Gast
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ja ich kenne viele kinder die skoliose haben ,tim hat auch schon ne minimale verkrümmung ich hoffe uns bleibt das noch lang erspart ....nur bei angelman hat das jedes zweite kind leider.Die kati hat auch skoliose .....ich hab aber mal gelesen das man ev.operieren kann
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25.12.2006, 19:24
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Teammitglied - Entscheidungsträger
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zur op hat dir nancy etwas sagen ihre tochter hatte eine op deswegen.
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26.12.2006, 09:30
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Gast
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Operation
Definition:
Bei der Skoliose handelt es sich um eine Wachstumsdeformität der Wirbelsäule mit
a) fester Seitausbiegung der Wirbelsäule und
b) Drehung der Wirbelsäule um die Achse des Wirbelsäulenverlaufes
Im Sinne einer Klassifikation der auftretenden Skoliosen unterscheidet man in solche
· osteopathischen Ursprungs (z.B. Fehlbildung, Fraktur)
· neuropathischen Ursprungs d.h. Erkrankungen auf neurologischem Fachgebiet (z.B. Zere-bralparese, Syringomyelie, Poliomyelitis, Spinale Muskelatrophie, Myelomeningozele)
· myopathischen Ursprungs, d.h. Erkrankungen auf muskulärem Fachgebiet (Arthrogrypose, Muskelatrophie, Muskeldystrophie, angeborene Hypotonie)
· kongenitalen Ursprungs, d.h. angeborenen Fehlbildungen im Bereich der Wirbelsäule (Mißbildungsskoliose, Diastematomyelie, Myelomeningozele, Neurofibromatose )
· idiopathischen Ursprungs, hierbei handelt es sich um die größte Zahl der Skoliosen, etwa 85 %, bei welchen trotz aller möglichen Untersuchungsmethoden man bis heute noch nicht in der Lage ist, eine Ursache anzugeben.
Diagnostik:
Gemessen wird die seitliche Verbiegung der Wirbelsäule (Skoliose) anhand einer großformatigen Wirbelsäulenstandaufnahme. Dabei werden eventuell bestehende Beinlängendifferenzen vorher durch Brettchenunterlage ausgeglichen (s. Abb. 1).
Seitverbiegungen bis 20° werden als nicht behandlungsbedürftig eingestuft. Seitverbiegungen von 20 bis 50° bedürfen einer Behandlung mit intensiver Krankengymnastik sowie Benutzung eines Korsetts.
Skoliosen größer als 50° sollten operiert werden, wenn ihre weitere Entwicklung voraussichtlich ungünstig verläuft.
Abb 1
Skoliosen über 70° können zu einer deutlichen Beeinträchtigung der allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit führen mit eingeschränkter Herz-/Kreislauffunktion.
Die prognostische Beurteilung des Skolioseverlaufes erfolgt anhand der Einschätzung der Verknöcherung der Beckenkammwachstumsfuge, dem sogenannten Risser-Zeichen (Abb.2 ).
Abb 2

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26.12.2006, 09:30
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Gast
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Operation:
Die Operation verfolgt das Ziel, eine Verschlechterung der Seitverbiegung zu verhindern, die Verformung zu vermindern, im günstigsten Fall den weitgehend normalen Kurvenverlauf der Wirbelsäule wiederherzustellen. Dabei wird die Wirbelsäule insgesamt stabilisiert, d.h. über bestimmte Wirbelkörperetagen versteift.
Um eine möglichst sichere und gute Korrigierbarkeit der Skoliose während der Operation zu erreichen, wird oftmals vor der Operation ein Traktionsverfahren eingesetzt. Das bedeutet, daß durch ein Halo-Schwerkrafttraktionsverfahren die Wirbelsäule über einen am Schädel angebrachten Metallring in die Länge gezogen wird. Dieses wird dadurch erreicht, daß an aufeinanderfolgenden Tagen Gewichte aufgelegt werden, welche über ein Rollenumlenkverfahren die Wirbelsäule strecken. Dieses sogenannte Halo-Schwerkrafttraktionsverfahren wird ununterbrochen angewandt, am Tag im Stand, im Sitzen sowie nachts im Bett werden die anhängenden Gewichte belassen.
Die Dauer dieses Verfahrens umfaßt ca. 3 bis 4 Wochen, um Wirbelsäule und Weichteile zu lockern. Dabei wird die Gewichtssteigerung solange fortgeführt, bis der Patient im Rollstuhl "schwebt" (siehe Abb. 3)
Abb3
Mögliche Komplikationen des Halo-Schwerkrafttraktionsverfahren: Bei der Anlage des Haloringes kann es zu Infektionen an den Schraubeneintrittsstellen kommen. Als Begleitkomplikations sind weiterhin bekannt: Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Sehstörungen. Hiergegen werden Massagen sowie warme Rollen etc. eingesetzt.
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26.12.2006, 09:32
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Die operative Versteifung der Wirbelsäule
Gemäß Ursache und Schweregrad der Seitwärtsverbiegung der Wirbelsäule wird entweder nur vom hinteren Zugang aus operiert (Operationen nach Luque, Cotrel und Dubousset, Spine fix)oder zusätzlich vom vorderen Zugang (Operationen nach Zielke bzw. anderen Techniken).
Beim Operieren von hinten wird die Wirbelsäule durch einen Hautschnitt in der Mittellinie dargelegt.
Sodann werden die einzelnen Wirbelbogengelenke entknorpelt, dann wir das Instrumentarium eingelegt, meist in Form zweier Stäbe, welche diesseits und jenseits der hinteren Wirbelkörper-dornfortsätze positioniert werden. Verspannt werden sodann diese Stäbe mittels Haken und Schrauben. Zum Schluß wird durch Einlegen von Knochenspänen, gewonnen aus dem Beckenkamm oder aus der Knochenbank, erreicht, daß die geplante Verknöcherung des jeweiligen Wirbelsäulenabschnitts noch sicherer vonstatten geht ( s. Abb. 4)
Abb4
Nach der operativen Stabilisierung der Wirbelsäulenseitwärtsverbiegung/Verdrehung kann der Haloring in der noch bestehenden Narkose entfernt werden. Mit einem sterilen Verband am Rücken versehen verbleibt der Patient im Durchschnitt noch 1 Woche im Bett, bevor er dann unter der Aufsicht von krankengymnastischem Personal mobilisiert wird. In den meisten Fällen ist dazu kein Korsett bzw. Gips mehr notwendig. Genutzt wird oftmals eine sogenannte "Schweizer Binde", d.h. eine Schaumstoffbandage, welche um den Bauch herum getragen wird.
Die Entlassung aus stationärer Behandlung ist dann möglich, wenn die Wunde reizfrei verheilt ist und der Patient sich sicher auf ebener Strecke sowie auf der Treppe bewegen kann.
Bei der Operation durch den vorderen Zugang wird die Wirbelsäule vom Bauchraum her am Brustkorb vorbei freigelegt.
Sodann werden die Bandscheiben der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte ausgeräumt und das entsprechende Instrumentarium (Stäbe, Schrauben, Unterlegscheiben etc.) eingebracht. Die Operation ausschließlich von vorn erfordert in der Regel eine 9-12-monatige Gips- und Korsettruhigstellung der Wirbelsäule. Unter besten Umständen schließt sich 14 Tage nach dieser Operation vom vorderen Zugang aus der Eingriff vom hinteren Zugang aus an.
Mögliche Komplikationen der Operation vom hinteren sowie vorderen Zugang aus: Bei der Durchführung einer Skolioseoperation handelt es sich um einen großen orthopädischen Eingriff Die speziellen Risiken nehmen dabei gemäß Grad der Wirbelsäulenseitwärtsverbie-gung/Verdrehung zu.
Grundsätzlich bestehen alle allgemeinen Operationsrisiken. Dazu gehören die Infektion, die Thrombosen (Bildung von Blutgerinseln), die Embolien (Arterienverschlüsse durch Butgerin-sel/Klumpen), die im Kindes- und Jugendlichenalter praktisch nicht vorkommen..
Als besondere Risiken bestehen: die Lähmung (vorübergehend bzw. auf Dauer/Querschnitt-lähmung), die bei l % aller Operierten beobachtet wird. Diese neurologischen Komplikationen entstehen durch Überdehnung des Rückenmarkes mit resultierender Durchblutungsstörung. Vermieden werden sollen derlei Komplikationen durch das vorausgegangene Halo-Extensionsverfahren; weiterhin dient ein intraoperativer Aufwachtest ohne Schmerzempfinden dazu, aufgetretene Lähmungen rechtzeitig festzustellen und zu beheben. Als weitere Risiken bestehen die Lähmung der Blasen/Mastdarmfunktion sowie die Implantatlockerung später.
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26.12.2006, 09:33
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Was kommt nach der Operation?
Eine Entfernung des eingebrachten Metalls an der Wirbelsäule ist auf Dauer nicht vorgesehen.
Selten auftretende Verknöcherungsstörungen/Implantatlockerungen bedürfen einer Nachope-ration. Gelegentlich kommt es zu sogenannten Schleimbeutelausbildungen über einzelnen hervorstehenden Metallimplantatteilen. Hier können lokale Behandlungen in Form einer Punktion sowie einem anschließend anzulegenden sterilen Verband notwendig werden.
Belastungsfähigkeit/Sportempfehlungen bei operierten Patienten:
· Bis zum 3. Monat postoperativ empfehlen sich lediglich Spannungsübungen der Muskulatur (Isometrik).
· Ab dem 3. Monat empfehlen sich Bewegungsübungen.
· Ab dem 6. Monat empfehlen sich Belastungen wie Schwimmen.
· Ab dem 12. Monat nach erfolgter Röntgenkontrolle kann sodann Leistungs- und Schulsport je nach Versteifungsstrecke ausgeführt werden.
Eine generelle Empfehlung für alle operierten Skoliosefälle gibt es nicht. Generell läßt sich aber sagen, daß Kontaktsportarten, die zu Stürzen führen können, vermieden werden sollten. Hierzu zählen u.a. Fußball, Handball, Volleyball, Basketball und Hockey. Eine weitere Einschränkung besteht für Aktivitäten im Sinne des Leistungssports. Sportarten, die zu einer starken Stoßbe-lastung der Wirbelsäule führen, sollen ebenfalls nicht ausgeführt werden.
Während des stationären Aufenthaltes in der Klinik wird Ihr Kind hauptsächlich in den Schul-Hauptfächern unterrichtet werden. So sollen wesentliche Versäumnisse in der Schule vermieden werden.
Wenn Sie über das vorliegende Informationsblatt hinaus noch Fragen über das Krankheitsbild der Skoliose haben, so wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Stationsarzt.
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