Den Tinnitus überhören
Hoffnung auf eine verbesserte Lebensqualität trotz chronischem Tinnitus macht das so genannte Retraining. Dabei sendet ein Gerät, das hinter dem betroffenen Ohr angebracht wird, ein leises Rauschen aus, welches das Hörsystem unempfindlicher gegen die Ohrgeräusche machen soll.
Es zischt, es brummt, es pfeift, es rauscht oder klingelt. "Tinnitus"
heißt die Diagnose bei drei Millionen Menschen in Deutschland - und jährlich kommen etwa 270.000 Patienten hinzu. Ursache für die Ohrgeräusche ohne äußere Schallquelle können etwa Mittelohrerkrankungen, starker Lärm, Virusinfektionen, Nikotin- und Alkoholabusus oder einfach Stress sein.
Etwa 95 Prozent der mit Retraining behandelten Patienten gelingt es, die quälenden Töne in ihrem Ohr zu überhören. Bewährt haben sich auch andere Therapiestrategien wie Autogenes Training, Hypnose oder Musik, die den Tinnitus überdeckt sowie Krankengymnastik.
Als wichtigster Behandlungsschritt beim chronischen Tinnitus gilt, den Betroffenen aus seiner aktuellen Belastungssituation herauszuholen. Das kann eine Krankschreibung bei beruflicher Überbeanspruchung sein oder auch der Abstand zu familiären Konflikten.
Die Wahrscheinlichkeit, dass beim chronischen Tinnitus die Ohrgeräusche wieder ganz verschwinden, ist gering. Wer es aber schafft, das Klingen und Pfeifen im Ohr nicht mehr als vorrangige Töne wahrzunehmen und lernt, wieder auf andere Geräusche zu hören, hat einen großen Teil seiner Lebensqualität zurück gewonnen.
REHACARE.de; Quelle: Neue Apotheken Jllustrierte
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