
14.11.2007, 20:10
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Psychische Störungen bei Menschen mit geistiger Behinderung [Bearbeiten]
Psychische Störungen bei Menschen mit geistiger Behinderung
Einführung
Problemstellung Es ist erwiesen, dass mit einer geistigen Behinderung psychische Störungen bzw. psychische Krankheitsbilder meist einher gehen. Aus Studien von englischen Autoren wie Rutter 1970, Corbett 1979, 1985, Ineichen 1984 und Reid 1980,1985 geht hervor, dass psychische Störungen bei geistig behinderten Kindern und Erwachsenen 4-5 mal häufiger auftreten als in der Normalbevölkerung. Auch weitere Untersuchung in anderen Ländern bestätigen eine hohe Vorkommensrate psychischer Erkrankungen bei Menschen mit geistiger Behinderung.
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14.11.2007, 20:12
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Entstehungstheorien
Erklärungsmodelle von psychischen Störungen bei geistig Behinderten
Die Entstehung besonderer psychischer Probleme geistig Behinderter wird entwicklungspsychologisch untersucht, nicht zuletzt, weil sich in den vorangegangenen Jahrzehnten der Schritt vom Defekt-Modell zum Entwicklungsmodell vollzogen hat. Diese neue Sichtweise schreibt geistig behinderten Menschen die Möglichkeit zur Entwicklung zu, wobei sich die Entwicklungsschritte, -phasen und -abfolgen keineswegs von Nichtbehinderten unterscheiden.
In der Entwicklungspsychologie existieren unterschiedliche Entwicklungstheorien, wobei sie sich alle auf die Erkenntnisse der zwei großen Psychiater Sigmund Freud und Adolf Meyer stützen. Das Zusammenwirken beider Richtungen kann als Psychodynamik bezeichnet werden.
Neben psychodynamischen Aspekten treten in der Entwicklungspsychiatrie genetische Faktoren, organische Eigenschaften, neuropsychologische Zustände, kulturelle Einflüsse, Temperamentsqualitäten und Entwicklungsmuster verschiedener psychischer Funktionen und anderen hinzu.
Wie bereits erwähnt, bedienen sich die Untersucher auf dem Gebiet psychischer Beeinträchtigungen geistig behinderter Menschen Methoden vor dem Hintergrund der Entwicklungspsychiatrie. Eine entwicklungsdynamische Betrachtungsweise schließt die psychische Beeinträchtigung mit ein, die durch ein Fehlverhalten der sozialen Umwelt hervorgerufen werden kann.
biologisches Substrat---Funktionen | \ / | | \/ | | /\ | | / \ | Umfeld---Entwicklung (Elemente der entwicklungsdynamischen Betrachtung)Das entwicklungsdynamische Modell hilft dabei die Probleme geistig Behinderter besser zu verstehen. Zur Erklärung des Auftretens von psychischen Störungen bei geistig Behinderten wird bei DOSEN ein multidimensionales Modell der sozio-emotionalen Entwicklung verwendet.
Die Reifung des Kindes im sozio-emotionalen, kognitiven und neurophysiologischen Bereich vollzieht sich in Abhängigkeit zueinander. Die Bereiche entwickeln sich in einem Prozess, der in 3 Phasen eingeteilt ist, sprich die Adaptionsphase, die Sozialisationsphase und die individuelle Phase. In jeder Phase, also in der Zeit vom 0-3. Lebensjahr, werden wichtige Funktionen ausgebildet und Wesensmerkmale erworben.
Es wird davon ausgegangen, dass bei geistig Behinderten mit psychischen Störungen die kognitive und sozio-emotionale Seite sich nicht parallel und ausgeglichen ausbilden. Der kognitive Bereich entwickelt sich gegenüber dem sozio-emotionalen Bereich besser. Bei einem ungünstigen Verlauf der sozio-emotionalen Entwicklung d.h. wenn ein Kind von der normalen Entwicklung in einer alterspezifischen Phase (Adaption, Sozialisation und individuelle Phase) abweicht oder stehen bleibt, sind nach Menolascino (1970) psychische Erkrankungen die Folge. Weiterhin kann eine psychische Störung auf eine erworbene Ursache zurückgehen. Bei einer Gruppe von 730 klinisch untergebrachten Kindern stellte man bei 81% ein psychische Störung fest. Ihre psychischen Erkrankungen wurden nach dem Diagnoseschema von Menolascino eingestuft. Bei 33% der Probanden ermittelte man eine blockierte sozio-emotionale Entwicklung, ein Anteil von 26% war der abweichenden sozio-emotionalen Entwicklung zugeordnet und die restlichen 22% beliefen sich auf erworbene psychische Erkrankungen.
Geändert von evma (08.08.2008 um 18:04 Uhr).
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14.11.2007, 20:14
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Blockade der sozio-emotionalen Entwicklung Bei einer Blockierung bezüglich der sozio-emotionalen Entwicklung reißt die sozio-emotionale Entwicklung ab, während die Kognitive weiterläuft. Kommt es in der ersten Adaptionsphase zum Stillstand, so stellt sich beim Kind eine “primäre Kontaktstörung” ein. Eine "sekundäre Kontaktstörung" liegt vor, wenn sich die Symptome einer Kontaktstörung nach einer ersten Bindungserfahrung zeigen.
Abweichende sozio-emotionale Entwicklung
Unter "abweichende sozio-emotionale Entwicklung" versteht man, dass die sozio-emotionale Entwicklung des Kindes voranschreitet, aber sich in Qualität und Richtung von einer Normalentwicklung unterscheidet.
Erworbene psychische Erkrankungen
Die Betroffenen haben hierbei eine Prädisposition für eine bestimmte Abweichung in einem bestimmten Alter erworben, die unter bestimmten Umständen aufbrechen kann.
Diagnostik
Psychodiagnostik geistig behinderter Patienten Die Untersuchung geistig behinderter Menschen mit psychischen Krankheiten erfolgt mit dem vorhandenen Instrumentarium der Psychiatrie und klinischen Psychologie. Es beinhaltet Techniken und Methoden, die hier kurz vorgestellt werden.
In der Anamnese wird der Patient und seine Familie vom Untersucher zur Krankheitsvorgeschichte befragt. Eine Grundmethode der Psychologie zur Persönlichkeitsentwicklung ist die Verhaltensbeobachtung. Der Untersucher kann den Patienten auf ein bestimmtes Verhalten in einer bestimmten Situation hin wahrnehmen. Bei Menschen, die einen IQ unter 50 haben, ist besonders häufig eine Abweichung des ZNS vorzufinden. Da eine Verhaltens- und psychische Störung Ausdruck einer organischen Störung (z.B. Abweichung des ZNS) sein kann, muss durch eine körperliche Untersuchung geprüft werden, ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Störungen besteht. Da das Nervensystem alle organischen und psychologischen Vorgänge im Körper beeinflusst, wird hierbei auch eine neuropsychologische Untersuchung notwendig. Des weiteren folgen verschiedene Zusatzuntersuchungen wie Röntgenaufnahmen des Schädels, EEG, CCT und biochemische Blut-und Urinuntersuchungen. Psychometrische Tests dienen zur Untersuchung von Persönlichkeitsmerkmalen. Auch die Intelligenz fällt darunter und kann mit sogenannten Intelligenztests ermittelt werden. Sie ziehen damit die Grenze zwischen Normalität und geistige Behinderung. Ein Proband kann nach seinem errechneten IQ in eine Kategorie mit entsprechendem Ausprägungsgrad eingestuft werden. Lerntests versuchen auch die kognitiven Leistungen des Kindes zu erfassen. Das geschieht, indem das Kind die Aufgaben immer löst. Nach der Feststellung des Leistungsniveaus, wird dem Kind geholfen und anschließend wird die Leistung gemessen. Es dient dem Zweck, festzustellen, welche und in welchem Umfang das Kind Hilfe benötigt, um die Aufgabe zu lösen. Mit Hilfe von sozialen und adaptiven Verhaltensskalen können Verhaltensabläufe von geistig Behinderten in ihrer Umgebung registriert werden. Bei der psychiatrischen Untersuchung stehen dem Psychiater zwei Verfahren und Mittel zur Verfügung, die ihm das Erforschen psychischer Erkrankungen erleichtern. Diese werden auch bei Nichtbehinderten kombiniert angewandt. Bevor der Psychiater Tests durchführt, wird er über Kommunikation und Beobachtung notwendige Informationen über seinen Patienten sammeln. Der Psychiater wird das Gespräch dahingehend gestalten, dass der Patient mit emotional beladenen Themen konfrontiert wird. Die Reaktionen des Patienten werden vom Psychiater ausgewertet. Schließlich wird das Gespräch wieder auf entspannte Themen gelenkt und dem Patienten wird Solidarität vermittelt.
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14.11.2007, 20:15
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Übersicht der bekanntesten Syndrome - Depressives Syndrom
- Traurigkeit, Gedrücktheit, Gefühllosigkeit, Freudlosigkeit,
- Desinteresse, Antriebslosigkeit,
- Schlafstörungen, Essstörungen,
- körperliche Missempfindungen,
- Suizidalität,
- Manisches Syndrom
- (Dis-)Euphorie,
- Antriebssteigerung,
- starkes Selbstwertgefühl,
- vermehrte Geldausgabe, „Größenwahn“,
- geringes Schlafbedürfnis,
- ungehemmter Redefluss,
- Enthemmungen,
- Paranoid-halluzinatorisches Syndrom
- Wahnideen,
- Halluzinationen,
- Gedankenausbreitung, -entzug oder -eingebung,
- Katatones Syndrom
- Starre / Erregung,
- Echolalie,
- Echopraxie,
- Bewegungs- und Haltungsstereotypen,
- Hypochondrisches Syndrom
- jammernd, klagend,
- ängstlich,
- genaueste Selbstbeobachtung,
- Angst vor Krankwerden,
- Angstsyndrom
- Angstzustände (diffus oder situationsbedingt),
- Hyperaktivität in diesen Zuständen,
- Zwangssyndrom
- immer wiederholte Gedanken, die als sinnlos und quälend empfunden werden,
- Impulse, Handlungen,
- Hirnorganisches Syndrom
- Einschränkung kognitiver Funktionen,
- Einschränkung der Denkleistung,
- Orientierungsprobleme,
- Konzentrationsverlust, -schwäche,
- Delirantes Syndrom
- Orientierungsprobleme, Verwirrtheit,
- motorische Unruhe,
- vegetative Entgleisungen (Schwitzen...),
- Konversionssyndrom
- motorische Störungen (Lähmungen),
- Schmerzlosigkeit, Schmerzzustände
Leitprinzipien für Pädagogik und Therapie
Pädagogen, Therapeuten und Psychotherapeuten sollten sich bei den Aufgaben und Zielen nicht im Weg stehen, sondern sich gegenseitig unterstützen. Es muss eine gemeinsame Basis gefunden werden, um den Patienten bestmöglich zu helfen. Zur Unterstützung der Therapie dienen neun Leitprinzipien: - Erwachsenengemäße Orientierung − Erwachsene, die an einer geistigen Behinderung leiden, werden oftmals immer wieder als Kind behandelt. Sie werden als „ewige Kinder“ angesehen und bekommen so nicht den Respekt, den sie verdienen.
- Subjektzentrierung − Bei der Therapie soll auf den Betroffenen geachtet werden. Seine Wünsche müssen respektiert werden. Die Behinderung darf nicht zum bloßen Objekt der Therapie werden.
- Ich-Du-Bezug − Jede Therapie sollte als partnerschaftliche Beziehung, und nicht als Zwang (oder ähnliches) angesehen werden.
- Emanzipatorisches Prinzip − Der Patient soll sich eigenständig zu einem ich-starken Menschen entwickeln. Seine Wünsche und Interessen sollen mit in seine Entwicklung eingehen. Genau wie jeder andere Mensch hat er seinen Platz in der Gesellschaft.
- Assistenz und Kooperation − Der Weg zur Selbstständigkeit ist das Ziel. Nicht das Ziel an sich.
- Ganzheitlich-integratives Prinzip − Der geistig behinderte Mensch muss als „Einheit“ angesehen werden. Jede Arbeit der Pädagogik sollte „multipersperktivisch“ angelegt sein.
- Prinzip der Entwicklungsgemäßheit − Die Orientierung am Menschen steht im Vordergrund: In einer für den Patienten angenehmen Situation soll immer eine Stufe mehr erlernt werden.
- Lebensnähe und handelndes Lernen − Der Patient soll im natürlichen Lebensraum sowohl die alltäglichen Hausarbeiten als auch die Lebenswirklichkeit außerhalb des Wohnmilieus erfahren.
- „Sein“–lassen und Vertrauen in die Ressourcen − Nicht nur das Lernen und Verbessern der Fähig- und Fertigkeiten sollte im Vordergrund stehen, sondern auch das zweckfreie und selbstbestimmte Leben. Dem Patienten muss die Möglichkeit gegeben werden sein eigens Leben zu entdecken.
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14.11.2007, 20:16
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Geistige Behinderung und Sexualität Sind Menschen mit geistiger Behinderung im rechtlichen Sinne handlungsfähig und geschäftsfähig, so dürfen sie auch durch Heirat eine Ehe eingehen. Weniger durch rechtliche Regelungen als durch soziale Konventionen, Vorurteile und die häusliche Situation nicht autonom lebender Menschen wird die Frage nach einer gelebten Sexualität und der Elternschaft von Menschen mit geistiger Behinderung problematisiert.
Seit 1992 sind Zwangs- Sterilisationen von Menschen mit geistiger Behinderung (wie zum Beispiel früher zur Zeit des Nationalsozialismus üblich) in Deutschland verboten. Ohne ihre Zustimmung dürfen Menschen nicht mehr sterilisiert werden. Bei nicht einwilligungsfähigen Menschen darf ihr Betreuer nur unter den engen Voraussetzungen des § 1905 BGB einwilligen.
Anliegen für die Zukunft
Die Anliegen, deren Realisierung ein Ziel von Menschen mit unterschiedlichen kognitiven Behinderungen und deren Familien und Freunden ist, lassen sich zusammenfassen in den Leitgedanken: - Soziale Teilhabe statt Pflege
- Überlegte Planung statt Barrierenerrichtung
- Achtung und Respekt statt Diskriminierung
- Integrierte Teilhabe statt vorgeburtlicher Selektion und gesellschaftlich-institutioneller Ausgrenzung
Geändert von Mary (08.08.2008 um 16:33 Uhr).
Grund: defekte links herausgenommen
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14.11.2007, 20:17
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Diskussion um eine Ablösung des Begriffs Der Begriff kognitive Behinderung (cognitive disability) wird von einer Anzahl von Vertretern aus Literatur und Lehre gegenüber der geistigen Behinderung bevorzugt, da er den qualitativen Unterschied zwischen Geist und Gehirn oder zwischen geistigen Fähigkeiten und kognitiven Fähigkeiten herausstelle.
So zählten zu den geistigen Fähigkeiten eines Menschen auch das Vermögen, Gefühle - wie etwa Wut, Trauer, Freude, Glück oder auch Empathie - zu empfinden beziehungsweise auszudrücken. Dieses Fähigkeitsspektrum ist beispielsweise bei Menschen mit Down-Syndrom (Trisomie 21), denen bislang das Attribut einer geistigen Behinderung zugeschrieben wurde, normalerweise gar nicht beeinträchtigt, weshalb die gängige Bezeichnung ihren Kritikern als zu unscharf oder sogar als diskriminierend erscheint.
Zu den von einer Behinderung betroffenen kognitivenFähigkeiten zählten dagegen Aufmerksamkeit, Wahrnehmungsfähigkeit Erkenntnisfähigkeit, Schlussfolgerung, Urteilsfähigkeit, Erinnerung/Merkfähigkeit, Lernfähigkeit, Abstraktionsvermögen und Rationalität.
Gegner einer alternativen Sprachregelung führen an, dass auch der neue Begriff Unschärfen berge - so konzentriere er sich auf Fähigkeiten der Ratio, decke aber im Gegensatz zur alten Nomenklatur Aspekte der emotionalen und sozialen Reife nicht ab, die durchaus von einer geistigen Behinderung betroffen sein können. Die diskriminierende Wirkung des alten Begriffs unterliege der Bedeutungsverschlechterung, die auch jede Neuschöpfung nach längerem Gebrauch erfassen würde und ihrerseits eine Ersetzung erfordere.
Der Stand der Verbreitung des neuen Begriffs in Literatur und Lehre ist sehr unterschiedlich, je nach Autor und Fakultät. Während er die meiste Verbreitung unter progressiven Vertretern der Sonder- und Sozialpädagogik findet, ist er etwa im Bereich der Medizin und der Psychiatrie kaum bekannt. In der Terminologie der Neurologie würde man unter einer kognitiven Behinderung im Wortsinn dagegen auch den isolierten Ausfall einer kognitiven Funktion, etwa eine starke Störung der Merkfähigkeit, verstehen wie sie etwa durch eine Schädigung des Gehirns hervorgerufen werden kann. In den Alltagssprachgebrauch außerhalb der Fachwelt hat der Begriff kognitive Behinderung noch keinen Einzug gehalten.
So ist die Etablierung einer neuen Begrifflichkeit schwierig, wie auch die Initiative des Netzwerkes People First zeigt. Dieses lehnt den Ausdruck „geistige Behinderung“ ebenfalls aufgrund der ihm zugeschriebenen Diskriminierung ab und setzt sich für seine Abschaffung ein. Als Alternative haben sie den Ausdruck „Lernschwierigkeiten“ vorgeschlagen, welcher allerdings wegen seiner ursächlichen anderen Bedeutung (siehe Lernbehinderung) keinen Eingang in die Fachwelt gefunden hat.
Einige Ortsverbände der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung haben, aufgrund ihrer Öffnung für anderen Behindertenrichtungen, den Begriff "geistige" aus ihrem Namen gestrichen, während andere bei der alten Bezeichnung geblieben sind. In einer von der Bundesvereinigung Lebenshilfe herausgebrachten Informationsbroschüre (Gemeinsam kommen wir weiter- Lebenshilfe auf dem Weg in die Zukunft / Dezember 2005) wird bereits eingeräumt, dass „geistige Behinderung .. vielleicht kein Wort für die Zukunft“ sei und man es nur solange weiter verwende, bis ein besserer Begriff gefunden wird.
Die Lebenshilfe Österreich hat sich bereits dazu entschlossen, sich auf Bundesebene nunmehr "Lebenshilfe für Menschen mit Behinderung" zu nennen und auf das „geistiger“ vollständig zu verzichten. Momentan wird über Alternativen nachgedacht; es soll "eine neue Definition und eine Klassifikation gefunden werden, die auf der Beschreibung von kognitivenFähigkeiten" basiert (Quelle: Lebenshilfe-Zeitung, 12/2005, Seite 10)
Geändert von evma (08.08.2008 um 18:02 Uhr).
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14.11.2007, 20:18
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Länderspezifische Situation]Während u.a. ein hoher medizinischer und pädagogischer Standard und ein verbessertes Wissen um Entwicklungsmöglichkeiten es Menschen mit geistiger Behinderung mittlerweile in vielen Ländern ermöglicht, ein gutes und langes Leben zu führen, sieht es in manchen Regionen dahingehend noch sehr schlecht aus: In Russland beispielsweise wird auch heute noch Eltern eines behinderten Kindes geraten, es in ein Heim zu geben. Durch unzureichende personelle und materielle Ausstattung, Mangelernährung und wenig Bewegungsfreiheit und so gut wie keine pädagogische Zuwendung, Förderung und Therapie werden viele Entwicklungsschritte nicht erreicht (z. B. Laufen und Sprechen). Oftmals versterben die Kinder bereits vor dem Erreichen der Pubertät, da sie medizinisch kaum oder ungenügend behandelt werden. Eine Schulbildung ist wenn überhaupt nur für leicht beeinträchtigte Kinder und Jugendliche vorgesehen und Arbeitsmöglichkeiten für erwachsenen Menschen mit Behinderung sind nur sporadisch vorhanden.
Geändert von evma (08.08.2008 um 18:03 Uhr).
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