Populäre Webseiten

Auf den ersten Blick wirkt die Webseite, die vor allem jungen Besucher in die Welt der Märchen entführen will, eigentlich recht sympathisch. Eine andere verspricht tolle Malvorlagen. Wieder eine andere lockt mit fertigen Hausaufgaben und Referaten.
Doch egal wohin man auch klickt: Als nächstes erscheint nur eine solche Dialogbox. Die solle man doch bitteschön mit OK bestätigen.
"OK" in Dialogbox

Spätestens jetzt allerdings sollten die Alarmglocken läuten.
Denn was am Bildschirm eher harmlos aussieht, dient einzig und allein einem Zweck: Nämlich auf dem PC des Besuchers ein Dialer-Programm zu installieren. Das ist ein Programm, das den PC über eine teure 0900-Nummer mit dem Internet verbindet - für zwei oder mehr Euro pro Minute.
Auch Erwachsende Zielgruppe

Kinder und Jugendliche fallen auf diesen Trick besonders leicht herein. Aber es gibt auch zahllose Webseiten, die gezielt Erwachsene ansprechen und mit Kochrezepten, Diättipps, Kniffe für Handwerker und vielen anderen Dingen locken. Die Masche ist immer dieselbe: Auf der Startseite wird eine Menge versprochen, was sich dann später als Enttäuschung entpuppt. Wer bei einer solchen Dialogbox leichtfertig "OK" eintippt, und das ist das Problem, gibt das vom Gesetzgeber vorgeschriebene Einverständnis, den Dialer zu benutzen.
Daten überprüfen

Deshalb ist vorsicht angbracht: Wann immer eine solche Dialogbox erscheint, sollten Sie den Vorgang am besten sofort abbrechen. Oder zumindest erst mal die vorgeschriebenen Erläuterungen studieren: Wer ist der Anbieter? Welche Kosten entstehen, wenn der Dialer eingerichtet ist und benutzt wird? Die Kosten müssen klipp und klar benannt werden.
Gängige Gebühren für Web-Dialer sind:

- satte 2 Euro pro Minute oder
- bis zu 30 Euro pro Einwahl
Dialerprogramm

Wer sich davon nicht abschrecken lässt und weiter macht, installiert ein Wählprogramm auf dem PC. Das dauert nur wenige Sekunden. Der Dialer versteckt sich nicht, wie früher, sondern ist ganz offiziell vorhanden. Und das ist das Problem: Wer alles mit "OK" bestätigt, muss dann später auch für die entstandenen Kosten aufkommen. In der Regel 60 Euro pro Stunde.
Gegenwert gering

Der ein oder andere könnte auf die Idee kommen, dass es sich vielleicht ja lohnt, solche Angebote zu nutzen - trotz der Kosten. Doch das Resultat ist ernüchternd: Malvorlagen zum Ausdrucken gibt es zum Beispiel für zwei Euro pro Minute. Es sind schwarzweiße Strichzeichnungen. Mehr nicht. Da kauft man ja wohl zweifellos besser ein richtiges Malbuch.
Rubrik 7: Nicht ausprobieren

Worum es hier geht, ist wohl klar: Selbst wer nach zwei, drei Minuten entnervt wieder auflegt, hat ein paar Euro ausgegeben. Ohne nennenswerten Gegenwert. Also: Aufgepasst. Denn es gibt leider immer mehr solcher Webseiten.
Kosten bei DSL
Weil solche Dialer auf Computer mit DSL-Leitung aber nicht funktionieren, per DSL lässt sich keine teure 0900-Nummer

anwählen, greifen viele Anbieter zu einer neuen Variante: Sie blenden einen solchen Text ein. Wer dann zum Hörer greift und die teure 0900-Nummer anwählt, bekommt in der Ansage die Kosten mitgeteilt: "Dieser Anruf kostet pro Minute 1,86 Euro aus dem deutschen Festnetz. Diese Ansage war für Sie gebührenfrei."
Eltern sollten ihre Kinder also unbedingt vor dieser Kostenfalle warnen. Anderenfalls könnte es teuer werden.
Viele verdienen mit

Es ist übrigens kein Wunder, dass es mittlerweile so viele Webseiten im Netz gibt, die auf diese Weise Geld verdienen - und erst Recht ist es kein Wunder, dass viele auf solche Webseiten verlinken. Denn die Anbieter dieser teuren Webseiten locken Webmaster mit einer Umsatzbeteiligung: Mehr als die Hälfte des generierten Umsatzes fließt in die Taschen desjenigen, der einen Datensurfer zum kostenpflichtigen Angebot schickt. Sicher nicht, indem er vor den hohen Gebühren warnt.
Leider Alltag heute im Internet.
Bezahlen per Handy

Eine andere immer populärerwerdende Gebührenfalle ist das Bezahlen per Handy. Viele Angebote im Internet und anderswo werden mittlerweile über SMS-Nachrichten abgerechnet. Normalerweise kostet eine SMS rund 19 Cent. Mit Betonung auf normalerweise. Denn es gibt auch die so genannte Premium-SMS. Die ist allerdings deutlich teuer. Eine einzelne Nachricht kann da schon mal mit drei, vier Euro zu Buche schlagen.
Teuer: Premium-SMS

Ein Beispiel Klingeltöne, Logos oder Handyspiele gibt es im Internet in der Regel nur gegen Gebühr. Die Preise sind gesalzen. Wer keine 0190er- oder 0900-Nummer anrufen will, kann immer öfter auch eine SMS schicken, um zu bezahlen. Eine fünfstellige Rufnummer als Ziel. Wer die in sein Handy eintippt, bezahlt für den Dienst. Aber eben nicht 19 Cent, sondern deutlich mehr. Hier sind Kosten von bis zu 5 Euro pro SMS möglich. Also aufgepasst. Denn auch bei diesem Trick werden gerne vor allem Minderjährige angesprochen.