Mehr Gehör für Hörgeschädigte
03.11.2008
Gerade älteren Menschen mit Hörschädigungen wollen zwei Publikationen des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA) mehr Gehör verschaffen.
Hörpropbleme werden laut KDA von vielen Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen noch vernachlässigt. Und das obwohl nach Angaben des Deutschen Schwerhörigenbundes etwa 30 bis 50 Prozent aller Pflegebedürftigen und damit 390.000 Personen davon betroffen sind.
Jedes zweite Hörgerät liege ungenutzt in der Schublade, da Betroffene es selbst nicht richtig einsetzen könnten und auch das Pflegepersonal häufig damit nicht richtig umgehen könne.
Trotz aller medizinischen und technischen Entwicklungen:"Hörgeräte stehen auch heute noch für den körperlichen Verfall, und Schwerhörigkeit ist eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft", beklagt Mechthild Decker-Maruska, Krankenschwester und Fachreferentin des DSB in ProAlter.
Hinzu kommt: "Nicht selten werden Pflegebedürftige mit einer zusätzlichen Hörschädigung für demenzkrank gehalten und so völlig falsch behandelt. Neben anderen fatalen Folgen dieser Fehleinschätzung wird ihnen dadurch oft die Möglichkeit genommen, selbstbestimmt zu handeln und an gemeinschaftlichen Aktivitäten teilzuhaben", warnen Experten. Auf der anderen Seite würden wiederum Hörbeeinträchtigungen bei an Demenz erkrankten Menschen zu selten erkannt.
Die Publikationen sind das KDA-Fachmagazin ProAlter und der Ratgeber "dazugeHören - Türen öffnen zu hörgeschädigten Menschen mit Demenz". Mit den neuen Veröffentlichungen will das KDA helfen, Wissenslücken zu schließen, die noch auf diesem Gebiet klaffen. Der KDA-Ratgeber enthält viele Tipps und Regeln, die von Mitarbeitenden in Pflegeeinrichtungen dringend beachtet werden sollten, um mit hörgeschädigten Menschen mit und ohne Demenz richtig zu kommunizieren.
So sollte beispielsweise bei ruhiger Umgebung in kurzen und einfachen Sätzen gesprochen und das Gesagte mit natürlicher Mimik und Gestik unterstützt werden. Ein gut ausgeleuchteter Raum, saubere Sehhilfen und richtig eingestellte Hörhilfen sind für eine erfolgreiche Kommunikation ebenso wichtig wie freundliches und geduldiges Verhalten, da (längeres) Kommunizieren für hörgeschädigte Menschen sehr anstrengend sein kann.
REHACARE.de; Quelle: Kuratorium Deutsche Altershilfe
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Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,
als der Weg von der Erde zum Mond.
angie
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