
Rund 80 Prozent der Senioren kommen nach Experteneinschätzung nicht mit Verpackungen zurecht. Sie bemängelten kleine Schriften, komplizierte Plastikhüllen und schlechte Portionierbarkeit, so das Innovationsforum »Seniorengerechte Verpackungen«. »Besonders schwierig ist es für die Älteren, bei Vanillezucker oder CD-Hüllen das rote Aufreißbändchen zu finden, um die Packung zu öffnen«, sagte Peter Kwaß, Projektleiter des Innovationsforums in Neuruppin. Außerdem ist aus Sicht der Senioren die Beschriftung oftmals zu klein und würde sich nur schwach vom Hintergrund abheben. Und bei Produkt- und Verpackungshinweisen wie »Press« (Drücken) und »Light« (Kalorienreduziert) könnten viele ältere Menschen die Bedeutung nur erahnen.
»Auch bei der Benutzung von Pflegeprodukten kann es Probleme geben«, sagte Kwaß. Die Oberfläche von Shampoo-Flaschen und Duschgels sei für die Senioren zu glatt und rutschig. »Auch die Größe ist aus ihrer Sicht unhandlich.« Doch gerade bei Reinigungsmitteln müssten Hersteller einen Spagat hinlegen, denn auch die »Kindersicherung« der Produkte sei wichtig.
»Die Wirtschaft muss sich besser auf die zurückgehende Geschicklichkeit und Kraft der älteren Menschen einstellen«, forderte Kwaß. Schließlich habe die Gruppe der über Fünfzigjährigen schon jetzt mit über 50 Prozent des Geldvermögens eine größere Kaufkraft als Jüngere. Zugleich betonte Kwaß, dass es auch für Singles nützlich wäre, wenn es mehr kleine Größen und wiederverschließbare Packungen gebe.
Quelle:WP