Hochbegabte Kinder leiden oft unerkannt
Viele hoch begabte Kinder leiden unerkannt und erhalten keine angemessene Förderung. Wenn Kinder ständig unterfordert sind, ziehen sie sich immer mehr zurück. Das erklärte Dorothea Karcher von der Deutschen Gesellschaft für das hoch begabte Kind (DGhK) in Köln. »Manche werden depressiv, andere protestieren aber auch lautstark oder gehen in die Rolle des Klassenclowns«, so die Expertin. Dürften die hoch begabten Kids so viel fragen, lesen, rechnen, tüfteln und experimentieren, wie es ihren Bedürfnissen entspreche, gebe es weniger Probleme. »Es ist aber auch in der Lehrerschaft nicht durchgängig die Bereitschaft und Einsicht da, dass nicht nur schwächere, sondern auch stärkere Kinder gefördert werden müssen«, weiß Karcher nach 17 Jahren Beratungsarbeit. »Es ist doch eine Katastrophe, wenn ein kreuzunglückliches Kind mit einem getesteten IQ von 135 in einer Förderschule landet und keine Chance hat auf Realschule oder Gymnasium.«
Unter 100 Kindern gelten zwei als hoch begabt mit einem Intelligenz-Quotienten von mindestens 130. »Hinzu kommen zwei bis drei Kinder pro Klasse, die besonders pfiffig sind und einen IQ von 120 und mehr haben«, sagte Karcher. »In 50 Prozent der Fälle kommt man schon mit kleineren Korrekturen im Unterricht hin, wenn es vor allem gelingt, dass sich das Lehrer-Bild ins Positive wandelt. Denn Lehrer sind durch das Stören und Reinschreiben oft genervt von den Hochbegabten.«
Besondere Aufgaben oder sehr weit gefasste Aufgaben-Stellungen für die ganz pfiffigen Schüler reichten oft schon aus, meinte die DGhK- Beraterin. In den anderen Fällen sei ein Überspringen der Klasse oder ein Neustart an einer anderen Schule ratsam. »Es ist schön und gut, dass es auch besondere Schulen für Hochbegabte gibt. Aber die Regelschule mit dem Kontakt zu den normal Begabten ist meistens doch besser«, meinte Karcher.
»Es geht natürlich nicht darum, kleine Nobelpreisträger zu züchten, sondern eine ihren Bedürfnissen entsprechende Unterstützung und eine harmonische Entwicklung zu gewährleisten.« Tatsächlich seien oft Langeweile oder eine Außenseiterrolle der Alltag, die Kinder seien unbeliebt und würden als Besserwisser oder Streber gemieden.
Quelle: Westfälische Rundschau
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Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.
(Christian Morgenstern)
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