Mobilität im Gelände
für bewegungseingeschränkte Menschen – :
Im Rahmen langfristiger Forschungen im Fraunhofer Anwendungszentrum Systemtechnik Ilmenau, der TU Ilmenau und bei industriellen Partnern wurden intelligente stationäre und mobile Assistenzsysteme für das Erkennen, Beseitigen und Über-winden von Barrieren entwickelt und getestet.
In Deutschland leben etwa 4 Millionen Menschen mit Geh-Behinderung, davon sind ca. 350.000 - 400.000 Rollstuhlfahrer. Für diese Mitbürger hat die Firma Otto Bock Health Care GmbH den Rollstuhl
Superfour entwickelt, mit dem auch Fahrten in unwegsamem Gelände wieder möglich sind. Das Fahrzeug hat einen Vierrad- und Hybridantrieb, eine geländegängige Karosserie mit dicken Profilreifen, Halogenscheinwerfer und Mittellenkung für einen extrem kleinen Wendekreis.
Vom Fraunhofer Anwendungszentrum AST, das als Außenstelle des IITB in Thüringen verbunden mit der TU Ilmenau angesiedelt ist, wird dieses Fahrzeug zusätzlich mit »Intelligenz« ausgestattet und deshalb als »
Superfour in« bezeichnet.
Das on-board Fahrzeug-Kommunikations- und Kontrollsystem (VCCS) wurde von Fraunhofer Forschern aus Ilmenau als ein-gebettetes Modul entwickelt.
Als stationäre Basisstation hält das „Care-Service-Center“ zum Fahrer und zum Fahrzeug im Gelände telemetrisch Kontakt. Sowohl die zentrale als auch die dezentrale Intelligenz an Bord des Fahrzeuges sichert die Mission des Menschen im Hintergrund ab durch die online Erfassung, Bewertung und Prognose wesent-licher Zustände des Fahrers, des Fahrzeuges und der Umwelt. Die Vitaldaten können genauso erfasst und übermittelt werden, wie die Position des Fahrzeugs. Notwendige Kooperationen mit Dienst-leistern (Rettung, Taxi, u. a.) sind im System ebenfalls realisiert wie das Planen und das Umplanen von Fahrtrouten u. a. bei unvorhersehbaren Ereignissen.
Es wird auf der CeBIT außerdem gezeigt, dass das Gesamtsystem von intelligentem Fahrzeug und stationärer Leitstelle wesentlich dazu beiträgt Mobilitätsbarrieren zu überwinden bei gleichzeitiger Stärkung der Individualität und der Selbstverwirklichung des Nutzers.
Zum System gehört weiterhin das stationäre Informationsterminal TAS-info, das auch dem Rollstuhlfahrer durch seine Gestaltung eine nutzerfreundliche Bedienung ermöglicht. Wertvolle Infor-mationen für Gehbehinderte stellen u. a. Wegbeschreibungen, Wegeanforderungsprofile und Leistungsangebote dar.
Erste Tests in der Mittelgebirgsregion Thüringens werden präsentiert und zukünftige Entwicklungen auf dem Gebiet der mobilen Assistenzsysteme für Gehbehinderte skizziert.
Ansprechpartner:
Dr. Andreas Wenzel
Anwendungszentrum Systemtechnik AST Ilmenau
(Quelle:
Frauenhofer IITB)