
08.01.2007, 20:40
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Omphalocele
Omphalocele
Definintion Ein kongenitaler Defekt der Bauchdecke mit Prolabieren von Darm, der von Peritoneum und einer Anmnionmembran bedeckt wird.
Epidemiologie
Inzidenz: 1/4000-1/6000
Pathogenese
1.Hintergrund - eine abnormale Entwicklung des Darmes vor der 3. embryonalen Woche, welche die Rückkehr des Mitteldarmes ins Abdomen verhindert.
2.Klassifikation- Epigastischer Defekt: Lücke im Bereich der cephalischen Falte. Oft mit Fehlbildungen des Zwerchfells, Sternums und des Herzens (s.u.).
- Klassischer Defekt: Lücke im Bereich der lateralen Falte
- Hypogastischer Defekt:Lücke im Bereich der kaudalen Falte
Klinische Manifestation 1.Klassische Omphalocele
1.Nabelschnur - die Nabelschnur liegt in der Mitte der Cele
2.Dünndarm- liegt im Celensack meistens mit Leber und Milz
3.Dickdarm4.Abdominalhöhle- weniger ausgebildet als bei der Gastroschisis
5.Hülle- avaskulär, bestehend aus Amnion und Peritoneum
6.Assozierte Missbildungen- 1.congenitale Herzdefekte
- 33% Oesophagusatresie
- 19% ASD (secundum)
- selten VSD, PS, Aortenisthmusstenose, A-V-Kanal , PDA
- Genetische Syndrome
- Cantrell'sche Pentalogy
craniale Omphalocele
anteriore Zwerchfellhernie
Sternumspalte
Ectopia cordis
Vitium cordis (VSD) - Caudales Mittelliniensyndrom
Blasen- oder Cloakenexstrophie
Analatresie
Colonatresie
Vesicointestinale Fissur
Sakrumanomalie
Myelomeningocele - Beckwith-Wiedemann Syndrom (=EMG-Syndrom, d.h. Exomphalos {= Omphalocele}, Makroglossie, Gigantismus)
Gigantismus
Makroglossie
Omphalocele oder Nabelhernie
Pancreasinselzellhyperplasie - Trisomie Syndrome
Trisomie 13-15
Trisomie 16-18
2.Andere Arten von Omphalocelen 1.Epigastische Omphalocele - Cantrell'sche Pentology (s.o.)
- untere Thoraxwandmissbildung mit gespaltenem Sternum
- Herzmissbildung, Pericardmissbildung und strukturelle Missbildung (ektopisches Herz)
- Zwerchfelldefekt in der vorderen Mittelinie
- epigastrische Omphalocele
2.Hypogastrische Omphalocele- Caudales Mittelliniensyndrom (s.o.)
3.Hernia into the cord- kleine Omphalocelen bis 4cm im Durchmesser
- oft mit Pathologien des D. omphaloentericus (D. omphaloentericus persistens, Meckel'sches Divertikel) assoziiert
3.Komplikationen- Intrauteriner Wachstumrückstand 20%
- Frühgeburtlichkeit in 50%
- Mortalität 47%-60%
- Klein für Gestationsalter 35%
- Assozierte Fehlbildungen in 30%-70%
- Kardiale Fehlbildungen in 20%-41%
- Mortalität bei Cantrell'scher Pentalogy 75%
Abkärungen 1.Bildgebende Diagnostik - Ultraschall des Abdomens
- Abklärungen, um andere Anomalien auszuschliessen
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08.01.2007, 20:41
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Therapie 1.Unterstützend
1.ABC - Intubation und Ventilation falls nötig
- Infusion
2.Temperaturkontrolle- Kind bis zum Thorax in eine sterile Plastikhülle legen (erlaubt zudem die Inspektion der eviszerierten Därme)
3.Infektionsprophylaxe2.Therapie der Gastroschisis oder Omphalocele- sterile NaCl-getränkte Gazen auflegen
- Unterstützung ohne Zug
- Magensonde zur gastrointestinalen Dekompression
3. Suche nach weiteren Anomalien- Cantrell's Pentology
- congenitale Herzfehler
- Trisomien
- Beckwith-Wiedemann Syndrom
4.Chirurgische Therapie- 1.Primärer Bauchdeckenverschluss
- Hey 1803
- indiziert bei kleinen bis mittelgrossen Omphalocelen
- primärer Verschluss ohne Entfernung des entzündenten Gewebes
- die Grenze ist durch die abdominale Druckerhöhung gegeben, welche zu einer Verschlechterung der Lungenzirkulation führen kann , wie auch zu einer Beeinträchtigung der Darmzirkulation
- 2.Sekundärer Bauchdeckenverschluss (Silastic Pouch)
- Schuster l967
- indiziert bei grossen Defekten und bei Kindern ,die einen primären Verschluss nicht tolerieren würden
- Anlegen einer Silastikfolie, d.h. eines künstlichen Nabelbruches und schrittweise Reduktion des Foliensackes mit sekundärem Bauchdeckenverschluss nach 6-l0 Tagen
- Limitierende Faktoren bilden die Beinträchtignung der mesenterialen Zirkulation und die Infektion nach 7-10 Tagen
- 3.Solitäerer Verschluss der Haut
- indiziert bei Kindern mit komplexen congenitalen Missbildungen
- die Hautlappen werden lateral oder unterhalb der Cele mobilisert, jedoch nicht oberhalb wegen des Thoraxwachstums und um spätere ventrale Hernien korrigieren zu können
- diese Therapie führt zu keinem Stimulus der Abdominalhöhle, sodass dessen Grösse nicht zunimmt
- 4.Nicht chirurgische Therapie
- indiziert bei Kindern mit nicht korrigierbaren congenitalen Anomalien
- Bepinselung der intakten Celenmembran mit Mercurochrome 0,25% oder Silbernitratlösung 0,5% zwei mal täglich
- Limitierender Faktoren bildet hier die Zeit mit ca 8-10 Wochen für die Epithelialisation, Quecksilbervergiftung
- 33% Mortalität
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