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21.05.2005, 23:48
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Kautschuk-Quitschetiere als Hilfe bei Grand Mal (epileptische Anfälle)
Hallo,
viele behinderte Kinder leiden auch an Epilepsie. Bei den sog. "Grand Mal" ist die Gefahr, daß sich der Patient die Zunge durchbeißt oder die Zähne beschädigt, sehr groß. Ich habe gute Erfahrungen mit den Kautschuk-Quitschetieren von NUK gemacht:
Mit Hilfe dieser Tiere kann man diese beiden Risiken minimieren. Ich schiebe meiner Tochter dann das Quitschetier zwischen die Zähne (Vorsicht! Nicht das die eigenen Finger dazwischen geraten!!!) und drücke so auch die Zunge zurück, damit sie nicht gebissen werden kann. Durch das Kautschuktier sind auch die Zähne etwas geschützt, denn Zahn auf Zahn mit dem enormen Beißdruck kann auch dort sonst zu Beschädigungen führen.
Für alle diejenigen, die mit diesen Anfällen noch keine Erfahrung haben: Gand Mal sind die Anfälle, die am ehesten mit Epilepsie in Verbindung gebracht werden (es gibt viele verschiedene Formen - z. B. Sturzanfälle, die weit weniger bekannt sind).
Beim Grand Mal krampft der Patient stark und beißt auf alles, was sich bietet. Teilweise kommt es zu Kaubewegungen. Es kann auch der oft beschriebene "Schaum" (das ist Speichel, der durch das Kauen "aufgeschäumt" wurde) aus dem Mund austreten.
Ich wurde einmal von meiner Tochter ins Kinn gebissen und es dauerte, bis ich loskam. Ich hatte einige Tage einen Bluterguss.
Dem Patienten kann man wie folgt helfen:
Ruhe bewahren!!!
Sichern, dass er sich möglichst nicht verletzt (durch Sturz, Umreißen von Gegenständen u. ä. oder durch Beißen auf die Zunge, Lippe usw.).
Freundliche und beruhigende Ansprache. Bitte nur sichern (vielleicht auch locker umarmen) aber nicht die Arme oder Beine gegen den Krampf zusammenpressen ...
Insbesondere Bezugspersonen (Eltern, Erzieher, ...) können durch ihr souveränes Auftreten, durch ihre (non-)verbalen Botschaften "es ist nicht schlimm", "ich bin bei Dir", "habe keine Angst", ... Sicherheit vermitteln und damit sehr helfen.
Nach so einem Krampfanfall ist der Patient vermutlich erschöpft (je nach Länge und Intensität des Krampfes) und braucht Ruhe.
Eltern sollten, sobald die Diagnose "Epilepsie" vorliegt, mit dem behandelnden Arzt über eine Notfallmedikation (für den Fall, der Krampf hält an oder es folgen mehrere Anfälle hintereinander) sprechen und auch andere Bezugspersonen darüber informieren.
Da meine Tochter inzwischen sehr gut eingestellt ist *mal auf Holz klopfe*, bin ich schon was aus der Übung. Vielleicht hat ja moni noch etwas hinzuzufügen ...
LG
Mary 8-)
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... schön Dich zu lesen  ...
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Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone
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22.05.2005, 12:20
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Forenfrechdachs
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Registriert seit: 17.05.2005
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kautschuk-quietschtiere
hallöle mary,
es streiten sich die geister darüber, ob man einem menschen im grand mal anfall überhaupt etwas zwischen die zähne schieben sollte - es ist immer wieder vorgekommen, dass gegenstände entweder verletzungen zugefügt haben, wenn sie hart waren, oder durchgebissen und in die lunge geraten sind, wenn es was weiches war. insofern ist die aktuelle information für erste hilfe maßnahmen beim grand mal:
1. Ruhe bewahren
2. Dauer des Anfalls registrieren
3. Gegenstände, die eine Verletzungsgefahr darstellen, nach Möglichkeit außer Reichweite bringen
4. Beengende Kleidung lockern
5. Nichts zwischen die Zähne schieben
6. Arme und Beine nicht festhalten
7. Keine Beatmung
8. Vor Unterkühlung schützen
9. Anfälle - Sturz, Zuckungen der Arme, Beine und des Gesichts - sind meist nach 1 - 2 Minuten von selbst abgeklungen. Anschließend kann der Betroffene noch für einige Zeit (kann bis zu mehreren Stunden dauern), kaum weckbar, schwer besinnlich und müde sein. Der Betroffene erholt sich fast immer von selbst. Hilfe/Begleitung anbieten.
10. Arzt oder Krankentransport verständigen, wenn Zuckungen mehr als 5 - 10 Minuten dauern, das Gesicht blau angelaufen ist, die Zuckungen nur vorübergehend abklingen oder die Verwirrtheit länger als 30 Minuten anhält.
11. Nach dem Anfall den Betroffenen in eine stabile Seitenlage bringen.
das gilt quasi für eine situation auf der straße o.ä.
wenn du zu hause mit deinem kind eine verhaltensweise eingeübt hast die für alle beteiligten gut ist, dann finde ich das okay - ein anfall läuft ja doch sehr individuell ab.
langer vortrag :O)
grüßle, moni
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*Das Glück im Leben hängt ab von den guten Gedanken, die man hat.* Marc Aurel
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